Fr, 08:56 Uhr
28.06.2013
Solidarität im Eichsfeld
Seit Wochen haben wir die Nachrichten über die Hochwasserkatastrophe in Deutschland, vor allem in Thüringen verfolgt. Furchtbar, was die Menschen in den überschwemmten Gebieten mitmachen müssen und wie verzweifelt sie sein müssen, ihre Existenz verloren zu haben. Solidarität gibt es deshalb auch im Eichsfeld. Roberto Röttcher und Marcel Brandt berichten...
Aber auch die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt der Menschen vor Ort haben uns sehr beeindruckt. Als sich die Werkstatt des Saale – Betreuungswerkes der Lebenshilfe Jena an unsere Werkstatt wandte, und um Hilfe ersuchte, stand für uns sofort fest: Da sind wir dabei! Hier müssen wir helfen! Unkompliziert und zügig stellte der Werkstattleiter ein Team aus Freiwilligen, bestehend aus 7 Beschäftigten und 2 Betreuern zusammen. Luftmatratzen und Schlafsäcke organisierten wir uns bei Freunden und bereits am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Jena. Schon von weitem sahen wir die Schuttberge. Wir waren zum ersten Mal in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Jena und hätten uns eine Besichtigung unter anderen Bedingungen gewünscht.
So wurden wir dort kurz empfangen und herumgeführt. Das Wasser hatte in den Gruppenräumen, dem Speisesaal, der Küche und den Sozialräumen großen Schaden angerichtet. Obwohl es nur 30cm hoch gestanden hatte, waren Ständerwände, Möbel, Maschinen und Ausrüstung so geschädigt, dass wir ganze Arbeit mit Ausräumen, Abschlagen der Fliesen und des Putzes und der partiellen Entfernung der Ständerwände leisten mussten. Unsere Hauptwerkzeuge waren Schaufel, Besen und Schubkarre. Erschwerend kam hinzu, dass es sehr warm und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war.
Da klebte die Frisur am Kopf und der Schweiß rann den Rücken herab. Vor der Werkstatt standen Container, in die wir den Bauschutt füllten. Dabei halfen uns Freiwillige aus der Mühlhäuser Werkstatt, die bereits einen Einsatztag hinter sich hatten. Für großartige Kontakte – außer einem Hallo - war allerdings keine Zeit, da wir alle intensiv und fleißig arbeiteten. Die Küche war so beschädigt, dass dort kein Essen zubereitet werden konnte. So gab es Bratwürste vom Grill für uns alle.
Im Außenbereich der Werkstatt stand ein großes Zelt, in das wir alle Gegenstände aus Speiseraum und Küche, die noch brauchbar waren, stapelten. Da nur eine kleine Gruppe von Beschäftigten in der Werkstatt an einem Arbeitsauftrag gearbeitet hat, fragten wir, wo die anderen Beschäftigten sind. Man erzählte uns, dass sie in verschiedenen Gebäuden und Hallen der Stadt ihren Übergangsarbeitsplatz haben, denn die Produktion muss weitergehen. Auch die Garten- und Landschaftsgruppen waren anderweitig im Einsatz. Aber – wir waren ja da! Und außer uns fanden sich in diesen Tagen viele freiwillige Helfer aus anderen Werkstätten, Schulen, Krankenhäusern und Betrieben.
Die Hilfsbereitschaft und der Gemeinschaftssinn waren überwältigend. Dieter Weidemann hatte bereits bei uns in der Werkstatt in Leinefelde eine spontane Sammelaktion initiiert. Unaufgefordert nahm er seine Frühstückstüte und ging von Gruppe zu Gruppe und bat um Spendengelder. Die 90 €, die er aus der Werkstatt zusammenbekommen hatte, konnten wir nun vor Ort dem Verantwortlichen übergeben. Dieser hat sich richtig gefreut und uns stolz berichtet, dass die Lebenshilfe in Jena bis jetzt schon 10 000 € an Spendengeldern von freundlichen Menschen bekommen hat.
Gegen 16.00 Uhr beendeten wir unsere Arbeit und trafen auf eine neue Hürde, denn in dem Objekt konnten wir nur mit 1 Dusche duschen. Dadurch verzögerte sich unsere Abfahrt. In einem Nachbarort schlugen wir unser Nachtlager im Gemeindesaal, der sonst für Versammlungen genutzt wird, auf. Hier saßen wir auch noch eine Weile bei Steaks und einem Getränk zusammen, bevor wir total erschöpft in unsere Schlafsäcke krochen.
An anderen Morgen ging die Arbeit weiter. Jetzt kannten wir uns schon aus und wussten, was zu tun ist. Da keine Mittagsversorgung vorgesehen war, kochten unsere Betreuer für uns Chili con Carne auf dem Campingkocher. Wir waren für alle Eventualitäten ausgerüstet und so gab es keine Probleme. Wir waren ja schließlich im Einsatz! Das Miteinander in unserem Team war einfach Spitze! Mit einem superguten Gefühl im Herzen, sind wir am Abend des 2. Tages nach Hause gefahren. Jederzeit würden wir solch einen Einsatz wiederholen. Es ist wichtig, dass Menschen sich gegenseitig helfen und man immer ein offenes Ohr für die Not der Anderen haben muss!
Als wir am nächsten Morgen in die Werkstatt kamen, bedankte sich unsere Geschäftsführerin Rosi Burgdorf und unser Werkstattleiter Eckart Schönau bei uns. Sie setzten sich mit uns zusammen und wir berichteten von unseren Erlebnissen. Alle waren gespannt zu erfahren, wie es uns ergangen war und wie unsere Hilfe angekommen ist. Jeder bekam ein Blatt mit einem Smiley und einem Dankeschön. Wir waren ganz schön stolz!!!
Roberto Röttcher und Marcel Brandt
Autor: redAber auch die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt der Menschen vor Ort haben uns sehr beeindruckt. Als sich die Werkstatt des Saale – Betreuungswerkes der Lebenshilfe Jena an unsere Werkstatt wandte, und um Hilfe ersuchte, stand für uns sofort fest: Da sind wir dabei! Hier müssen wir helfen! Unkompliziert und zügig stellte der Werkstattleiter ein Team aus Freiwilligen, bestehend aus 7 Beschäftigten und 2 Betreuern zusammen. Luftmatratzen und Schlafsäcke organisierten wir uns bei Freunden und bereits am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Jena. Schon von weitem sahen wir die Schuttberge. Wir waren zum ersten Mal in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Jena und hätten uns eine Besichtigung unter anderen Bedingungen gewünscht.
So wurden wir dort kurz empfangen und herumgeführt. Das Wasser hatte in den Gruppenräumen, dem Speisesaal, der Küche und den Sozialräumen großen Schaden angerichtet. Obwohl es nur 30cm hoch gestanden hatte, waren Ständerwände, Möbel, Maschinen und Ausrüstung so geschädigt, dass wir ganze Arbeit mit Ausräumen, Abschlagen der Fliesen und des Putzes und der partiellen Entfernung der Ständerwände leisten mussten. Unsere Hauptwerkzeuge waren Schaufel, Besen und Schubkarre. Erschwerend kam hinzu, dass es sehr warm und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war.
Da klebte die Frisur am Kopf und der Schweiß rann den Rücken herab. Vor der Werkstatt standen Container, in die wir den Bauschutt füllten. Dabei halfen uns Freiwillige aus der Mühlhäuser Werkstatt, die bereits einen Einsatztag hinter sich hatten. Für großartige Kontakte – außer einem Hallo - war allerdings keine Zeit, da wir alle intensiv und fleißig arbeiteten. Die Küche war so beschädigt, dass dort kein Essen zubereitet werden konnte. So gab es Bratwürste vom Grill für uns alle.
Im Außenbereich der Werkstatt stand ein großes Zelt, in das wir alle Gegenstände aus Speiseraum und Küche, die noch brauchbar waren, stapelten. Da nur eine kleine Gruppe von Beschäftigten in der Werkstatt an einem Arbeitsauftrag gearbeitet hat, fragten wir, wo die anderen Beschäftigten sind. Man erzählte uns, dass sie in verschiedenen Gebäuden und Hallen der Stadt ihren Übergangsarbeitsplatz haben, denn die Produktion muss weitergehen. Auch die Garten- und Landschaftsgruppen waren anderweitig im Einsatz. Aber – wir waren ja da! Und außer uns fanden sich in diesen Tagen viele freiwillige Helfer aus anderen Werkstätten, Schulen, Krankenhäusern und Betrieben.
Die Hilfsbereitschaft und der Gemeinschaftssinn waren überwältigend. Dieter Weidemann hatte bereits bei uns in der Werkstatt in Leinefelde eine spontane Sammelaktion initiiert. Unaufgefordert nahm er seine Frühstückstüte und ging von Gruppe zu Gruppe und bat um Spendengelder. Die 90 €, die er aus der Werkstatt zusammenbekommen hatte, konnten wir nun vor Ort dem Verantwortlichen übergeben. Dieser hat sich richtig gefreut und uns stolz berichtet, dass die Lebenshilfe in Jena bis jetzt schon 10 000 € an Spendengeldern von freundlichen Menschen bekommen hat.
Gegen 16.00 Uhr beendeten wir unsere Arbeit und trafen auf eine neue Hürde, denn in dem Objekt konnten wir nur mit 1 Dusche duschen. Dadurch verzögerte sich unsere Abfahrt. In einem Nachbarort schlugen wir unser Nachtlager im Gemeindesaal, der sonst für Versammlungen genutzt wird, auf. Hier saßen wir auch noch eine Weile bei Steaks und einem Getränk zusammen, bevor wir total erschöpft in unsere Schlafsäcke krochen.
An anderen Morgen ging die Arbeit weiter. Jetzt kannten wir uns schon aus und wussten, was zu tun ist. Da keine Mittagsversorgung vorgesehen war, kochten unsere Betreuer für uns Chili con Carne auf dem Campingkocher. Wir waren für alle Eventualitäten ausgerüstet und so gab es keine Probleme. Wir waren ja schließlich im Einsatz! Das Miteinander in unserem Team war einfach Spitze! Mit einem superguten Gefühl im Herzen, sind wir am Abend des 2. Tages nach Hause gefahren. Jederzeit würden wir solch einen Einsatz wiederholen. Es ist wichtig, dass Menschen sich gegenseitig helfen und man immer ein offenes Ohr für die Not der Anderen haben muss!
Als wir am nächsten Morgen in die Werkstatt kamen, bedankte sich unsere Geschäftsführerin Rosi Burgdorf und unser Werkstattleiter Eckart Schönau bei uns. Sie setzten sich mit uns zusammen und wir berichteten von unseren Erlebnissen. Alle waren gespannt zu erfahren, wie es uns ergangen war und wie unsere Hilfe angekommen ist. Jeder bekam ein Blatt mit einem Smiley und einem Dankeschön. Wir waren ganz schön stolz!!!
Roberto Röttcher und Marcel Brandt