Fr, 07:56 Uhr
28.12.2012
Gesundheitswirtschaft boomt
Die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft blicken derzeit positiv gestimmt auf die kommenden Monate. Alle Indikatoren liegen auf hohem Niveau. Gleichwohl gibt es Einflüsse, wie den zunehmenden Fachkräftemangel, der sich als ernstes Risiko erweisen könnte. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), an der sich bundesweit 800 Unternehmen beteiligten, darunter auch 56 aus Thüringen...
Insbesondere die exportorientierten Branchen der Gesundheitswirtschaft, wie Pharma- und Medizintechnik, haben hohe Erwartungen in das Auslandsgeschäft, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. So stütze die momentan verstärkte Nachfrage nach Produkten Made in Germany den Außenhandel dieses Bereichs.
Noch optimistischer zeigten sich die Gesundheits- und sozialen Dienste. Hier schlagen strukturelle Trends wie der demografische Wandel und die zunehmende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen zu Buche, so der IHK-Chef. Insgesamt ließen sich die Betriebe der Gesundheitswirtschaft kaum von der schwierigen Lage im Euroraum und der ungelösten Staatsschuldenkrise verunsichern. Vielmehr zeigt sich ein weiteres Mal die Stabilität dieses Sektors, sagt Grusser. Bestimmte Bereiche, wie die Gesundheits- und sozialen Dienste planten sogar eine Erhöhung ihres Investitionsvolumens.
Trotz der positiven Vorzeichen seien jedoch einige Risikofaktoren nicht zu unterschätzen: Pharma- und Medizintechnik befürchteten vor allem höhere
Rohstoffpreise. Rund jeder Zweite sehe hierin eine große Gefahr in den kommenden Monaten.
Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen würden zunehmend kritisch betrachtet. Dies gilt insbesondere für die Pharmaindustrie aber auch für den Handel mit Gesundheitsprodukten. Die große Regulierungsdichte bei der Preisbildung für Medikamente sowie die Erhöhung der Verbraucherpreise spiegeln dies deutlich wider, erklärt der IHK-Hauptge-schäftsführer.
Der Dienstleistungssektor mit den personalintensiven Gesundheits- und sozialen Diensten sehe sich vor allem durch den wachsenden Fachkräftemangel (69 Prozent) und steigende Arbeitskosten (57 Prozent) bedroht.
Mit Blick auf die Lohnzusatzkosten wäre es richtig, wenn im kommenden Jahr der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent sinkt. Das entlastet die Betriebe um rund drei Milliarden Euro pro Jahr, so Grusser.
Die Gesundheitswirtschaft zählt auch in Thüringen zu den Branchen mit den meisten Angestellten. Mit rund 75.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bietet sie fast so viele Arbeitsverhältnisse an wie der gesamte Handel (82.000) und deutlich mehr als der große Sektor der öffentlichen Verwaltung (55.000). Das Personal der Gesundheitswirtschaft stellt somit nahezu 10 Prozent der thüringischen Gesamtbeschäftigung dar.
Autor: redInsbesondere die exportorientierten Branchen der Gesundheitswirtschaft, wie Pharma- und Medizintechnik, haben hohe Erwartungen in das Auslandsgeschäft, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. So stütze die momentan verstärkte Nachfrage nach Produkten Made in Germany den Außenhandel dieses Bereichs.
Noch optimistischer zeigten sich die Gesundheits- und sozialen Dienste. Hier schlagen strukturelle Trends wie der demografische Wandel und die zunehmende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen zu Buche, so der IHK-Chef. Insgesamt ließen sich die Betriebe der Gesundheitswirtschaft kaum von der schwierigen Lage im Euroraum und der ungelösten Staatsschuldenkrise verunsichern. Vielmehr zeigt sich ein weiteres Mal die Stabilität dieses Sektors, sagt Grusser. Bestimmte Bereiche, wie die Gesundheits- und sozialen Dienste planten sogar eine Erhöhung ihres Investitionsvolumens.
Trotz der positiven Vorzeichen seien jedoch einige Risikofaktoren nicht zu unterschätzen: Pharma- und Medizintechnik befürchteten vor allem höhere
Rohstoffpreise. Rund jeder Zweite sehe hierin eine große Gefahr in den kommenden Monaten.
Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen würden zunehmend kritisch betrachtet. Dies gilt insbesondere für die Pharmaindustrie aber auch für den Handel mit Gesundheitsprodukten. Die große Regulierungsdichte bei der Preisbildung für Medikamente sowie die Erhöhung der Verbraucherpreise spiegeln dies deutlich wider, erklärt der IHK-Hauptge-schäftsführer.
Der Dienstleistungssektor mit den personalintensiven Gesundheits- und sozialen Diensten sehe sich vor allem durch den wachsenden Fachkräftemangel (69 Prozent) und steigende Arbeitskosten (57 Prozent) bedroht.
Mit Blick auf die Lohnzusatzkosten wäre es richtig, wenn im kommenden Jahr der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent sinkt. Das entlastet die Betriebe um rund drei Milliarden Euro pro Jahr, so Grusser.
Die Gesundheitswirtschaft zählt auch in Thüringen zu den Branchen mit den meisten Angestellten. Mit rund 75.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bietet sie fast so viele Arbeitsverhältnisse an wie der gesamte Handel (82.000) und deutlich mehr als der große Sektor der öffentlichen Verwaltung (55.000). Das Personal der Gesundheitswirtschaft stellt somit nahezu 10 Prozent der thüringischen Gesamtbeschäftigung dar.