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Di, 10:22 Uhr
25.12.2012

Sichere Wanderwege für Fischotter

Um den seltenen Fischotter in Thüringen vor dem Straßenverkehr zu schützen, bauen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Flussbüro Erfurt im Freistaat gemeinsam zahlreiche Brücken um...


Der scheue Wassermarder galt dort seit Mitte der 1970er Jahre als ausgestorben, kehrte aber in den späten 1990er Jahren von Osten kommend nach Thüringen zurück. Heute besiedelt er vor allem im Norden und Osten des Bundeslandes wieder die Flüsse Unstrut, Helme, Weiße Elster, Pleiße und deren Nebengewässer. Der Umbau von mindestens 20 Brücken soll den Fischottern deren gefahrlose Unterquerung ermöglichen.

"Mit der Rückkehr des Fischotters in die Flusslandschaften Thüringens werden die Gewässerschutzbemühungen der vergangenen Jahre belohnt. Jetzt gilt es, die Existenz des Otters zu sichern", erklärt Michael Spielmann, Bundesgeschäftsführer der DUH. "Die Umbaumaßnahmen an bestehenden Brücken sind ein wichtiger Schritt. Ergänzend dazu müssen Gewässerüberquerungen bei Straßenneubauten von vornherein ottergerecht gebaut werden."

Der Fischotter ist heute zwar vor allem im Osten Deutschlands wieder häufiger anzutreffen, jedoch führen ihn die Rote Liste Thüringens als stark gefährdet (Kategorie 2) und die Rote Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands als noch immer als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1). Der Grund: Viele der Tiere sterben bei dem Versuch, befahrene Straßen zu überqueren.

Vor allem junge Rüden legen bei der Erkundung neuer Lebensräume weite Strecken zurück - nicht selten wandern sie entlang von Flüssen und Bächen mit bewachsenen Ufern bis zu 20 Kilometer in einer Nacht. Doch obwohl der Otter ein guter Schwimmer ist, scheut er sich, unter dunklen Brücken hindurch zu schwimmen oder zu waten. Stattdessen weicht er bevorzugt auf den Uferstreifen aus, um trockenen Fußes unter Brücken und Durchlässen hindurch zu gelangen.

Wenn dies nicht möglich ist, versucht er die Straße zu überqueren - ein Unterfangen mit oft tödlichem Ausgang. Von den zehn bisher in Thüringen tot aufgefundenen Ottern kamen alle durch den Straßenverkehr ums Leben, fünf starben direkt an Brückenbauwerken.
Hilfe für Fischotter (Foto: Flussbüro Erfurt)
Hilfe für Fischotter (Foto: Flussbüro Erfurt)
Hilfe für Fischotter (Foto: Flussbüro Erfurt)
Um die Gefahren für den Fischotter auf seinen Wanderungen zu verringern, untersucht die DUH gemeinsam mit dem Flussbüro Erfurt und der Thüringer Fischotterexpertin Maria Schmalz Brücken in zahlreichen thüringischen Landkreisen. In Greiz, dem Altenburger Land sowie Nordhausen, Sömmerda, dem Weimarer Land, im Kyffhäuserkreis und im Saale-Holzlandkreis baut das Team in den kommenden beiden Jahren anschließend ausgewählte Brücken um. Vor allem der Einbau begehbarer Uferstreifen, so genannter Bermen, oder parallel verlaufender Trockentunnel soll den Fischottern die sichere Unterquerung der Brücken ermöglichen.

"Die hier mit einfachen Mitteln umgebauten Brücken sollen als gute Beispiele die Nachrüstung von Brückenbauwerken in ganz Deutschland vorantreiben. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie selbst mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen die Wanderkorridore in Deutschland besser entwickelt werden können", erklärt DUH-Projektmanager Ercan Ayboga. Auch andere Tiere, wie z. B. der Biber, profitieren von diesen Wanderwegen.

Das Projekt wird vom Freistaat Thüringen mit Mitteln der Europäischen Union aus der "FörderInitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen 2007 - 2013 (FILET)" gefördert. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Autor: red

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Kommentare
Peppone
25.12.2012, 15:05 Uhr
Um einen Fluss zu queren braucht der Fischotter Brücken?
Kann es vielleicht sein, dass einige in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen hängende Biologen oder Fischotter-Schützer diese Brücken und die Aufmerksamkeit brauchen?

Hat schon mal einer darüber nachgedacht, dass es sich beim Fischotter um eine Art handelt, die es seit vielen zehntausenden Jahren auch ohne von Menschen gebaute Brücken gibt? So langsam reicht es hier mit aus Steuergeld finanzierten und bezahlten Luchs-, Wolf-, Wildkatzen-,..., Fischotterbeauftragten, ....!

Anstatt sich um nichtsnutzige Brücken für Otter zu kümmern, der schwimmt da nämlich einfach durch den Fluß, spielt das Nahrungsangebot für jede Tierart die entscheidende Rolle zur Reproduktion. Wir brauchen wieder genug Weißfisch in unseren Gewässern, also weniger Nitratbelastung durch intensive Landwirtschaft. Dann klappts auch mit dem Fischotter!
Bodo Schwarzberg
26.12.2012, 00:19 Uhr
@Hubertus: Polemik und Fakten sollten eins sein
Lieber Hubertus,
immer dann, wenn Ihnen die sachlichen Argumente in Sachzen Naturschutz ausgehen, werden Sie polemisch. Bevor Sie sich hier mit fachlich einfach vollkommen unhaltbaren Argumenten zu Wort melden, sollten Sie sich ein wenig mehr belesen. Mit kaum zu entkräftenden Fakten zu polemisieren, macht nämlich viel mehr Spaß und ist vor allem überzeugender. Da spreche ich aus Erfahrung! Allerdings kann ich Sie mit Ihrer Herangehensweise andererseits doch verstehen: Denn zu Ihren, hier getätigten Informationen werden Sie kaum wissenschaftliche Fakten auftreiben können.

Glauben Sie denn zudem allen Ernstes, dass das Brückenproblem der Fischotter an den Haaren herbeigezogen ist?

Und bitte sehen Sie die Relationen: Während der Fischotter vielleicht von dversen Schutzmaßnahmen profitiert, gehen x andere, meist weniger populäre Arten durch die unterschiedlichsten menschlichen Einflüsse zurück. Tun Sie doch nicht so, als ob sich die Welt nur um den Naturschutz drehen würde. Bisher hat die Wirtschaft auf diesem Globus so gut wie immer ihre Ziele erreicht. Mit den ökologischen und zunehmend die Menschheit bedrohenden Folgen, die wir überall lesen und sehen und hören können.
98maschr
26.12.2012, 09:42 Uhr
Verstehe ich jetzt grad nicht
Kann also der Fischotter nicht schwimmen? Was für Fakten sind denn falsch beim Hubertus? Wenn man hier schon die große Keule schwingt sollte man sich auch mal explizit zu Vorwürfen äußern. Sie schreiben doch sonst immer hier ellenlange Pamphlete...aber hier eben seh ich nur Geschwätz ohne Hand und Fuß - wie immer halt.
Steuerzahler
26.12.2012, 10:59 Uhr
Erst lesen und dann verstehen....
Steht doch alles im Artikel drin wo der Otter sein Problem hat. Und das dazu Studien betrieben werden ist doch okay, naja zumindest für den Teil der Gesellschaft die Flora und Fauna nicht als notweniges Übel betrachten und sich über alles sehen.

Jedoch ist auf Ihre Reflexe verlass....

Ihr letzter Satz spricht für Sie und sich.
Peppone
26.12.2012, 14:17 Uhr
Fakten!
Fakten sind etwas für Leute, die sie hören wollen und daraus ihre Handlungen und Entscheidungen ableiten @Schwarzberg. Fakten sind nichts für Leute, die jeden Tag den Weltuntergang prophezeien und damit aktiven Naturschutz ad absurdum führen!

Es ist ein Fakt, dass Fischotter schwimmen können. Es ist ein Fakt, dass in der Zoologie die Nahrungskette gilt, dass Bestände des Fischotters primär von Fischbeständen abhängen. Es ist ein Fakt, dass Fischotter Uferbereiche als Lebensraum brauchen und haben. Es ist ein Fakt, dass Verkehrswege an Gewässern hauptsächlich Brücken sind. Es ist ein Fakt, dass die Verkehrsverluste des Fischotters hauptsächlich an Brücken auftreten müssen, da er dort lebt.

Es ist ein Fakt, dass hohe Verluste des Fischotters an Verkehrswegen eine progressive Entwicklung des Fischotterbestandes indizieren! Und es ist ein Fakt, dass nicht die Brücke das Problem einer weiteren Bestandsentwicklung ist!

Aber warum mache ich mir hier die Mühe um Fakten für "Naturschützer" zu sammeln, welche 90 Prozent ihrer Naturschutzarbeit mit Geschreibsel verbringen? Vermutlich deshalb, weil mir die vielen ehrenamtlichen wirklichen Naturschützer, die einfach nur machen lieber sind!
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