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Fr, 11:46 Uhr
22.06.2018
Begleitung in die neue Zeit

Für das Leben danach...

Das Verbüßen einer Haftstrafe ist für die Betroffenen und Angehörigen oftmals ein schwerer Einschnitt im Leben. Doch einige Probleme, die können sich vor allem nach der Haftentlassung noch verstärken...

Für das Leben danach (Foto: jraffin/pixabay,com)
Gerade für Intensiv- und Wiederholungstäter ist es besonders schwer. Hier hilft seit diesem Jahr das „Professionelle Übergangsmanagement für Inhaftierte und Haftentlassene in Thüringen“, kurz PÜMaS genannt.

Nach einer Modellphase im Raum Erfurt, die Ende 2017 endete, hat das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz grünes Licht für die Ausweitung auf alle Regionen des Freistaates gegeben. Für die Übernahme der Betreuung im Bereich Nordthüringen wurde der Horizont-Verein in Nordhausen beauftragt. Es gibt Außenstellen in allen vier Nordthüringer Landkreisen mit Büros in Heiligenstadt, Leinefelde, Mühlhausen, Bad Langensalza sowie in Sondershausen und natürlich auch in Nordhausen.

Carolin Krause und Peter Schadowsky aus dem Fachbereich Sozial Integrative Dienstleistungen sind hier sowohl für die Haftentlassenen selbst als auch deren Angehörigen die kompetenten Ansprechpartner. Zu erreichen sind sie über Handy (0178 4151423 bzw. 0178 4151431).

Die Betreuung startet nicht erst mit dem Tag, da jugendliche, heranwachsende und erwachsene Inhaftierte entlassen werden, ihre Arbeit beginnt bereits bis zu einem halben Jahr davor. Es geht darum, die Inhaftierten auf das Leben in Freiheit vorzubereiten. „Resozialisierungsmanager“ ist die offizielle Bezeichnung für die beiden Sozialarbeiter und das trifft wohl auch den Punkt.

In den Thüringer Haftanstalten werden erste Kontakte geknüpft, anhand einer Anamnese mögliche Problemlagen erörtert und die Weichen für „die Zeit danach“ gestellt. Hierzu zählen u.a. die Wohnraumsuche, der Kontakt zu Ämtern und Behörden oder auch die Unterstützung im Bewerbungsverfahren.

Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig. Ausgeschlossen von der Betreuung nach Haftende sind Strafgefangene mit einer Führungs- und Bewährungsaufsicht.

Die Arbeit mit den Betroffenen kann mitunter auch erst nach der Haftentlassung beginnen und endet auf jeden Fall ein halbes Jahr danach. Bis Ende 2018 ist das Projekt erst einmal geplant, eine Fortsetzung ist in Aussicht gestellt und erste Signale aus Erfurt gibt es. In Erfurt, Gera und Suhl befinden sich weitere PÜMaS-Büros, die bei den Trägern „Grone-Bildungszentren Thüringen“ und „bfw“ angesiedelt sind.
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Kommentare

22.06.2018, 12.39 Uhr
Wolfi65 | Das ist ja eine feine Sache
Wenn man das hier so liest, könnte man zu dem Schluss kommen, dass für ehemalige Häftlinge alles in Butter ist.
Die Realität sieht oftmals anders aus.
Die Betroffenen werden allein gelassen mit allen Problemen.
Die Briefkästen sind dann wieder voll mit Zahlungsaufforderungen und Drohungen bei nicht Reagieren von Auflagen.

Da dreht schnell mal einer durch und der Nächste, der dem ex Häftling über den Weg läuft, ist dann dran.
Und der vermeintlich Unschuldige bekommt dann den ganzen Frust ab, den andere verursacht haben.
In vielen Fällen spielt dann noch die vergebliche Suche nach einem Arbeitsplatz eine große Rolle.
Da helfen die Durchhalteparolen von Bewährungshelfern und Sozialarbeitern wenig.
Am Ende hat der sogenannte Probant die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Aber mehr kann man auch nicht von einem Scheinrechtstaat und seiner zugehörigen Justiz verlangen.
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