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Mo, 07:00 Uhr
24.12.2012

doku: Ein solidarisches Land

Die Weihnachtszeit und die Zeit des Jahreswechsels ist für Politiker in diesem Land auch die Gelegenheit, sich mit Reden an die Menschen in dieser Republik zu wenden. Wir beginnen unsere doku-Reihe mit der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Joachim Gauck...


"Liebe Bürgerinnen und Bürger hier im Land, liebe Landsleute in der Ferne!

Joachim Gauck (Foto: Präsidialamt) Joachim Gauck (Foto: Präsidialamt) Es ist Weihnachten. Viele von uns lesen und hören in diesen Tagen die Weihnachtsgeschichte. In dieser Geschichte um das Kind in der Krippe begegnen uns Botschaften, die nicht nur religiöse, sondern alle Menschen ansprechen. "Fürchtet Euch nicht!", und: "Friede auf Erden!"

Wir sehnen uns nach Frieden, auch und gerade, weil in der Realität so viel Unfriede, so viel Krieg herrscht. Vor wenigen Tagen bin ich aus Afghanistan zurückgekehrt. Es hat mich beeindruckt, wie deutsche Soldatinnen und Soldaten unter Einsatz ihres Lebens Terror verhindern und die Zivilbevölkerung schützen. Mein Dank gilt ihnen - wie auch den zivilen Helfern dort. Eine solche Reise führt dem Besucher vor Augen, wie kostbar der Frieden ist, der seit über 60 Jahren in Europa herrscht. Gesichert hat ihn die europäische Idee. Zu Recht hat die Europäische Union den Friedensnobelpreis erhalten. Jetzt aber ist die Frage: Wird unser politischer Wille zusammenhalten können, was ökonomisch und kulturell so unterschiedlich ist?

Deutschland hat die Krise bisher gut gemeistert. Verglichen mit anderen Europäern geht es den meisten von uns wirtschaftlich gut, ja sogar sehr gut. Zudem ist Deutschland politisch stabil; radikale Parteien haben nicht davon profitiert, dass ein Teil der Menschen verunsichert ist. Sie sind verunsichert angesichts eines Lebens, das schneller, unübersichtlicher, instabiler geworden ist. Die Schere zwischen arm und reich geht auseinander, der Klimawandel erfordert ebenso neue Antworten wie eine alternde Gesellschaft. Sorge bereitet uns auch die Gewalt: in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben.
Angesichts all dessen brauchen wir nicht nur tatkräftige Politiker, sondern auch engagierte Bürger.

Und manchmal brauchen wir eine Rückbesinnung, um immer wieder zu uns und zu neuer Kraft zu finden. Dazu verhilft Weihnachten. Für Christen ist es das Versprechen Gottes, dass wir Menschen aufgehoben sind in seiner Liebe. Aber auch für Muslime, Juden, Menschen anderen Glaubens und Atheisten ist es ein Fest des Innehaltens, ein Fest der Verwandten und Wahlverwandten, ein Fest, das verbindet, wenn Menschen sich besuchen und beschenken - mit schönen Dingen, vor allem jedoch mit Zuwendung. Wer keine Zuwendung erfährt und keine schenkt, kann nicht wachsen, nicht blühen.

In der Sprache der Politik heißt das: Solidarität; in der Sprache des Glaubens: Nächstenliebe; in den Gefühlen der Menschen: Liebe. Ja - wir wollen ein solidarisches Land. Ein Land, das den Jungen Wege in ein gutes Leben eröffnet und den Alten Raum in unserer Mitte belässt. Ein Land, das jene, die seit Generationen hier leben, mit jenen verbindet, die sich erst vor kurzem hier beheimatet haben.

Kürzlich hat mir eine afrikanische Mutter in einem Flüchtlingswohnheim ihr Baby in den Arm gelegt. Zwar werden wir nie alle aufnehmen können, die kommen. Aber Verfolgten wollen wir mit offenem Herzen Asyl gewähren und wohlwollend Zuwanderern begegnen, die unser Land braucht.

Bei meinen zahlreichen Begegnungen in den vergangenen Monaten durfte ich etwas sehr Beglückendes erfahren: dass die Zahl der Menschen, die unsere Gegenwart und Zukunft zum Besseren gestalten, weit größer ist als die Zahl der Gleichgültigen. Mein Dank gilt deshalb den engagierten Frauen und Männern. Ihre Tatkraft bestärkt mich - besonders aber stärkt sie unser Land, weil sie es schöner, liebenswerter, menschlicher macht.

Der Stern aus der Weihnachtsgeschichte führte Menschen einst von fernher zu einem ganz besonderen Ziel - zu einem Menschenkind. Einen solchen Stern wünsche ich jedem in unserem Land, einen Stern, der ihn zum Mitmenschen, der uns zueinander führt.
Mit diesem Wunsch also: Gesegnete Weihnachten!"
Autor: red

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Kommentare
geloescht.otto
24.12.2012, 09:30 Uhr
von
welchen Land spricht der Herr BP???
Deutschland kann es nicht sein - oder doch??
Retupmoc
24.12.2012, 10:40 Uhr
Solidarität
Doch @ Otto - es ist die BRD gemeint. Wir üben Solidarität mit unseren Kampf - und Waffenbrüdern aus Amerika, wenn es darum geht in Afghanistan oder aktuell Syrien die Weltordnzung zu ändern. Mal sehen wie lange sich Russland/China das gefallen lassen. Irgenwo liegt nämlich eine rote Linie verborgen im Sand.

Und was die Innenpolitik betrifft... Dann üben Sie mal Solidarität Herr Pfarrer ... mit 250000 Obdachlosen ( achja das macht ja Frank Zander schon ) oder mit 6,5 Millionen Hartz 4 - Empfängern ( aja das macht das Jobcenter schon ) oder mit den Opfern von Nazis ( aja das macht das Innenministerium schon ) oder mit den anderen Opfern linker und perverser Gewalt ( aja das machen die Gerichte schon , siehe Gäfgen ).

Dieses Land übt nur Solidariät mit den Eliten. Pfui Teufel, Herr Gauck!
Wolfi65
24.12.2012, 13:16 Uhr
Das mache ich hier nicht mehr mit
Immer diese Hetzgesänge.
Der Mann meint es doch nur gut mit uns und wollte ein paar versöhnende Worte loswerden.
Zwischen Frühstück und Gänsebraten sieht die Welt eben auch mal rosarot aus.
Deswegen muss man ja nicht unbedingt den Präsidenten des Bundes angreifen.
Für die Schwächsten Glieder in diesem Lande ist gesorgt und Niemand muss hungern, denn die Sozialsysteme sind in Deutschland sehr gut ausgebaut und können noch einiges verkraften.
Und der berühmte rote Faden zieht sich nicht nur durch den Wüstensand.
Sonntagsradler 2
24.12.2012, 14:35 Uhr
Frohe Weinachten
Wolfi65
Lieber Wolfi 65
Von Hetzgesänge kann ich hier nichts sehen ich sehe nur das hier eine Person seine Meinung schreibt. Abgesehen hat er vollkommen Recht. Nur weil Weinachten ist sollte man nicht die Augen vor der Realität schließen.
Die da Oben faseln was von nächsten liebe und kommen vor Lachen über die Dummheit der Bürger ( die nach Strich und Faden verarscht werden) nicht mehr in den Schlaf.
Frohes Fest dennoch
Sonntagsradler 2
24.12.2012, 15:15 Uhr
Sozialsystem
Das Sozialsystem ist schon gut: Beispiel Diätenerhöhungen und Kürzungen bei ALG 2 wenn man mal einen Termin beim Fallmanager versäumt. Oder eine der Überflüssigen zum X ten. maligen Maßnahmen nicht mit macht.
Wolfi65
24.12.2012, 16:28 Uhr
Ich lese das
und nehme diese Zeilen von Ihnen, Herr Sonntagsradler 2, wohlwollend zur Kenntnis, in Hinsicht zu der Annahme, dass die allgemeine "Volksvernebelung" noch nicht überall um sich gegriffen hat.

Ich bedauere sehr, dass Sie offensichtlich noch nicht bereit sind, zwischen den Zeilen lesen können und verbleibe mit weihnachtlichem Gruße...
Herr Taft
25.12.2012, 19:48 Uhr
für meine Vorkommentatoren,
bedeutet Solidarität offenbar nur das, was sie von anderen bekommen...ähh (Wohngeld, Hartz4, Rente...und was es da sonst noch so gibt)...und das ist ihnen offenbar nicht genug.

Für mich bedeutet Solidarität gegenwärtig eher GEBEN: mit meinen Abgaben an die Sozial- und Renten- und Krankenkassen.

Ihr Lieben, jammert nicht, tut was !
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