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Do, 11:23 Uhr
03.01.2013

Starkes Jahr - schwacher Dezember

Mit der niedrigsten Dezember - Arbeitslosigkeit seit 22 Jahren ging das Jahr 2012 auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen zu Ende. Die Nordthüringer Online-Zeitungen mit dem Überblick und den Details...


„Die Zahl der Arbeitslosen ist erwartungsgemäß höher als vor einem Monat, liegt aber noch immer unter dem Vorjahreswert“, erläutert Karsten Froböse Vorsitzender der Nordhäuser Arbeitsagentur die Situation zum Jahresende.

In den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis waren insgesamt 13.054 Menschen ohne Arbeit, 1.030 (+ 8,6 %) mehr als im November, aber immer noch 132 (- 1,0 %) weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote lag bei 9,2 Prozent und damit unverändert zum Vorjahr. Der Landkreis Eichsfeld verzeichnete eine Quote von 6,4 (+0,2%) der Kyffhäuserkreis von 12,3 (-0,5%) und der Landkreis Nordhausen von 9,9 (+0,4%) Prozent.

„2012 war ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt“, resümiert Karsten Froböse die Entwicklung der letzten zwölf Monate. 13.373 Personen waren im Jahresdurchschnitt 2012 arbeitslos, das waren über 1.000 (-7,4%) Menschen weniger als 2011. Die Arbeitslosenquote lag bei durchschnittlich 9,4 Prozent, im Jahr zuvor betrug sie noch 10,0 Prozent. Die Personalnachfrage der Unternehmen erreichte ein hohes Niveau; sie war jedoch im zweiten Halbjahr rückläufig. „Vier Prozent weniger als 2011 aber sechs Prozent mehr als 2010 sind eine gute Bilanz“, so Karsten Froböse.

Nach Meinung des Arbeitsmarktexperten flachte die Antriebskraft der Wirtschaft im zweiten Halbjahr ab. Die Konjunkturerwartungen haben sich eingetrübt. „Wir müssen uns auf einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn des laufenden Jahres einstellen. Es gibt aber keinen Grund zu Pessimismus“, sagte Froböse. Prognosen zu Folge, steige 2013 die Arbeitslosigkeit in Thüringen um 1,4 Prozent.

Mit Blick auf den mitunter hohen Anteil älterer Arbeitnehmer in den Unternehmen sieht der Agenturchef eine wichtige Aufgabe weiterhin darin, Jugendliche über die guten Beschäftigungsmöglichkeiten in Nordthüringen zu informieren. Die Analyse der vergangenen Jahre zeige deutlich den wachsenden Anteil älterer Arbeitnehmer in den meisten Branchen. Für die kommenden Jahre gäbe es deshalb ein wichtiges Ziel: Wir müssen gemeinsam den Generationenwechsel in den Unternehmen erfolgreich gestalten, so Froböse: „Wir brauchen Fachkräfte, die die Aufgaben übernehmen.“ Dafür sei zum einen wichtig, die guten beruflichen Möglichkeiten für Fachkräfte, beispielsweise in Transport, Logistik, Lebensmittelhandwerk, Metall, Elektro und auch in Pflege – und in den Gesundheitsbereichen zu kennen. Ein weiterer Aspekt sei in Qualifizierung frühzeitig zu investieren. Der Arbeitsmarkt suche auch in konjunkturell schwächeren Zeiten nach gut ausgebildeten Fachkräften. Aus- und Weiterbildung seien die Schlüssel zum Erfolg.

Sie bedeuten eine Aufwertung der Kompetenzen, erfordern aber auch Leistungsbereitschaft, Engagement und vor allem Flexibilität. Erfahrungsgemäß seien Menschen ohne Qualifizierung nach Meinung des Agenturchefs bei Wirtschaftskrisen deutlich eher von Arbeitslosigkeit betroffen. Deshalb werde man auch im vor uns liegenden Jahr durch Arbeitsagentur und Jobcenter gezielt für Berufsausbildung und Weiterbildung werben und mit Qualifizierungsangeboten unterstützen.

Durch die intensive Betreuung ist es in Nordthüringen gelungen, die Jugendarbeitslosigkeit im letzten Jahr weiter zu reduzieren. So konnte die Zahl der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen unter 25 Jahren im Jahresdurchschnitt um über 14 Prozent von 1.190 im Jahr 2011 auf 1.022 im Jahr 2012 gesenkt werden. Seit 2009 wurde die Jugendarbeitslosigkeit sogar um über 50 Prozent reduziert. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 7,0 Prozent, 0,3 Prozentpunkte weniger als 2011.

Seit November ist mit nachlassender Konjunktur die Arbeitsmarktsituation für junge Menschen schwieriger geworden. In westdeutschen Regionen wie Dortmund, Kassel oder Düsseldorf und Bundesländern wie Niedersachsen und Baden-Württemberg, sei die Arbeitslosigkeit Jugendlicher bereits schon seit Herbst stärker gestiegen als in unserer Region. Für Jugendliche ein Grund mehr, sich für einen Berufseinstieg in der Heimat zu entscheiden und die bestehenden umfangreichen Beschäftigungsmöglichkeiten zu nutzen.

Seit einigen Jahren veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Arbeitslose und Personen mit Förderungen ergeben zusammen die Zahl der Unterbeschäftigten. Mit der sinkenden Zahl von Arbeitslosen ging auch 2012 die Zahl der Förderungen zurück. Durchschnittlich 4.395 Personen erhielten im letzten Jahr Unterstützung bei Selbständigkeit, beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, durch Vermittlungen in den zweiten Arbeitsmarkt, im Rahmen beruflicher Weiterbildung oder nahmen Vorruhestandsregelungen in Anspruch, rund 15 Prozent weniger als 2011. Ende Dezember umfasste die Unterbeschäftigung 17.153, das sind 917 Personen (- 5,1 %) weniger als im Dezember 2011.
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)
Arbeitsmarkt als Grafik (Foto: Agentur für Arbeit)

Der Blick in die Regionen

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 200 auf 4.422 Personen gestiegen. Das waren 133 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 9,9%; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,5%. Dabei meldeten sich 967 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 39 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 763 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-32).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 11.538 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 778 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.387 Abmeldungen von Arbeitslosen (-1.093). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 51 Stellen auf 259 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 24 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 117 neue Arbeitsstellen, 22 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2.390 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 267.

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 425 auf 3.623 Personen gestiegen. Das waren 41 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 6,4%; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,2%. Dabei meldeten sich 1.016 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 76 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 587 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-148). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 10.251 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 658 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 10.155 Abmeldungen von Arbeitslosen (-1.480).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 21 Stellen auf 599 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 84 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 182 neue Arbeitsstellen, 44 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2.641 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 307.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 405 auf 5.009 Personen gestiegen. Das waren 306 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 12,3%; vor einem Jahr belief sie sich auf 12,8%. Dabei meldeten sich 1.152 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 11 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 739 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-21). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 11.688 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 1.388 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.982 Abmeldungen von Arbeitslosen (-1.196).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 5 Stellen auf 249 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 16 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 137 neue Arbeitsstellen, 29 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.521 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 289.
Autor: red

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