Fr, 20:14 Uhr
07.09.2012
Mit der Harfe auf dem Rücken"
Ein altes Klingerdilm (Harfenmädchen) betritt die Bühne. Sie ist etwas irritiert, weil das Publikum so ruhig und andächtig dort sitzt und lauscht. Sie ist es gewohnt in Wirtshäusern und auf Jahrmärkten zu spielen...
Doch langsam fängt sie an ihre Harfe zu spielen und ihre Lieder dazu zu singen. Sie erzählt aus ihrem bewegten Leben als Wandermusikantin - von ihrem Schicksal, ihrer Liebe und ihren Enttäuschungen.
Nancy Thym und Thilo Viehrig (Foto: Privat)
Nancy Thym erweckt zum Benefizkonzert am 15. September um 19.30 Uhr in der Ohmberghalle die Klingerdilms – die Harfenmädchen aus Hundeshagen - zu neuem Leben. Durch alte Zeitungsartikel, Archivbestände und Feldaufnahmen sowie eigene Forschung in Hundeshagen direkt ist es ihr gelungen, Lieder der Wanderharfenistinnen ausfindig zu machen und ein Bild von ihrem Leben zu zeichnen.
Oft reisten Ehepaare zusammen, die Frau an der Harfe, der Mann an der Geige und so wird auch Nancy Thym von Thilo Viehrig an der Geige begleitet. In Kostümen der Zeit entführen sie in vergangene Zeiten, und ein Teil Musikgeschichte wird wieder lebendig.
Im 18. und 19. Jahrhundert waren sie in Europa eine häufige Erscheinung: die "Harfenmädchen", "Harfenjulen" und Wanderharfner, die an Straßenecken, auf Jahrmärkten und in Wirtshäusern ihre Musik für ein paar Kreuzer zum Besten gaben. Goethe setzte ihnen beispielsweise ein Denkmal mit seinem Harfner in Wilhelm Meister.
Aus Begeisterung für sein Können komponierte Mozart ein Stück für einen Wirtshausharfner in Prag. Maler der Romantik, wie z.B. Ludwig Richter, setzten sie in ihre Bilder. Die Harfen der Wanderharfner waren keine Pedalharfen sondern leichte, tragbare sog. "Hakenharfen".
Am Hals der Harfe waren kleine Metallhaken angebracht. Durch Drehen eines Hakens gegen eine Saite konnte diese Saite um einen halben Ton erhöht werden. Preßnitz im Erzgebirge war im 19. Jahrhundert das Zentrum der Wanderharfenistinnen oder Harfenmädchen. Von dort aus gelang die Tradition nach Hundeshagen im Eichsfeld und nach Salzgitter.
Anfang des 20. Jahrhunderts ging das Wandern mit der Harfe in Böhmen und Salzgitter nach und nach zu Ende. Nur in Hundeshagen blieb die Tradition erhalten; die Harfenmädchen schlichen über die Grenze, um im Westen zu musizieren, bis 1961 die Grenze undurchdringlich wurde.
Lieder und Leben der Hundeshagener Harfenmädchen
mit Nancy Thym, Harfe, Gesang, Erzählung und Thilo Viehrig, Barockgeige
Freitag, 14.09.2012 um 15.00 Uhr Ausstellungseröffnung "Mit der Harfe auf dem Rücken – Harfenmädchen aus Böhmen und dem Eichsfeld im 19. Jh. im Haus Gülden Creutz Worbis
Ausstellungsdauer: 14.09. – 30.09.2012
Autor: enDoch langsam fängt sie an ihre Harfe zu spielen und ihre Lieder dazu zu singen. Sie erzählt aus ihrem bewegten Leben als Wandermusikantin - von ihrem Schicksal, ihrer Liebe und ihren Enttäuschungen.
Nancy Thym und Thilo Viehrig (Foto: Privat)
Nancy Thym erweckt zum Benefizkonzert am 15. September um 19.30 Uhr in der Ohmberghalle die Klingerdilms – die Harfenmädchen aus Hundeshagen - zu neuem Leben. Durch alte Zeitungsartikel, Archivbestände und Feldaufnahmen sowie eigene Forschung in Hundeshagen direkt ist es ihr gelungen, Lieder der Wanderharfenistinnen ausfindig zu machen und ein Bild von ihrem Leben zu zeichnen.
Oft reisten Ehepaare zusammen, die Frau an der Harfe, der Mann an der Geige und so wird auch Nancy Thym von Thilo Viehrig an der Geige begleitet. In Kostümen der Zeit entführen sie in vergangene Zeiten, und ein Teil Musikgeschichte wird wieder lebendig.
Im 18. und 19. Jahrhundert waren sie in Europa eine häufige Erscheinung: die "Harfenmädchen", "Harfenjulen" und Wanderharfner, die an Straßenecken, auf Jahrmärkten und in Wirtshäusern ihre Musik für ein paar Kreuzer zum Besten gaben. Goethe setzte ihnen beispielsweise ein Denkmal mit seinem Harfner in Wilhelm Meister.
Aus Begeisterung für sein Können komponierte Mozart ein Stück für einen Wirtshausharfner in Prag. Maler der Romantik, wie z.B. Ludwig Richter, setzten sie in ihre Bilder. Die Harfen der Wanderharfner waren keine Pedalharfen sondern leichte, tragbare sog. "Hakenharfen".
Am Hals der Harfe waren kleine Metallhaken angebracht. Durch Drehen eines Hakens gegen eine Saite konnte diese Saite um einen halben Ton erhöht werden. Preßnitz im Erzgebirge war im 19. Jahrhundert das Zentrum der Wanderharfenistinnen oder Harfenmädchen. Von dort aus gelang die Tradition nach Hundeshagen im Eichsfeld und nach Salzgitter.
Anfang des 20. Jahrhunderts ging das Wandern mit der Harfe in Böhmen und Salzgitter nach und nach zu Ende. Nur in Hundeshagen blieb die Tradition erhalten; die Harfenmädchen schlichen über die Grenze, um im Westen zu musizieren, bis 1961 die Grenze undurchdringlich wurde.
Lieder und Leben der Hundeshagener Harfenmädchen
mit Nancy Thym, Harfe, Gesang, Erzählung und Thilo Viehrig, Barockgeige
Freitag, 14.09.2012 um 15.00 Uhr Ausstellungseröffnung "Mit der Harfe auf dem Rücken – Harfenmädchen aus Böhmen und dem Eichsfeld im 19. Jh. im Haus Gülden Creutz Worbis
Ausstellungsdauer: 14.09. – 30.09.2012