Do, 23:38 Uhr
29.05.2014
Gute Gedanken...
"Mein neues GOTTESLOB hat einen bunten Ledereinband in den Farben gelb, grün, blau und rot – mit vielen Zwischentönen. Manchmal kleben die Seiten noch zusammen, weil ich noch nicht alle Seiten benutzt habe..." Mit diesen Worten begann zur Männerwallfahrt am Klüschen Hagis heute Diözesan-Administrator Weihbischof Reinhard Hauke seine Predigt....
...Das wird sich aber im Laufe der Zeit ändern.
Singt dem Herrn ein neues Lied ist der Anfang des Liedes im GOTTESLOB Nr. 409. Wir singen es gemeinsam mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern. Daher hat es ein ö bekommen. Wir meinen mit diesem Wallfahrtsthema aber mehr als nur dieses konkrete Lied Nr. 409. Das neue Lied kann auch einen anderen Text und eine andere Melodie haben und uns helfen, beim heutigen Wallfahrtsgottesdienst einen guten Gedanken auszudrücken und zu unterstützen. Weil diese guten Gedanken jedoch immer auf der Botschaft der Heiligen Schrift aufsitzen, lade ich zunächst ein, die biblischen Texte des heutigen Wallfahrtsgottesdienstes zu bedenken.
Wir können Freude am Glauben haben und verbreiten
Der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus beginnt mit einem Loblied auf den Plan Gottes, durch Jesus Christus für uns Menschen das Heil zu schaffen. Das klingt so normal und bekannt für uns. Ja, Jesus Christus ist unser Erlöser. Aber können wir das wirklich nur einfach zur Kenntnis nehmen? Ist es für uns normal, dass der Sohn Gottes Mensch geworden ist? Ist es für uns normal, dass er die Schuld der Menschen auf sich genommen hat und am Kreuz qualvoll gestorben ist? Immer wieder denke ich gern an den Bericht von einem Kind, das in Küllstedt beim Passionsspiel im Volk von Jerusalem laut rufen sollte: Kreuzige ihn! und sich geweigert hat, das zu rufen. Ich will nicht, dass Jesus gekreuzigt wird! hat es gesagt.
Und dennoch war es für Jesus Christus der Weg, dem er nicht ausweichen wollte. In unserer Lesung bedankt sich der Apostel bei der Gemeinde in Ephesus für den Glauben an Jesus Christus. Er bittet Gott um die Gabe der Weisheit und Offenbarung für die Gemeinde, damit sie Jesus Christus erkennt und bekennt.
Der Apostel gebraucht das schöne Wort von den Augen des Herzens, die geöffnet werden sollen, damit die Gläubigen die Hoffnung verstehen, zu der die Gläubigen gerufen sind. Und dann schwelgt quasi der Apostel in den Aussagen über den Himmel und die Auferstehung, die bei Jesus Christus seinen Anfang genommen hat. Dann kommt auch die Kirche in den Blick. Hier ist Christus das Haupt und der Leib. Zugleich ist Christus aber auch Herr über das All.
Nachdenklich macht mich, dass ich oft so wenig Freude über den Himmel und die Auferstehung sehe. Wenn ein Gedanke und eine Wahrheit so selbstverständlich sind, dann kann ich mich kaum noch darüber freuen. Wir haben uns vielleicht schon zu sehr an den Gedanken gewöhnt, dass es einen Himmel gibt und für uns dieser Himmel im Tod offen steht. So jedoch ist es nicht automatisch, denn wir müssen uns würdig erweisen, dieses ewige Erbe antreten zu können. Dazu dient auch die Wallfahrt heute und dient der Sonntagsgottesdienst.
Wenn wir uns wieder bewusst geworden sind, was Himmel und Auferstehung bedeuten, dann werden wir unser Leben verändern. Dann meide ich die Sünde, die mich von Gott wegführt. Dann suche ich die Quelle des Glaubens, die für mich die Heilige Schrift ist. Dann brenne ich darauf, diese gute Nachricht allen Menschen mitzuteilen, die mir am Herzen liegen und zu denen ich von Gott durch Taufe und Firmung geschickt werde.
Der Glaube an den Himmel und die Ewigkeit verändert unsere Entscheidungen. Auch die Entscheidung für den Dienst des Priesters, der Ordensfrau und des Bischofs, d.h. das Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ist nur zu verstehen, wenn es ein Verständnis und eine Sensibilität für den Himmel gibt. Ebenso sind das Leben in der ehelichen Treue und die Entscheidung für ein Leben in der Nachfolge Christi nur zu verstehen, wenn es ein Verständnis für den Himmel gibt.
So sind und waren die Christen immer schon Außenseiter der Gesellschaft und haben zum Widerstand aufgerufen und zum Nachdenken angeregt. Das neue Lied, von dem im Wallfahrtsthema die Rede ist, erzählt nicht von der irdischen Wirklichkeit, sondern von den Erfahrungen mit Gott. Dafür haben wir zu danken.
Wir sollen Wachsamkeit für die besonderen Wege Gottes zu den Menschen haben, um sie froh zu machen
Der Evangelist Matthäus beschließt sein Evangelium mit dem Bericht vom Auftrag des Auferstandenen in Jerusalem. Er steht mitten unter den Aposteln, die nach Galiläa aufgebrochen sind, um dem Herrn zu begegnen. Er ist nun bei Ihnen und sendet sie in alle Völker.
Die Apostel haben keine Missionswissenschaft studiert und sind auch sonst nicht so bewandert in den Fragen der Bibel. Ihr Glaube basiert auf den Erfahrungen mit Jesus Christus. Die Apostel bezweifeln nicht, dass sie nach Galiläa gehen sollen, wo sie doch so oft mit Jesus gewesen sind.
Es ist das Gebiet, dem die Bewohner von Jerusalem nichts Gutes zutrauen: Kann von aus Galiläa etwas Gutes kommen? – so fragt der Apostelanwärter Natanael den Philippus (Joh 1, 46). Hier haben die Apostel und die ersten Christen gespürt, dass dort ein Neuanfang im Denken und Glauben zu finden ist.
Unverbraucht ist die Hoffnung auf Veränderung durch den Messias, wenn auch das konkrete Kommen des Messias aus Nazareth eine Überraschung für viele war, ist und bleibt. Von hier aus geht der Weg der Apostel in alle Länder der Welt, auch wenn dort keine Juden zu finden sind. Es setzt sich durch die Erfahrung der Geistsendung über die Nichtjuden bei den Christen der Gedanke durch: Von hier aus soll die ganze Welt vom Messias, vom Himmel und der Erlösung erfahren und das neue Lied anstimmen, das von der Freude am Leben mit Gott berichtet.
Gott sucht sich die Orte aus, wo nichts Großes zu erwarten ist. Er sucht sich die Menschen aus, die keine großen Schriftgelehrten sind. Immer wieder will er zeigen, dass durch IHN das Heil wird und wir alle Anstrengungen unternehmen sollen, die Mitmenschen durch sein Wort und die glaubwürdige Tat froh zu machen.
Er gibt den Kardinälen den Gedanken ein, den Erzbischof von Buenos Aires zum Papst zu wählen, der dann selbst sagt: Vom Ende der Welt komme ich! Die neue Art des Christseins erleben wir derzeit bei Papst Franziskus. Wenn ich auch mit einem gewissen Schmunzeln gehört habe, dass die Schweizer Garde sich den neuen Herausforderungen kaum gewachsen sieht, die der Papst durch seine Offenheit, Freundlichkeit und sein Zugehen auf die Menschen schafft, so spüren wir doch in seinen Gesten und Worten den tiefgläubigen Christen, der nichts anderes will als die Menschen durch den Glauben froh zu machen.
Voraussetzung ist, dass wir davon überzeugt sind: Mit dem Glauben haben wir es besser als ohne den Glauben! Das betrifft nicht das Geld und die Gesundheit, sondern den Lebensmut und die Perspektive für das Leben.
Die biblischen Texte sagen uns also heute:
Wir können Freude am Glauben haben und verbreiten – so der Gedanke der Lesung aus dem Brief an die Epheser. Wir sollen Wachsamkeit für die besonderen Wege Gottes zu den Menschen haben, um sie froh zu machen – so der Gedanke aus dem Evangelium..."
(Auszug aus der Predigt von Weihbischof Hauke)
Autor: en...Das wird sich aber im Laufe der Zeit ändern.
Singt dem Herrn ein neues Lied ist der Anfang des Liedes im GOTTESLOB Nr. 409. Wir singen es gemeinsam mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern. Daher hat es ein ö bekommen. Wir meinen mit diesem Wallfahrtsthema aber mehr als nur dieses konkrete Lied Nr. 409. Das neue Lied kann auch einen anderen Text und eine andere Melodie haben und uns helfen, beim heutigen Wallfahrtsgottesdienst einen guten Gedanken auszudrücken und zu unterstützen. Weil diese guten Gedanken jedoch immer auf der Botschaft der Heiligen Schrift aufsitzen, lade ich zunächst ein, die biblischen Texte des heutigen Wallfahrtsgottesdienstes zu bedenken.
Wir können Freude am Glauben haben und verbreiten
Der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus beginnt mit einem Loblied auf den Plan Gottes, durch Jesus Christus für uns Menschen das Heil zu schaffen. Das klingt so normal und bekannt für uns. Ja, Jesus Christus ist unser Erlöser. Aber können wir das wirklich nur einfach zur Kenntnis nehmen? Ist es für uns normal, dass der Sohn Gottes Mensch geworden ist? Ist es für uns normal, dass er die Schuld der Menschen auf sich genommen hat und am Kreuz qualvoll gestorben ist? Immer wieder denke ich gern an den Bericht von einem Kind, das in Küllstedt beim Passionsspiel im Volk von Jerusalem laut rufen sollte: Kreuzige ihn! und sich geweigert hat, das zu rufen. Ich will nicht, dass Jesus gekreuzigt wird! hat es gesagt.
Und dennoch war es für Jesus Christus der Weg, dem er nicht ausweichen wollte. In unserer Lesung bedankt sich der Apostel bei der Gemeinde in Ephesus für den Glauben an Jesus Christus. Er bittet Gott um die Gabe der Weisheit und Offenbarung für die Gemeinde, damit sie Jesus Christus erkennt und bekennt.
Der Apostel gebraucht das schöne Wort von den Augen des Herzens, die geöffnet werden sollen, damit die Gläubigen die Hoffnung verstehen, zu der die Gläubigen gerufen sind. Und dann schwelgt quasi der Apostel in den Aussagen über den Himmel und die Auferstehung, die bei Jesus Christus seinen Anfang genommen hat. Dann kommt auch die Kirche in den Blick. Hier ist Christus das Haupt und der Leib. Zugleich ist Christus aber auch Herr über das All.
Nachdenklich macht mich, dass ich oft so wenig Freude über den Himmel und die Auferstehung sehe. Wenn ein Gedanke und eine Wahrheit so selbstverständlich sind, dann kann ich mich kaum noch darüber freuen. Wir haben uns vielleicht schon zu sehr an den Gedanken gewöhnt, dass es einen Himmel gibt und für uns dieser Himmel im Tod offen steht. So jedoch ist es nicht automatisch, denn wir müssen uns würdig erweisen, dieses ewige Erbe antreten zu können. Dazu dient auch die Wallfahrt heute und dient der Sonntagsgottesdienst.
Wenn wir uns wieder bewusst geworden sind, was Himmel und Auferstehung bedeuten, dann werden wir unser Leben verändern. Dann meide ich die Sünde, die mich von Gott wegführt. Dann suche ich die Quelle des Glaubens, die für mich die Heilige Schrift ist. Dann brenne ich darauf, diese gute Nachricht allen Menschen mitzuteilen, die mir am Herzen liegen und zu denen ich von Gott durch Taufe und Firmung geschickt werde.
Der Glaube an den Himmel und die Ewigkeit verändert unsere Entscheidungen. Auch die Entscheidung für den Dienst des Priesters, der Ordensfrau und des Bischofs, d.h. das Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ist nur zu verstehen, wenn es ein Verständnis und eine Sensibilität für den Himmel gibt. Ebenso sind das Leben in der ehelichen Treue und die Entscheidung für ein Leben in der Nachfolge Christi nur zu verstehen, wenn es ein Verständnis für den Himmel gibt.
So sind und waren die Christen immer schon Außenseiter der Gesellschaft und haben zum Widerstand aufgerufen und zum Nachdenken angeregt. Das neue Lied, von dem im Wallfahrtsthema die Rede ist, erzählt nicht von der irdischen Wirklichkeit, sondern von den Erfahrungen mit Gott. Dafür haben wir zu danken.
Wir sollen Wachsamkeit für die besonderen Wege Gottes zu den Menschen haben, um sie froh zu machen
Der Evangelist Matthäus beschließt sein Evangelium mit dem Bericht vom Auftrag des Auferstandenen in Jerusalem. Er steht mitten unter den Aposteln, die nach Galiläa aufgebrochen sind, um dem Herrn zu begegnen. Er ist nun bei Ihnen und sendet sie in alle Völker.
Die Apostel haben keine Missionswissenschaft studiert und sind auch sonst nicht so bewandert in den Fragen der Bibel. Ihr Glaube basiert auf den Erfahrungen mit Jesus Christus. Die Apostel bezweifeln nicht, dass sie nach Galiläa gehen sollen, wo sie doch so oft mit Jesus gewesen sind.
Es ist das Gebiet, dem die Bewohner von Jerusalem nichts Gutes zutrauen: Kann von aus Galiläa etwas Gutes kommen? – so fragt der Apostelanwärter Natanael den Philippus (Joh 1, 46). Hier haben die Apostel und die ersten Christen gespürt, dass dort ein Neuanfang im Denken und Glauben zu finden ist.
Unverbraucht ist die Hoffnung auf Veränderung durch den Messias, wenn auch das konkrete Kommen des Messias aus Nazareth eine Überraschung für viele war, ist und bleibt. Von hier aus geht der Weg der Apostel in alle Länder der Welt, auch wenn dort keine Juden zu finden sind. Es setzt sich durch die Erfahrung der Geistsendung über die Nichtjuden bei den Christen der Gedanke durch: Von hier aus soll die ganze Welt vom Messias, vom Himmel und der Erlösung erfahren und das neue Lied anstimmen, das von der Freude am Leben mit Gott berichtet.
Gott sucht sich die Orte aus, wo nichts Großes zu erwarten ist. Er sucht sich die Menschen aus, die keine großen Schriftgelehrten sind. Immer wieder will er zeigen, dass durch IHN das Heil wird und wir alle Anstrengungen unternehmen sollen, die Mitmenschen durch sein Wort und die glaubwürdige Tat froh zu machen.
Er gibt den Kardinälen den Gedanken ein, den Erzbischof von Buenos Aires zum Papst zu wählen, der dann selbst sagt: Vom Ende der Welt komme ich! Die neue Art des Christseins erleben wir derzeit bei Papst Franziskus. Wenn ich auch mit einem gewissen Schmunzeln gehört habe, dass die Schweizer Garde sich den neuen Herausforderungen kaum gewachsen sieht, die der Papst durch seine Offenheit, Freundlichkeit und sein Zugehen auf die Menschen schafft, so spüren wir doch in seinen Gesten und Worten den tiefgläubigen Christen, der nichts anderes will als die Menschen durch den Glauben froh zu machen.
Voraussetzung ist, dass wir davon überzeugt sind: Mit dem Glauben haben wir es besser als ohne den Glauben! Das betrifft nicht das Geld und die Gesundheit, sondern den Lebensmut und die Perspektive für das Leben.
Die biblischen Texte sagen uns also heute:
Wir können Freude am Glauben haben und verbreiten – so der Gedanke der Lesung aus dem Brief an die Epheser. Wir sollen Wachsamkeit für die besonderen Wege Gottes zu den Menschen haben, um sie froh zu machen – so der Gedanke aus dem Evangelium..."
(Auszug aus der Predigt von Weihbischof Hauke)