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Mi, 20:58 Uhr
15.05.2013

Kennst Du das Land...

...in dem Kanonen blühen? Berlin, 10. Mai 1933: 70 000 versammelten sich auf dem Opernplatz, um über 25 000 Bücher „undeutscher“ Autoren den Flammen zu übergeben. Unter Schmährufen, den sogenannten Feuersprüchen, werfen Studenten die Werke bekannter Schriftsteller wie Karl Marx, Berthold Brecht und Franz Kafka ins Feuer...

Mit dieser schicksalhaften Nacht wandelte sich das Land der Dichter und Denker endgültig und wurde der Herrschaft des Barbarismus und des Terrors überlassen.

Zeitsprung: Worbis am 2. Mai 2013. Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums „Marie Curie“ hören aufmerksam den Ausführungen des SPD- Landtagsabgeordneten Hans- Jürgen Döring zu. Dieser informiert auf eine Initiative des Thüringer Landtages hin in Schulen im ganzen Freistaat über die Ereignisse im Mai 1933.

Keineswegs handelte es sich dabei um spontane Aktionen einzelner nationalistisch eingestellter Studenten. Wochenlang wurden die Verbrennungen, die unter anderem auch in Göttingen, Kassel und Mühlhausen stattfanden, geplant. Modernste Technik kam zum Einsatz, man bediente sich Propagandamitteln wie Marschkapellen und Fackelzügen.

Im Schein der Flammen entstand eine mystische Stimmung von hoher Anziehungskraft, der sich kaum jemand entziehen konnte. Das vorläufige Ende der deutschen Kulturnation war besiegelt. Bis Kriegsbeginn verließen über eine halbe Million Intellektuelle das Land. Noch lange spürte man die Auswirkungen dieses Exodus. Bis heute habe sich Deutschland von diesem Einschnitt nicht vollständig erholt.

Trotzdem können wir Bürger, so führte Döring aus, heute froh sein, unsere Meinung frei äußern zu dürfen. Schaue man in andere Länder wie Nordkorea, den Iran oder Tibet, so sehe man, dass diese Freiheit auch in unserer heutigen Zeit nicht selbstverständlich sei.

Auch zu DDR- Zeiten war es den Bürgern nicht vergönnt, frei zu sagen, was sie dachten. Wie penibel die SED-Regierung Oppositionelle verfolgte, spürte Hans-Jürgen Döring am eigenen Leib. Durch einen dummen Zufall erfuhr die Stasi von seinen Verbindungen zu dem bereits ausgewiesenen Schriftsteller Jürgen Fuchs. Döring stand daraufhin unter Beobachtung. Unter dem Decknamen „Kreide“ fand eine operative Personenkontrolle statt.

Spannend waren die Einblicke in die Stasi- Akte, die uns Schülern vergönnt waren. Viele Schüler waren erstaunt über die Gründlichkeit der Ermittlungen. Was nach dem Vortrag bleibt, ist der Appell, für unsere Freiheiten und die Demokratie zu kämpfen, damit Deutschland eine Schande wie die Bücherverbrennungen kein zweites Mal erleben muss, denn wie John Milton einst sagte: „Wer ein gutes Buch verbrennt, tötet die Vernunft selbst.“
Katharina Klaus
Autor: en

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