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Mo, 10:00 Uhr
24.12.2012

Weihnachtsbräuche anderer Länder (2)

Der Eichsfelder Europaabgeordnete a. D. Rolf Berend berichtet nach vielen Informationsgesprächen mit seinen ehemaligen Kollegen im Europäischen Parlament in den Eichsfelder Nachrichten über aktuelles Brauchtum zur Advents- und Weihnachtszeit in europäischen Ländern...

Rolf Berend (Foto: Rolf Berend) Rolf Berend (Foto: Rolf Berend) Sternsinger
Rumänien: Das Singen von vielen Weihnachtsliedern gehört hier zu jeder Feier im Advent und zum Fest selbst. Am 1. Weihnachtsfeiertag ziehen Sänger durch die Straßen der Städte und Dörfer. Voran geht der Sternträger mit einem Kartonstern, auf dem ein Bild von der Geburt Christi abgebildet ist. Kleinkinder ziehen ebenfalls von Haus zu Haus, sagen Gedichte auf und singen Weihnachtslieder. Alle werden mit Süßigkeiten belohnt, die am Ende gerecht untereinander aufgeteilt werden.

Weihnachtsoblaten
Polen: Im überwiegend katholischen Polen beginnt die Weihnachtszeit mit dem 1. Advent. Es ist jedoch eine Zeit des Fastens, wie im vorigen Jahrhundert auch in Deutschland üblich, die erst mit Heiligabend endet. Sobald am 24. der erste Stern aufleuchtet, trifft sich die Großfamilie zum weihnachtlichen Festmahl. Gedeckt wird der Tisch immer mit einem Gedeck mehr als gebraucht wird. Es ist für einen unerwarteten Besuch gedacht und ein Zeichen der Gastfreundschaft.

An jedem Platz liegt eine Weihnachtsoblate, die mit einem Heiligenbild bedruckt ist. Doch zunächst wird im Schein der Kerze aus dem Weihnachtsevangelium gelesen und gemeinsam gebetet. Danach folgt traditionell das Brechen dieser großen Oblaten. Dabei geht jeder mit seiner Weihnachtsoblate reihum zu jedem anderen Familienmitglied, gibt ein Stück ab und bekommt ein Stück von der Oblate des Gegenübers.

Dabei werden sich die besten Wünsche zum Fest und für das neue Jahr gesagt. Anschließend wird gegessen, wobei die Kinder hoffen, dass sie unter ihrem Teller eine Münze finden. Erst nach dem Essen gibt es die Geschenke, und danach geht die ganze Familie gemeinsam in die Mitternachtsmesse.

Weihnachtsbrot
Slowenien: In diesem Balkanland beginnt die Weihnachtszeit schon am 13. November mit einem Festessen, das die lange Fastenzeit einläuten soll. Zum Festmahl gehört das aus Roggen, Buchweizen und Weizen gebackene traditionelle Weihnachtsbrot, dem magische Kräfte innewohnen sollen. An Heiligabend steht die Mitternachtsmesse im Mittelpunkt. Am 25. ist Bescherung und das gemeinsame Weihnachtsessen im Familienkreis. An diesem Tag gelten Gäste als Zeichen für Unglück im nächsten Jahr. An Heiligabend, Silvester und am Dreikönigstag wird das Haus gesegnet.

Bethlehemspiele
Ungarn: Der „Luca-Tag“, 13. September, ähnlich dem Luciafest in Schweden, hat in der ungarischen Vorweihnachtszeit besondere Bedeutung. Unter anderem ist es üblich, in einem kleinen Topf Weizen zu säen. Ein Aberglaube besagt, dass man an diesem Tag mit verschiedenen Methoden den zukünftigen Gatten eines heranwachsenden Mädchens vorhersagen könne. Zu den Kindern kommt am 24. das Christkind.

Auch wenn in kommunistischer Zeit versucht wurde, dieses mehr und mehr durch den Weihnachtsmann zu ersetzen, hatten solche Versuche nur mäßigen Erfolg. Um Weihnachten herum ist es in Ungarn üblich, dass Kinder in Familien gehen und ein Krippenspiel gegen eine geringe Spende für arme Leute aufführen, vergleichbar der deutschen Sternsingeraktion.

Auch diese „Bethlehemspiele“, wie die Hirtenspiele heißen, sollten zur Zeit des Kommunismus verdrängt werden, jedoch erfreuen sie sich in den letzten beiden Jahrzehnten wieder zunehmend großer Beliebtheit.
Autor: en

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