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Mi, 16:15 Uhr
08.11.2017
Entscheidung für Wolfshybride:

Jungtiere sollen im Bärenpark leben

Umweltministerin Anja Siegesmund hat heute die Entscheidung zum Umgang mit den Ohrdrufer Wolfshybriden verkündet. Nach gründlicher Prüfung aller Optionen soll der Versuch gestartet werden, den Nachwuchs einzufangen und in den Alternativen Bärenpark Worbis zu bringen. Gemeinsam mit Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer der Stiftung für Bären in Worbis, erläuterte die Ministerin die Pläne des Umweltministeriums...


„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es gilt, Artenschutz und Tierschutz gleichermaßen zu berücksichtigen. Entsprechend Wolfsmanagementplan ist klar: Die Tiere können nicht bleiben. Wir gehen nun in 2 Stufen vor. Zunächst versuchen wir, den Nachwuchs zu fangen und artgerecht in Worbis unterzubringen. Sollte das nicht gelingen, werden wir trotzdem bis Februar handeln müssen. Dann wäre auch ein Abschuss nicht vom Tisch“, erklärt Anja Siegesmund und ergänzt:

„Wir hoffen sehr, das Fangen und Umsiedeln erfolgreich sind und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Bärenpark in Worbis. Er bietet besonders großräumige und naturbelassene Gehege für die artgerechte Haltung der Tiere“, sagte Ministerin Siegesmund heute in Erfurt.

Im Gehege in Worbis leben bereits Bären. Sie könnten sich zukünftig das das Areal mit den Wolf-Hybriden teilen. Mit dem Konzept der gemeinsamen Haltung von Bären und Wölfen wurden bisher sehr positive Ergebnisse erzielt.

„Wir sind von der Fachkompetenz des Bärenparks überzeugt. Er soll sich mittelfristig zur Thüringer Aufnahmestelle für Wölfe, Hybriden und Luchse entwickeln. In den nächsten Tagen werden wir einen Kooperationsvertrag unterzeichnen“, so die Ministerin abschließend.

Rüdiger Schmiedel ergänzt: „Ich freue mich, dass die Thüringer Wolf-Hybriden in unserem Park eine Zukunft haben könnten. Im Sinne des Wildtierschutzes hätten wir eine sehr gute Lösung gefunden. Zudem hätten Thüringerinnen und Thüringer zukünftig Gelegenheit, das Aufwachsen der Tiere weiter zu verfolgen.“

Für den Start von Fang und Umsiedlung der Hybriden geht es jetzt zunächst darum, dass die Obere Naturschutzbehörde/Landesverwaltungsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das Umweltministerium hat aufgrund der Dringlichkeit die Zuständigkeit auf die der Oberen Naturschutzbehörde übertragen (Im Normalfall sind die Unteren Naturschutzbehörden zuständig).

Dort muss nun geprüft werden, ob die Genehmigung erteilt werden kann. Zudem beantragt das Umweltministerium bei den zuständigen Veterinärämtern der beteiligten Landkreise die Genehmigungen zur Fallenjagd und zur geplanten Besenderung der Hybriden und der Wölfin.

Seit dem 11.10.2017 steht fest, dass die Thüringer Wölfin Nachwuchs hat und dass es sich um sogenannte Hybride handelt, eine Mischung aus Wolf und Haushund. Das Umweltministerium hat seitdem die Möglichkeiten einer Entnahme geprüft, die im Wolfsmanagementplan Thüringen festgeschrieben wurde. Dabei galt es sowohl Arten- als auch Tierschutz zu berücksichtigen. Der Fang und die Umsiedlung soll erfolgen, bevor die Hybriden geschlechtsreif werden und sich eigene Reviere suchen - das wäre nach Angaben von Wolfsexperten spätestens im Frühjahr soweit.

Mit der konkreten Ausgestaltung von Fang und Umsiedlung wird das Umweltministerium das damit erfahrene Lupus Institut für Wolfsmonitoring und –forschung aus Sachsen beauftragen. Lupus soll die bevorzugten Aufenthaltsgebiete des Rudels festzustellen und die Fangmaßnahmen planen. Lupus wird auch die Umsetzung der Fangversuche begleiten. Wenn die notwendigen Genehmigungen vorliegen und die Rückzugsräume der Wölfin und ihrer Jungtiere ermittelt sind, wird mit dem Fang so schnell wie möglich begonnen.
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Kommentare

09.11.2017, 09.37 Uhr
Sonntagsradler 2 | Haben die Wolfsliebhaber der Wölfin nicht erklärt
das wen sie trolig ist die Finger von den ibei den Menschen lebenden rüden lassen soll.;-)
In Übrigen wird das wohl nicht der einzige Fall bleiben. Es sei den unsere Wolfspezialisten reden noch mal ein ernsthaftes Wort mit ihren Schützlingen. Probieren kann mann es ja mal :-)
Der Worbiser bärenpark kann sich bestimmt noch über mehr Schützlinge freuen.
Es sei den die vielen Hundebesitzer werden aufgefordert Ihre Hunde sterilisieren zu lassen es kann ja immer mal vorkommen das ein Hund ausbüchst. Wie heißt so schön und ewig lockt die hündin.
Also es gibt viel zu Ton packen sie es an. ;-))))
09.11.2017, 10.18 Uhr
Pe_rle | Wölfe
wer hat eigendlich die Wölfe gefragt ob die das so wollen ???
Der Mensch mischt sich in alles rein,er sieht sich als Weltverbesserer,aber damit wird er kläglich scheitern
weiter so ,die Quittung kommt
Ich kann mich noch daran erinnern als man die Wölfe wieder willkommen geheißen hat
09.11.2017, 10.35 Uhr
Lisah | Was erzählt die Frau für einen Quatsch?
"...Zunächst versuchen wir, den Nachwuchs zu fangen und artgerecht in Worbis unterzubringen..."

Artgerechte Unterbringung in einem abgeschlossenen Gehege? Daran ist nichts artgerecht. Selbst das Gehege müßte noch einmal unterteilt werden in Bären- und Hybrid-Wolfsteil. Sonst fressen die sich gegenseitig auf. Das wäre dann allerdings, bis auf den Zaun, wirklich artgerecht.
09.11.2017, 10.45 Uhr
Lisah | Lisah
Erst mal informieren. Im Bärenpark Worbis leben Wölfe und Bären seit Jahren in einem Gehege zusammen. Und leben immer noch.
09.11.2017, 11.14 Uhr
Lisah | Witzbold
richtig, "...leben noch..."

A) Sind das Hybride
B) Wurden schon einige Wölfe von Bären in Gehegen totgebissen, zum Beispiel 2013 bei Heilbronn
C) gehen sich diese Tiere in freier Wildbahn aus dem Wege

Soviel zur Informiertheit!
09.11.2017, 11.28 Uhr
Sonntagsradler 2 | Wolfliebhaber
Der Bärenpark kann sich bestimmt bald über nachschub aus Rumänien freuen.

Umsiedlung von 140 Bären und 97 Wölfen

In Suchleiste eingeben: Bären in Rumänien.
Elf Bären in rumänischem Bergdorf auf Futtersuche
Also Wolfsfreunde jetzt gibt es Arbeit
09.11.2017, 12.15 Uhr
Jürgen Wiethoff | Der/Die mit dem Wolf tanzt
Ich möchte noch einmal auf die Fragen unter http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=222575 verweisen.

Hier wird (mit unseren Steuergeldern) ein Einzelfall erst mal versuchsweise gelöst. Ein Einzelfall, von dem die Experten noch vor 12 Monaten verlauten ließen, dass er ja soooooo selten vorkomme. Dafür fehlt mir und einem Großteil meiner Bekannten jedes Verständnis.
Noch einmal gefragt: Wie sieht die nachhaltige Lösung des Problems aus? Was passiert, wenn der Hybridvater mal ein großer Schäferhund ist? Was passiert, wenn das erste Menschenopfer zu beklagen ist?
Alles dann bedauerliche Einzelfälle?
09.11.2017, 13.59 Uhr
N. Baxter | Stichwort: Einzelfall
das sollte Wort des Jahres werden!

Fragen Sie doch mal die GRUENEN - dieses sowie andere aktuelle "bedauerliche Einzelfälle" beruhen fast nur auf deren Ideen und Wahn!
09.11.2017, 15.10 Uhr
Paulinchen | Wo von ernähren sich Wölfe?
"Lesch`s Kosmos" ZDF v. 07.11.2017, der Wolf hat keine natürlichen Feinde in Europa.
Nachgestellte(!) Filmszene in dieser Sendung: Ein Wolf nimmt Witterung auf, weil in seine Nase ein wohlriechender Duft gelangt. Er begibt sich auf die Verfolgung dieser Duftspur. Gelangt an ein Randgrundstück, peilt die Lage und in der Küche des Hauses zieht die Frau ein Backblech aus dem Ofen, mit Plätzchen. Diese stellt sie zum Abkühlen ins offene Fenster. Der Wolf gelangt über den am Haus aufgestapelten Holzvorrat an das offene Fenster und freut sich über diese "Köstlichkeiten". Gestern ein Foto in einer Tageszeitung: Ein toter Wolf liegt am Zaun einer Straußenfarm. Einmal nicht aufgepasst und er wurde, noch vor dem geplanten Schmaus, Opfer eines Verkehrsunfalls. Kollision mit einem Auto.
Warum kommen die Wildschweine in die Stadtrandgebiete? Prof. Lesch - nein, die Tiere kommen nicht in die Städte. Die Menschen kommen in die Wälder! Wir holzen die Wälder weg, bauen unsere Prunkhäuser dort hin und füttern mit unserem Müll die Waschbären, Wildschweine, Füchse und jetzt auch noch die Wölfe. 60 Rudel Wölfe ziehen vom Osten her durch unser Land. Und es werden immer mehr! Die Wildschweine haben eigentlich pro Jahr nur einen Wurf, mit max. 4 Frischlingen. Heute aber, hat sich das Wildschwein hat den reichlich gedeckten Tisch derart gewöhnt, dass sie teilweise drei mal werfen und manchmal bis zu 7 Frischlinge auf die Welt bringen. Abschuss - Fehlanzeige, in Ortsnähe darf kein Schuss fallen.
Fuchs und Wolf, sind angeblich scheu. Doch wenn sie richtig Hunger haben, so Prof. Lesch, ist es mit der Scheu vorbei. Dabei kommt der Fuchs allein, aber ein Wolf kommt selten allein! Spielende Kinder hätten null Chancen gegen einen oder mehrer Wölfe.
Frage an die Wolfshüter/Freunde: "Weshalb haben unsere Vorfahren wohl den Wolf einst so lange gejagt, bis er ausgerottet war?" Waren die etwa intelligenter damals, wie wir heute? Vorschlag - jagen Sie liebe Wolfsfreunde lieber die Zecken, auch ein Tier, was der Mensch nicht braucht. Es gibt wohl nur einen Vogel, der pickt auch die Zecke weg.

Ach ja, dass hätte ich beinahe vergessen. Wo sind denn die dichten, gesunden Wälder, wo sich die Wölfe von kranken und schwachen Tieren ernähren können? Vielleicht bringen Sie mal den Wölfen bei, wie sie sich an einer Ampel verhalten müssen. Denn die benötigen wir demnächst in unseren Wäldern, damit die Holzfäller an Wegekreuzungen mit ihren Fahrzeugen nicht verunfallen.
09.11.2017, 15.20 Uhr
Zukunft | Lisha
Erst mal informieren. Im Bärenpark Worbis leben Wölfe und Bären seit Jahren in einem Gehege zusammen. Und leben immer noch.

https://www.baer.de/projekte/alternativer-baerenpark-worbis
09.11.2017, 15.29 Uhr
Andreas Dittmar | Die Grünen
So lange man Schäden durch den Wolf gegen Schäden bei Wildunfällen im Straßenverkehr aufrechnet und ja sogar darauf hofft mit dem Wolf die Wildbestände im Wald natürlich zu regulieren und hier ein sehr sehr wichtiges Detail vergisst, nämlich Besiedlungsdichte und die leichtere Erreichbarkeit von Nutztierbeständen, wird es immer noch Deppen geben, die für eine Wiederbesiedlung mit Wölfen ordentlich die Trommel rühren. Wenn sowas dann noch gefördert wird, kann man echt hoffen, das diese Partei nicht nur in die Opposition, sondern unter die 5% Hürde kommt und der Politik von Außen zuschauen darf. Vom Biosphährenreservat über die Natura 2000 (Artikel weiter unten ist echt lesenswert !!) zu den Wolfsgeschichten....bis jetzt sehe ich keinen Mehrwert für die Menschen
18.11.2017, 00.56 Uhr
Andreas Dittmar | Was tun wenn man einem Wolf begegnet ?
t-online Waldspaziergang gibt Tips
Was tun wenn man einem Wolf begegnet ?
Das Tier ruhig beobachten, es nicht bedrängen und langsam den Rückwärtsgang einlegen. Soweit würde ich sagen : Da kann man noch mitgehen.
Aber jetzt der Hammer : Wenn man sich unwohl fühlt, soll man in die Hände klatschen und laut rufen. Auch Fotos aus der Ferne machen ist erlaubt.
Nicht vergessen, die Beobachtung der zuständigen Behörde im Landratsamt melden. Gut wenn man das noch kann, dann ist das bestimmt nicht verkehrt.
Ob das bei Hybriden auch funktioniert und woran man diese erkennt erwähnt der Artikel nicht.


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18.11.2017, 09.23 Uhr
Wolfi65 | Das ist doch nicht so schlimm
Der Wolf in Deutschland ist doch nicht so gefährlich wie anderswo.
Meistens haben sich die Wölfe hier schon an der letzten auf dem Weg liegenden Schafweide durch ein Festessen geweidet.
Dadurch scheidet in den meisten Fällen der zufällig vorbeikommende Wanderer als Hauptspeise aus.
Man sollte vielleicht doch nicht durch Händeklatschen auf sich aufmerksam machen, denn dann könnte es sich das Wolfsrudel vielleicht doch anders überlegen und zur Tat schreiten.
Ich würde vorschlagen, noch ein paar andere Wildtiere in Deutschland auszusetzen.
Vielleicht ein paar Braunbären und oder ein paar Berglöwen.
Dann hätte der Mensch auch wieder ein paar natürliche Feinde und die Population würde ein wenig eingeschränkt.
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