Mi, 21:42 Uhr
11.03.2015
Wölfe im Eichsfeld
Gestern wurde in einigen Medien von einer Wolfssichtung bei Breitenberg im Untereichsfeld berichtet. Ähnlich dieser Nachricht bekommt der NABU-Obereichsfeld relativ häufig Mitteilungen von Wolfssichtungen im Eichsfeld....
Manche dieser Meldungen klingen durchaus glaubwürdig, können aber nicht als wirklicher Nachweis anerkannt werden. Erst wenn sogenannte "harte Fakten" vorliegen, z.B. ein beglaubigtes Foto, ein genetischer Nachweis aus Haaren oder Kot oder ein Todfund, wäre das ein echter Nachweis. Selbst Rissfunde oder Färtenabdrücke sind lediglich Hinweise und müssen erst durch geschulte und erfahrene Wolfsgutachter bestätigt werden.
Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass Wölfe in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach Thüringen
unsere Region und das Grenzgebiet zu Niedersachsen durchquert haben. In der Regel sind diese wandernden Wölfe so heimlich, dass eine Sichtung nur selten erfolgt. Es ist trotzdem wichtig, dass alle Hinweise auf eine mögliche Anwesenheit von Wölfen registriert und gesammelt werden. Auch fachlich zunächst unbestätigte Beobachtungen gehören dazu. Denn Häufungen von solchen Meldungen in einem Gebiet deuten darauf hin, dass dort ein oder mehrere Wölfe möglicherweise sogar sesshaft sind. Dann muss entsprechend versucht werden, die sicheren Nachweise zu erbringen.
Der Nachweis, ob Wölfe sesshaft sind oder nicht, ist entscheidend, ob Schäfer vom Land Thüringen finanzielle Unterstützung bei vorbeugenden Herdenschutzmaßnahmen bekommen. Solche finanzielle Unterstützung gibt es nämlich nur in Gebieten mit sesshaftem Wolf, den sogenannten Wolfsgebieten.
Der NABU-Obereichsfeld e.V. unterstützt ausdrücklich die Belange der Schäfer und ihre Forderungen nach Subventionen zum vorbeugenden Herdenschutz in Wolfsgebieten sowie die Entschädigung bei möglichen Tierverlusten. Denn nur wenn diese auch erfolgen, ist ein relativ konfliktarmes Miteinander von Mensch und Wolf möglich und findet der Wolf in der Gesellschaft die nötige Akzeptanz.
Der Wolf braucht keine Wildnis, sondern die Akzeptanz und Toleranz der menschlichen Gesellschaft. Dann kann er auch dauerhaft in geeigneten Gebieten unserer Natur- und Kulturlandschaft überleben.
Auch im Eichsfeld können Wölfe sesshaft werden und Familien gründen. Das Nahrungsangebot ist durch eine hohe Schalenwilddichte (vor allem Rehe) ausreichend und es gibt in den großen Waldgebieten, wie dem Westerwald im Südeichsfeld, genug Rückzugsmöglichkeiten.
Arne Willenberg
Hinweise auf Wölfe im Landkreis und darüber hinaus nimmt der Biologen Arne Willenberg vom NABU-Obereichsfeld unter der E-Mailadresse arne.willenberg@eichsfeld.nabu-thueringen.de entgegen.
Autor: enManche dieser Meldungen klingen durchaus glaubwürdig, können aber nicht als wirklicher Nachweis anerkannt werden. Erst wenn sogenannte "harte Fakten" vorliegen, z.B. ein beglaubigtes Foto, ein genetischer Nachweis aus Haaren oder Kot oder ein Todfund, wäre das ein echter Nachweis. Selbst Rissfunde oder Färtenabdrücke sind lediglich Hinweise und müssen erst durch geschulte und erfahrene Wolfsgutachter bestätigt werden.
Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass Wölfe in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach Thüringen
unsere Region und das Grenzgebiet zu Niedersachsen durchquert haben. In der Regel sind diese wandernden Wölfe so heimlich, dass eine Sichtung nur selten erfolgt. Es ist trotzdem wichtig, dass alle Hinweise auf eine mögliche Anwesenheit von Wölfen registriert und gesammelt werden. Auch fachlich zunächst unbestätigte Beobachtungen gehören dazu. Denn Häufungen von solchen Meldungen in einem Gebiet deuten darauf hin, dass dort ein oder mehrere Wölfe möglicherweise sogar sesshaft sind. Dann muss entsprechend versucht werden, die sicheren Nachweise zu erbringen.
Der Nachweis, ob Wölfe sesshaft sind oder nicht, ist entscheidend, ob Schäfer vom Land Thüringen finanzielle Unterstützung bei vorbeugenden Herdenschutzmaßnahmen bekommen. Solche finanzielle Unterstützung gibt es nämlich nur in Gebieten mit sesshaftem Wolf, den sogenannten Wolfsgebieten.
Der NABU-Obereichsfeld e.V. unterstützt ausdrücklich die Belange der Schäfer und ihre Forderungen nach Subventionen zum vorbeugenden Herdenschutz in Wolfsgebieten sowie die Entschädigung bei möglichen Tierverlusten. Denn nur wenn diese auch erfolgen, ist ein relativ konfliktarmes Miteinander von Mensch und Wolf möglich und findet der Wolf in der Gesellschaft die nötige Akzeptanz.
Der Wolf braucht keine Wildnis, sondern die Akzeptanz und Toleranz der menschlichen Gesellschaft. Dann kann er auch dauerhaft in geeigneten Gebieten unserer Natur- und Kulturlandschaft überleben.
Auch im Eichsfeld können Wölfe sesshaft werden und Familien gründen. Das Nahrungsangebot ist durch eine hohe Schalenwilddichte (vor allem Rehe) ausreichend und es gibt in den großen Waldgebieten, wie dem Westerwald im Südeichsfeld, genug Rückzugsmöglichkeiten.
Arne Willenberg
Hinweise auf Wölfe im Landkreis und darüber hinaus nimmt der Biologen Arne Willenberg vom NABU-Obereichsfeld unter der E-Mailadresse arne.willenberg@eichsfeld.nabu-thueringen.de entgegen.