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Di, 14:12 Uhr
30.04.2013

Erste Ambulanz für Autisten im Eichsfeld

Die erste Ambulanz für Autisten ist heute im Eichsfeld eröffnet worden. Viele Gäste waren der Einladung gefolgt, um zu erfahren, was sich hinter einer solchen Ambulanz steckt. Die Eröffnung wurde musikalisch sehr feierlich von Autisten und Mitarbeitern umrahmt...

Eröffnung Autismus-Ambulanz (Foto: Ilka Kühn) Eröffnung Autismus-Ambulanz (Foto: Ilka Kühn)


Es war gleich zu Beginn der Veransaltung eine sehr gelöste Athmosphäre, als Sabrina ein von ihr komponiertes Lied vorstellte. Es ist den Fallschirmspringern in Erfurt gewidmet. Das Mädchen, das im Haus am Lunapark lebt, hatte schon lange einen Traum: einmal mit dem Fallschirm durch die Lüfte zu gleiten. Der Wunsch wird sich in zwei Wochen mit einem Tandemsprung erfüllen. Als Dank hatte sie ein Lied geschrieben, dass alle Gäste auch gern mitsangen.

Eröffnung Autismusambulanz (Foto: Ilka Kühn) Eröffnung Autismusambulanz (Foto: Ilka Kühn)


Im „Haus am Lunapark“, dass vom gleichen Träger in Leinefelde, de, Internationalen Bildungs- und Sozialwerkes (int-bsw) betrieben wird, leben Erwachsene mit Mehrfachbehinderungen (Taub-blinde Menschen) und Autisten. Die ambulante Förderung von Kindern und Jugendlichen, auf die die Autismus-Diagnose zutrifft, gab es bisher noch nicht in der Region. Das will das genannte Team ändern.

Der Vorsitzender des int-bsw, Siegfried Renneke, würdigte die Arbeit des Teams vor Ort und blickte noch einmal zurück, wie alles begann. Auch Geschäftsführer Prof. dr. h.c. Heinrich Schnatmann war zur Eröffnung nach Leinefelde gekommen sowie auch Vertreter des Landratsamtes im Unstrut Hainich Kreis, zu denen Kontakt aufgenommen wurde.

Die WHO definiert Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung, als angeborene Störung der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung. Die Diagnose „Autismus“ oder „autistische Züge“ wird
ausschließlich von Ärzten gestellt. Mit dieser Diagnose wenden sich die Eltern an das Sozialamt oder das Jugendamt ihres Landkreises, das die Autismusambulanz mit der Betreuung beauftragt und die Kosten übernimmt. Für jedes Kind, jeden Jugendlichen wird individuell über die optimale Therapieform entschieden. Die Fachbegriffe „Ambulante oder mobile Fördereinheiten“ bedeuten: Das Kind lebt weiterhin in der Familie und wird in der Ambulanz nach Bedarf gefördert oder die Mitarbeiter fahren zur Einzelbetreuung in den Kindergarten bzw. in die Schule.
Autor: en

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