Fr, 13:56 Uhr
10.08.2012
Protestplakate sollen weg
14 000 Fahrzeuge rollen täglich durch die kleine Gemeinde Kallmerode. Jahrelang schon hoffen die Einwohner auf eine Ortsumgehung und machen ihrem Ärger in vielen Protestplakaten mit eindeutigen Meinungen Luft. Das passt natürlich einigen Kommunalpolitikern nicht....
Am letzten Augustwochenende findet auf dem Sportplatzgelände unmittelbar neben der Straße der große und schon traditionelle Bauernmarkt statt, wo rund 15 000 Besucher erwartet werden. Die meisten von ihnen fahren an den Schildern, Bannern und Plakaten vorbei. Landrat Werner Henning wünscht nun, dass der Streit um die Umgehung beigelegt wird und die Protestplakate verschwinden.
In einem offenen Brief hat er sich jetzt an den Gemeinderat und die Bürgermeisterin von Kallmerode gewendet: Landrat Dr. Werner Henning positioniert sich zur der Frage Wie weiter?: Es macht heute keinen Sinn mehr, nach Begründungen für die auf den Plakaten abgebildeten Standpunkte zu fragen. Als Realität sollte zur Kenntnis genommen werden:
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Weise,
meine sehr verehrten Damen und Herren des Gemeinderates, über das große Thema Ortsumfahrung Kallmerode ist über viele Jahre mit rationalen und emotionalen Argumenten äußerst intensiv diskutiert worden. Austragungsort dessen wurde nahezu ausschließlich eine allgemeinpoltische Bühne. Dieser wurden Argumentationsmuster und Sprache entlehnt und sind auf den Plakaten rechts und links der Ortsdurchfahrt zahlreich zu sehen.
Mit der Frage ihrer inhaltlichen und sprachlichen Berechtigung will ich mich hier bewusst nicht beschäftigen. Das ist in der zurückliegenden Zeit ausreichend geschehen. Vielmehr möchte ich mir die Bitte an Sie erlauben, noch einmal gründlich zu überlegen, ob die Form des hier ausgetragenen Streites nicht längst die Lebenswirklichkeit im eigenen Dorf zusätzlich negativ beeinflusst. Der Passant ist, wenn auch geschwindigkeitsbegrenzt, letztendlich doch schnell durch den Ort hindurch gefahren.
Der hier lebende Bürger kann sich der auf den Plakaten abgebildeten Realitätsbeschreibung kaum oder gar nicht entziehen und dies‘ ungeachtet der Frage, was er selbst zu den plakatierten Ansichten sagen würde. Die Antwort wird ihm in so großen Buchstaben und allerletzten Wahrheitsbeanspruchungen äußerst schrill vorgegeben, dass es schon eines großen Mutes bedürfen würde, gegen die hier umgesetzte Form einer im Dorfnamen geführten Auseinandersetzung hörbar anzufragen.
Im Grunde beklage ich, dass hier einem ganzen Dorf über einen sehr langen Zeitraum ein sehr verengtes und bedrohlich wirkendes Abbildungsmuster von unbefriedigenden Gegebenheiten zugemutet wird, welchem sich der einzelne gar nicht mehr entziehen kann. Ich fürchte, dass all dieses letztendlich das Dorf an sich mehr nachteilig verändert, als dass hierüber - im Sinne der Sache - noch etwas bewirkt werden könnte. Am besten wäre es deshalb für das Dorf, wenn man sich hier einig werden würde, die Plakate allesamt - ohne Wenn und Aber - einfach abzubauen. Alles Andere macht den schon entstandenen Schaden nur noch größer.
Kommunalpolitisch gesehen bewegen wir uns hierbei in einem Bereich, für dessen Wahrnehmung Bürgermeister und Gemeinderat verantwortlich sind, die ausschließlich ein Mandat haben, für die Gemeinde an sich zu handeln.
Von außen wird das niemand leisten oder Ihnen abnehmen. Ich möchte Sie deshalb ganz herzlich darum bitten, sich mit dieser Fragestellung zu beschäftigen und durch eine entsprechende Willenserklärung des Gemeinderates zu artikulieren, um so dem gesellschaftlichen Frieden im Dorf zu dienen.
Autor: enAm letzten Augustwochenende findet auf dem Sportplatzgelände unmittelbar neben der Straße der große und schon traditionelle Bauernmarkt statt, wo rund 15 000 Besucher erwartet werden. Die meisten von ihnen fahren an den Schildern, Bannern und Plakaten vorbei. Landrat Werner Henning wünscht nun, dass der Streit um die Umgehung beigelegt wird und die Protestplakate verschwinden.
In einem offenen Brief hat er sich jetzt an den Gemeinderat und die Bürgermeisterin von Kallmerode gewendet: Landrat Dr. Werner Henning positioniert sich zur der Frage Wie weiter?: Es macht heute keinen Sinn mehr, nach Begründungen für die auf den Plakaten abgebildeten Standpunkte zu fragen. Als Realität sollte zur Kenntnis genommen werden:
- Baurecht besteht
- Baubeginn frühestens nach 2015
- Erwartungshaltungen vor Ort sind ausreichend vorgetragen
- Umsetzungsträger des Projektes ist das Landesstraßenbauamt Nordthüringen in Leinefelde
- Es gibt keinen Grund, die immer wieder abgegebenen Zusicherungen des schnellstmöglichen Baubeginns durch das Landesstraßenbauamt weiter in Frage zu stellen.
- Abbau aller Plakate als Zeichen für ein neues konstruktives Miteinander aller beteiligten Kräfte
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Weise,
meine sehr verehrten Damen und Herren des Gemeinderates, über das große Thema Ortsumfahrung Kallmerode ist über viele Jahre mit rationalen und emotionalen Argumenten äußerst intensiv diskutiert worden. Austragungsort dessen wurde nahezu ausschließlich eine allgemeinpoltische Bühne. Dieser wurden Argumentationsmuster und Sprache entlehnt und sind auf den Plakaten rechts und links der Ortsdurchfahrt zahlreich zu sehen.
Mit der Frage ihrer inhaltlichen und sprachlichen Berechtigung will ich mich hier bewusst nicht beschäftigen. Das ist in der zurückliegenden Zeit ausreichend geschehen. Vielmehr möchte ich mir die Bitte an Sie erlauben, noch einmal gründlich zu überlegen, ob die Form des hier ausgetragenen Streites nicht längst die Lebenswirklichkeit im eigenen Dorf zusätzlich negativ beeinflusst. Der Passant ist, wenn auch geschwindigkeitsbegrenzt, letztendlich doch schnell durch den Ort hindurch gefahren.
Der hier lebende Bürger kann sich der auf den Plakaten abgebildeten Realitätsbeschreibung kaum oder gar nicht entziehen und dies‘ ungeachtet der Frage, was er selbst zu den plakatierten Ansichten sagen würde. Die Antwort wird ihm in so großen Buchstaben und allerletzten Wahrheitsbeanspruchungen äußerst schrill vorgegeben, dass es schon eines großen Mutes bedürfen würde, gegen die hier umgesetzte Form einer im Dorfnamen geführten Auseinandersetzung hörbar anzufragen.
Im Grunde beklage ich, dass hier einem ganzen Dorf über einen sehr langen Zeitraum ein sehr verengtes und bedrohlich wirkendes Abbildungsmuster von unbefriedigenden Gegebenheiten zugemutet wird, welchem sich der einzelne gar nicht mehr entziehen kann. Ich fürchte, dass all dieses letztendlich das Dorf an sich mehr nachteilig verändert, als dass hierüber - im Sinne der Sache - noch etwas bewirkt werden könnte. Am besten wäre es deshalb für das Dorf, wenn man sich hier einig werden würde, die Plakate allesamt - ohne Wenn und Aber - einfach abzubauen. Alles Andere macht den schon entstandenen Schaden nur noch größer.
Kommunalpolitisch gesehen bewegen wir uns hierbei in einem Bereich, für dessen Wahrnehmung Bürgermeister und Gemeinderat verantwortlich sind, die ausschließlich ein Mandat haben, für die Gemeinde an sich zu handeln.
Von außen wird das niemand leisten oder Ihnen abnehmen. Ich möchte Sie deshalb ganz herzlich darum bitten, sich mit dieser Fragestellung zu beschäftigen und durch eine entsprechende Willenserklärung des Gemeinderates zu artikulieren, um so dem gesellschaftlichen Frieden im Dorf zu dienen.