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Sa, 07:24 Uhr
16.12.2017
Stiftung für Bären Leinefelde-Worbis

Das Märchen vom Artenschutz

Die STIFTUNG für BÄREN mit Sitz in Worbis lehnt die Zucht von Wildtieren in Zoos ab. Artenschutz kann nicht nur künstlich betrieben werden, der Erhalt der Lebensräume ist viel wichtiger. Aktuelle Vorfälle zeigen Folgen der Zucht. Hier lesen Sie, warum....

Seit über zwanzig Jahren nehmen sich die Experten STIFTUNG für BÄREN dem Leid misshandelter Wildtiere an. Eine Großzahl der vierbeinigen Opfer stammt aus deutschen Zoo- und Tierparkbetrieben. Viele von ihnen sind so genannte „Wegwerftiere“, also Tiere, die das Feld räumen müssen, um für jüngere Exemplare Platz zu schaffen.
Die Attraktivität von Jungtieren ist wirtschaftlich interessanter als die Unterbringung von Alten. Ein Braunbär in Gefangenschaft kann bis zu 40 Jahre alt werden. Welcher zoologische Betrieb wartet allerdings 40 Jahre, bis er den Besuchern „neue“ Welpen präsentieren kann? Die tägliche Arbeit in den Tierschutzprojekten der STIFTUNG zeigt: viele Tierquälereien könnten verhindert werden, wenn die inflationäre Zucht aufhören würde.

Offiziell, obwohl es sehr offensichtlich ist, wird die Zucht allerdings nicht mit Wirtschaftlichkeit, sondern mit Artenschutz begründet. Zum Beispiel beim Eisbär. In den vergangenen Tagen sorgten Bilder von verhungerten Eisbären für einen medialen Aufschrei. Letzte Woche wurde hingegen in Berlin ein Eisbärwelpe im Zoo geboren. Ein Pluspunkt für den Artenschutz? Nein, die Fakten sehen anders aus: Ein Eisbär kann nie artgerecht gehalten werden.

Die Zucht von Eisbären in Zoos bringt für den Artenschutz gar nichts, denn weder können die Tiere ausgewildert werden, noch rettet es deren Lebensraum. Artgerecht ist nur die Natur und diese wird systematisch von Menschen zerstört. Wir können nicht die Natur durch die Nachzucht von Tieren in Zoos retten.

Wie lange wird das Märchen vom Artenschutz im Zoo noch erzählt?

Tonja, frisch gebackene Eisbärenmutter aus Berlin, hat bereits drei Welpen verloren. Eines beim aktuellen, zwei andere im vergangenen Wurf. Selbst wenn der jetzige Nachwuchs überleben sollte, wartet auf das unschuldige Tier ein Leben hinter Gittern. In Dänemark wurden hingegen zwei gesunde Braunbären eingeschläfert. Begründet dadurch, dass die Gehege ungenügend seien, dass sie genetisch wichtigeren Zuchttieren den Platz nehmen und dass die Nachfrage nach alten Tieren gering sei.

Die beiden waren 20 und 21 Jahre alt. Es geht nicht um Arterhaltung, sondern einzig und allein um die Attraktivität für die Besucher. So wird das Artensterben in der freien Wildbahn nicht aufgehalten.

Prof. Dr. Wolfgang Rohe, Mitglied des Kuratoriums der STIFTUNG für BÄREN: „Erhaltungszuchtprogramme haben nur dann einen Sinn, wenn die Grundlagen in den Lebensräumen gesichert sind, alles andere ist eine rein kommerzielle Sache für die Zoos.“
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