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So, 20:01 Uhr
10.06.2018
Heilbad Heiligenstadt

Wiederholungsabend für "Pleitgenflme" geplant

Am 25. Mai hatte der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde in Kooperation mit dem Arbeitskreis Kulturfreitag eingeladen, an dem die Gäste des Abends auf eine Zeitreise gehen konnten. Das Thema sorgte für einen vollen Saal. Da das Interesse so groß war, soll der Abend wiederholt werden.....

Besucher Kulturfreitag (Foto: Christian Stützer)
Dieser erste gemeinsam gestaltete Abend war ein voller Erfolg, denn mit 100 Zuschauern war dies die am besten besuchte Veranstaltung des Kulturfreitages in diesem Jahr. Die Besucher dieses Abends konnten sich gemeinsam mit den Veranstaltern auf eine Zeitreise begehen.

Eine Zeitreise in vor nunmehr 36 Jahren, als Fritz Pleitgen in den Wintermonaten des Jahres 1981/ 1982 als damaliger Korrespondent des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Ost-Berlin gemeinsam mit Lutz Lehmann eine Drehgenehmigung erhalten hatte, um das Eichsfeld zu besuchen und vor allem aber in filmischen Sequenzen festhalten zu dürfen.

Eine im Vorfeld beantragte Drehgenehmigung in den Sommermonaten wurde ihm jedoch verweigert. Fritz Pleitgen beschrieb dies bei einem Besuch im Eichsfeld vor 11 Jahren einmal so, dass die erteilte Drehgenehmigung in den Wintermonaten mehr oder weniger dazu führen sollte, dass sie das Interesse an der Gegend und dem Vorhaben verlieren sollten.

Dies war aber nicht der Fall! Pleitgen interessierte sich für die Gegend und nutzte die ihm nun gebotene Möglichkeit. So wurde im Laufe des Jahres 1982 im westdeutschen Fernsehen der von Fritz Pleitgen und Lutz Lehmann gedrehte Dokumentarfilm „Wo die DDR katholisch ist - Von Klöstern und Kombinaten im Eichsfeld“ ausgestrahlt.

Pleitgenfilm (Foto: Christian Stützer)
Dieser besondere Filmabend im Alten Rathaus bedeutet aber auch ein Wiedersehen in vereinzelten Sequenzen mit einer Reihe von Persönlichkeiten, die Heilbad Heiligenstadt und das Eichsfeld in den Jahren der DDR und darüber hinaus geprägt haben. Dies waren beispielsweise die Patres Wolfgang Schwickerath und Helmut Fritscher vom Heiligenstädter Redemptoristenkloster, das Gründungsmitglied des Heiligenstädter Geschichts- und Museumsvereins Rudolf (Rudi) Lucas, die Schwestern der Heiligenstädter Schulschwestern Sr. Maria Magdalena, Sr. Ancilla Regis und Sr. Margret. Aber auch Msgr. Josef Kesting und Sr. Auräa von den Bergschwestern, die in die achtziger Jahren und darüber hinaus die Verantwortung für die „Jungs“ im Heiligenstädter Raphaelsheim trugen.

Eine in unseren heutigen Tagen nicht zu unterschätzende Aufgabe seinerzeit. Zu nennen wäre noch Elmar Golland, der viele Jahre seine Zeit und vor allem sein Herzblut der Eichsfelder Geschichte widmete und dem Vorstand des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde für viele Jahre angehörte.

Eine für damalige Verhältnisse nicht ganz „ungefährliche“ Gedankenäußerung eines Südeichsfelders war es, als er gefragt wurde: „Haben sie denn noch die Hoffnung, dass sie das mal wieder können?“ Gemeint war dies im Bezug auf das frühere selbstverständliche Fahren nach Eschwege, er ganz selbstbewusst antwortete: „Selbstverständlich kommt das Mal, ob wir das erleben, das ist ne Frage der Zeit, aber es kommt mal.“

Nachdem diese 1982 auf der Straße gemachte Vorhersage eingetroffen war, hatte es sich Fritz Pleitgen genau 25 Jahre später zur Aufgabe gemacht, die Orte seines damaligen Filmdrehs erneut aufzusuchen, um somit die Veränderungen in dieser einzigartigen Landschaft in der Mitte des nun wiedervereinten Deutschlands seinem breiten Publikum aufzuzeigen.

Damit wurde im Jahr 2007der „neue“ Dokumentarfilm „Mitten in Deutschland - Nowosibirsk ist nicht mehr“ erstmalig im deutschen Fernsehen gesendet. Nun konnten die Besucher des Alten Rathauses vor vollem Hause die Wandlung unseres Landstriches innerhalb von einem Vierteljahrhundert nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erleben. Mit Sequenzen aus seiner Dokumentation aus dem Jahr 1982 und dem Vergleich an selber Stelle trat er den Beweis an, dass Nowosibirsk nicht mehr ist.

Da dieser besondere Filmabend bereits am Morgen des Kulturfreitages restlos ausgebucht war, haben sich die beiden Veranstalter bereits darüber verständigt, dass ein Wiederholungsabend angeboten wird. Somit haben alle Interessierten eine weitere Möglichkeit am Freitag, dem 2. November 2018 um 19.30 Uhr im Saal des Alten Rathauses in der Ratsgasse 9 in Heilbad Heiligenstadt den Abend „Zwischen zwei Welten - Das Eichsfeld in Dokumentarfilmen von Fritz Pleitgen“ zu erleben.

Der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde e.V. und der Arbeitskreis des Kulturfreitags der Stadt Heilbad Heiligenstadt würden sich sehr freuen, auch an diesem Abend wieder viele Interessierte begrüßen zu können.
Christian Stützer
Verein für Eichsfeldische Heimatkunde


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