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So, 12:35 Uhr
16.09.2012

Bischof predigte vor 8.000 Pilgern

Ein Jahr nach dem Papstbesuch hat Bischof Joachim Wanke bei der Erfurter Bistumswallfahrt an den Aufenthalt von Benedikt XVI. in Thüringen erinnert...


"Was die Festfreude der Gläubigen und die Herzlichkeit der Aufnahme unseres Gastes aus Rom betraf, konnten wir uns durchaus mit anderen Regionen unseres Vaterlandes messen. Papst Benedikt hat diese Herzlichkeit sehr gespürt und in seinem Dankesbrief an mich hervorgehoben. Gern gebe ich diesen Dank an Sie alle und die vielen Helferinnen und Helfer von damals weiter", sagte der Bischof vor 8.000 Wallfahrern, die unter dem Leitwort "Im Vertrauen unterwegs" in die Landeshauptstadt gepilgert waren.

In seiner Predigt erläuterte Wanke das Wallfahrtsmotto: "Wir sind und bleiben unterwegs - als Völkergemeinschaft, als Gesellschaft in diesem Land, auch als Kirche. Aber - und das unterscheidet uns als Gläubige von jenen, die nicht an Gott glauben, wir sind mit Vertrauen unterwegs." Nach 22 Jahren politischer Freiheit in den Neuen Bundesländern stellt sich für Wanke die Frage, wo man heute stehe. "Wir erleben, dass viele die neuen persönlichen und gesellschaftlichen Freiheiten als Beliebigkeit verstehen", diagnostizierte er.

Meinungsfreiheit könne aber nicht bedeuten, ungehindert extremistisches Gedankengut propagieren zu dürfen. Man könne auch nicht beliebig mit den fundamentalen Gegebenheiten des menschlichen Lebens umgehen. "Ehe sollte Ehe bleiben und nicht als Begriff auf alle möglichen Verbindungen von Menschen angewendet werden. Und ich füge ausdrücklich angesichts der gewachsenen biotechnischen Möglichkeiten hinzu: Der unbedingte Schutz des menschlichen Lebens an seinem Anfang und an seinem Ende ist ebenfalls nichts Beliebiges, das man anderen Interessen unterordnen kann. Das menschliche Leben muss eine Gabe bleiben, über die der Geber verfügt, nicht wir", mahnte der Bischof unter Beifall der Gläubigen.

Wachsende Freiheit brauche wachsende Verantwortlichkeit und ein Handeln, das tief in einem auf Humanität und Solidarität gründenden Menschenbild verwurzelt sei, sagte Wanke und relativierte angesichts der Not der Menschen in Syrien den Wissenschaftsoptimismus: "Hier braucht es wohl mehr als Wissenschaft und Technik. Hier braucht es den Willen aller, besonders der Mächtigen, zum Frieden und zu einem gerechten Ausgleich." Nein, die Menschheit sei noch lange nicht am Ziel, lautete das Fazit des Bischof: "Wir sind unterwegs - auf eine Welt größerer Solidarität und Gerechtigkeit hin, im Weltmaßstab und in den einzelnen Ländern und Regionen."

Das Evangelium Jesu rufe dazu auf, Menschlichkeit und Liebe in die Gesellschaft hineinzutragen. "Als gläubige Christen vertrauen wir freilich nicht nur auf das, was wir Menschen an Gutem bewirken können. Der Quellgrund unseres Vertrauens liegt tiefer. Wir schauen auf Gott, der uns eine Zukunft eröffnet, die wir selbst nicht schaffen können", so Wanke. Für ihn enthalte menschliche Geschichte immer auch Heilsgeschichte. "Gott will mit Hilfe unserer Freiheit dem zum Durchbruch verhelfen, was er im Sinn hat."

Das betrifft für Bischof Wanke auch die Kirche. Sie habe Zukunft "nicht als eine 'Festungskirche', die sich hinter Mauern und Zinnen vor der bösen Welt verschanzt, sondern als eine Gemeinschaft von Menschen, die mit anderen Menschen, mit den vielen Völkern, Rassen und Religionen solidarisch den Weg in die Zukunft hinein geht". Intoleranz und Fanatismus erteilte der Bischof eine Absage: "Intolerante Christen sind für mich ungläubige Christen. Sie wollen selbst Gott spielen und nicht zulassen, dass er Gott und Vater für alle Menschen sein will. Und diese Aussage gilt für alle Religionen. Fanatismus und wahre Religion schließen einander aus."
Autor: en

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