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Mo, 15:23 Uhr
16.06.2014

Forum: Militäreinsatz

"Nicht schon wieder, Herr Gauck", so beginnt ein Leserbrief zum Thema Militäreinsatz...

Es kann dem Bundespräsidenten Gauck nicht schnell genug gehen, Deutschland zu globalen Militäreinsätzen zu drängen. Während seiner Norwegen-Reise lässt er uns aufhorchen und verkündet, wie er ganz im Sinne seiner Vereidigung als Bundespräsident, für das Wohl des deutschen Volkes wirken, Schaden von ihm abwenden und das Grundgesetz verteidigen will.

An der Seite der Unterdrückten will er für die Einhaltung der Menschenrechte kämpfen. Natürlich meint er, sind da auch militärische Einsätze notwendig. Also keine Zurückhaltung mehr, sondern ganz im Sinne einer Weltpolizei soll Deutschland seine neue Rolle sehen. So wahr mir Gott helfe, endete seine Vereidigung. Ich frage mich nun, in welchem Namen verkündet der ehemalige Pfarrer seinen Aufruf zu mehr Auslandseinsätzen? Die Mehrheit der Deutschen lehnen eine solche Politik ab. Das müsste doch auch ihm nicht entgangen sein.

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In wessen Interesse mag er da wohl reden? Seines früheren "Chefs" sicher nicht. Wie kein anderer Präsident vor ihm, pocht er auf die militärische Rolle Deutschland, will nicht, dass wir, wer auch immer das sein mag, nur am Rande des "Spielfeldes" stehen. Also liebe Großmacht Amerika, wir dind bereit für unsere neue Rolle soll das heißen - Pastoral und salbungsvoll ummantelt sollen wir dafür eingelullt werden. Frau von der Leyen bringt derweil die Bundeswehr für diese neue Rolle auf Vordermann. Wohin militärische Antworten führen, zeigt der Irak und Afghanistan mehr als deutlich. Deutschland soll sich im Bündnis mit vielen Partnern einmischen um die Welt sicherer zu machen, Der Spielraum dafür ist groß, aber ohne militärische Mittel.

Die deutschen Interessen am Hindukusch kamen und kommen uns teuer zu stehen. Nicht schon wieder und vor allem nicht in Geschichtsvergessenheit, Herr Gauck.
Rolf-Dieter Reiber, Ichstedt
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
henry12
16.06.2014, 20:51 Uhr
So ändern sich die Zeiten
Zu Zonenzeiten hat der Gute noch "Schwerter zu
Pflugscharen" gepredigt. Aber da war es als Pfaffe auch noch in, dagegen zu sein.
Heute gehört diese Sparte zum Establishment.
Da werden die Schäfchen sogar für Kriege verheizt,wenn es sein muß.
Wolfi65
16.06.2014, 22:00 Uhr
Nicht so derb!
Denn das ist doch "unser" Präsident des Bundes. Ein Aushängesschild. Ein Mann im Spätherbst seines Lebens angekommen. Und irgendwann kommt der Winter.
Retupmoc
17.06.2014, 07:37 Uhr
Hat er das?
@ Henry? Bis zum Mauerbau war Gauck oft im Westen, als 15jähriger sogar in Paris. Nach dem Mauerbau studierte er. Ohne linientreue undenkbar.

Und heute: Besser man sagt zu diesem Mann nichts.
Real Human
17.06.2014, 10:57 Uhr
Die Geschichtsvergessenheit der Linken
Sehr geehrter Herr Reiber!

Wenn man jemanden öffentlich (und vor allem schriftlich) kritisiert, dann gehört es zum guten Stil, die Kritik wenigstens mit einem Zitat zu belegen. In Ihrem Forumsbeitrag finde ich nichts dergleichen. Ich kann deshalb nur vermuten, dass Sie sich auf die folgende Quelle beziehen: http://www.deutschlandradiokultur.de/norwegen-reise-deutschland-steht-an-der-seite-der.1008.de.html?dram:article_id=289135

Um nichts aus dem Zusammenhang zu reißen, zitiere ich hier den betreffenden Interviewabschnitt
vollständig. Ich hole hiermit das Bisschen copy & paste nach, von dem Sie glaubten, man könne darauf verzichten. (Ich denke, der Speicherplatz auf dem Server der nnz wird bei den heutigen Festplattenpreisen dadurch nicht überbeansprucht.):

„Wiese [Interviewer]: Sie haben ja schon auf der Münchner Sicherheitskonferenz sich für mehr deutsches internationales Engagement ausgesprochen. Bedeutet dieses internationale Engagement in Ihrem Sinne auch militärisches Engagement?

Gauck: Erst einmal meine ich nicht das, was Deutschland in vergangenen Jahrhunderten oder in dem Jahrzehnt des Krieges an den Tag gelegt hat: deutsches Dominanzgebaren. Das Gegenteil ist gemeint. Es ist im Verbund mit denen, die in der Europäischen Union oder in der NATO mit uns zusammengehen, ein Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen. Wenn die Bundesregierung jetzt sehr aktiv ist im Ukraine-Konflikt, dann ist das in dem Sinne, wie ich es gemeint habe. Es gab früher eine gut begründete Zurückhaltung der Deutschen, international sich entsprechend der Größe oder der wirtschaftlichen Bedeutung Deutschlands einzulassen. Das kann ich verstehen! Aber heute ist Deutschland eine solide und verlässliche Demokratie und ein Rechtsstaat. Es steht an der Seite der Unterdrückten. Es kämpft für Menschenrechte. Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen. So wie wir eine Polizei haben und nicht nur Richter und Lehrer, so brauchen wir international auch Kräfte, die Verbrecher oder Despoten, die gegen ihr eigenes Volk oder gegen ein anderes mörderisch vorgehen, zu stoppen. Und dann ist als letztes Mittel manchmal auch gemeinsam mit anderen eine Abwehr von Aggression erforderlich. Deshalb gehört letztlich als letztes Mittel auch dazu, den Einsatz militärischer Mittel nicht von vornherein zu verwerfen.“ (Zitatende)

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt und deren Zusammensetzung wird durch Bundes- und Landtagswahlen bestimmt. Hätten die Wahlberechtigten zu 50 % Die Linke gewählt, würde es heute einen anderen Bundespräsidenten geben und Deutschland wäre vielleicht schon aus der NATO ausgetreten. Letzteres ist aber glücklicherweise nicht passiert.

Die Sozialpolitik der Linken finde ich allgemein richtig und habe diese Partei auch öfters gewählt. Ihre Außenpolitik jedoch ist nach meiner Meinung eine Katastrophe, weil sie größtenteils sehr weltfremd und blauäugig ist. (Es sei denn, man verfolgt insgeheim ein ganz anderes Ziel???)

So bekommt man z.B. die in Nigeria gekidnappten Mädchen durch Appelle nicht frei, denn Frauenrechte sind islamistischen Extremisten völlig fremd. Der Bundespräsident fordert also zu Recht in solchen Fällen auch den Einsatz militärischer Gewalt. Da hilft auch der Hinweis auf das Erbe des Kolonialismus nicht weiter.

Wer die „Großmacht Amerika“ teils zurecht kritisiert, sollte in der Lage sein, einen besseren „Weltpolizisten“ abzugeben. Dazu ist gegenwärtig aber weder Deutschland noch Europa fähig. Lediglich Frankreich schickt zuweilen ausreichend starke militärisch bewaffnete Polizeieinheiten nach Nordafrika um dort Gewaltexzesse zu beenden.

Apropos Frankreich: Gerade die Geschichte Frankreichs zeigt exemplarisch, was passieren kann, wenn man vor dem rechtzeitigen militärischen Einsatz gegen Diktaturen zurückschreckt: Selbst nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen kam Frankreich seinem Verbündeten nicht effektiv zu Hilfe. Man wollte einen zweiten Weltkrieg unbedingt vermeiden, (was zunächst auch EMOTIONAL verständlich ist).

Eine französische Besetzung des Ruhrgebiets während des deutschen Polenfeldzugs hätte Nazideutschland gewaltig in die Bredouille gebracht. Eine zusätzliche wirksame britische Unterstützung hätte den Zweiten Weltkrieg beendet, bevor er richtig ausgebrochen wäre. (Die Nazis wussten das und haben sich intern über die Westmächte lustig gemacht.) Ein solcher Präventivkrieg hätte sicher zigtausende Opfer gefordert, es wären aber zigmillionen Tote verhindert worden.

Dass Joachim Gauck Pfarrer war, ist bezüglich der deutschen Außenpolitik eher positiv. Die deutsche Evangelische Kirche hat wegen ihres Versagens während des Naziregimes viel wiedergutzumachen gehabt und ist von allen vom Gotteswahn befallenen Religionsgemeinschaften noch die mit der realistischsten Weltsicht. (Das Trinitätslob hätte Pfarrerin Wiegleb besser nicht so öffentlich machen sollen.)

Ich hoffe, dass die Linke aus ihrem Versagen aus der DDR-Zeit gelernt hat und das Primat der Demokratie vor dem Sozialismus begriffen hat. Aus der Geschichte des „real existierenden Sozialismus“ sollte man gelernt haben, dass ein dauerhaftes Verbot von Pluralismus zunächst zur stalinistischen Entartung, danach zur Verkrüppelung und schließlich zum Untergang der an sich progressiven Weltanschauung geführt hat.

Die bürgerliche Demokratie ist sicher eine mit Mängeln behaftete Regierungsform, aber ich denke sie ist die beste, die man gegenwärtig vom Homo Sapiens erwarten kann.
henry12
17.06.2014, 11:26 Uhr
Joerg B.
Was nicht passt, wird einfach passend gemacht.
Wenn es nicht so ermüdend wäre, müsste man Abschnittweise auf die Widersprüche Ihres Kommentars eingehen.
Retupmoc
17.06.2014, 11:38 Uhr
Gewalt und Gegengewalt
"So bekommt man z.B. die in Nigeria gekidnappten Mädchen durch Appelle nicht frei, denn Frauenrechte sind islamistischen Extremisten völlig fremd. Der Bundespräsident fordert also zu Recht in solchen Fällen auch den Einsatz militärischer Gewalt." Zitat Jörg B.

So geehrter User, dann sollen also deutsche Soldaten die Mädchen befreien? Wieviele sterben bei dem Versuch als Kollateralschäden? Und vielleicht erwischt es auch noch ein paar Unschuldige?

Hätten die soganannten christlichen Staaten nicht seit Jahrhunderten eine falsche Politik aufgelegt,, gebe es solche Auswüchse nicht. Der Närboden wurde gelegt, als man die Bevölkerung in Afrika durch Geschäfte arm machte, der papst auf Kondome verzichtete und so die Menschen mit dem Thema Aida in Berührung kamen. Und vieles mehr. Nährboden für Extreme. Und jetzt wollen wir dort militärishc eingreifen. Gehts noch? Lieber Jörg - die schießen dann mit deutschen Waffen auf unsere Männer !!!!
Real Human
17.06.2014, 13:26 Uhr
Bauen wir uns eine Zeitmaschine …
… und wiederholen unsere Fehler!

@ henry12:
Dann tun Sie's doch, oder scheuen Sie die Mühe? Für Überzeugungen sollte man einstehen oder sie korrigieren. Übrigens: „Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.“ (hat ein später verwirrter Mann einmal gesagt) ...weil sie nämlich schnell blind machen können. Gäbe es nicht so viele Überzeugte, wäre die Welt viel friedlicher.

@ Retupmoc:
Ja, am besten sollte man Käpt'n Nemo's U-Boot mit einer Zeitmaschine aufrüsten. Dann könnte er ins 17. Jahrhundert reisen und sämtliche Sklavenschiffe vor ihrer Anlandung an den afrikanischen Küsten versenken. Besser wäre es natürlich, wenn er die Sklavenhändler dazu überreden könnte, sich doch von ehrlicher Arbeit zu ernähren. Aber sowas ist nicht mal Lenin bei den Kulaken gelungen ...

Dass sich Christen und Muslime ebenfalls beim Sklavenhandel bereichert haben, zeigt wie wenig die großen Propheten dauerhaft ausrichten konnten. Aber es ist noch schlimmer. Lesen Sie mal im 4. Buch Mose das Kapitel 31! Aber auf das Gift in der Bibel habe ich schon hingewiesen.

Auf den Schaden, den die Päpste mit ihrer Sexuallehre weltweit verursacht haben, habe ich schon 1988 auf einem Seminar eines Kirchentages in Erfurt aufmerksam gemacht. Kaum hatte ich es ausgesprochen, war der Raum leer. („Komischerweise“ wurde mir im September 1989 der Status „Staatsfeind“ aberkannt.)

Ich kann mich noch an ein Fernsehinterview in der Fußgängerzone eines deutschen Rüstungsstandortes entsinnen. Sämtlichen Interviewten waren die Arbeitsplätze wichtiger als ein Verbot deutscher Rüstungsexporte.

Oder versuchen Sie doch mal Islamisten besser zu überwachen und sie bevor sie sich einer Terrorzelle anschließen umzuerziehen! Au weia, welche Polizeistaatsmethoden! Und die Religionsfreiheit für Gläubige?!

Was wir Menschen in der Vergangenheit falsch gemacht haben, können wir nicht mehr ändern, aber wir können daraus lernen – THEORETISCH!
Retupmoc
17.06.2014, 16:24 Uhr
Und doch wäre eine Reise in die Geschichte lehrreich
Die Islamisten ( wie sie so genannt werden ) hatten früher die blühensten Länder Europas geschaffen. Städte wie Byzanz, Konstantinopel seien dafür genannt. Die Kreuzritter ( wir sind wieder beim Christentum ) sind dann losgezogen und haben den "Heiden" dort die Lehre Jesus gebracht. Das dabei noch ein paar Leute ins Gras bissen und man damals bereits den Hass auf den Norden Europas auf sich zog .. ja das ist nicht mehr zu ändern. Auch nicht die verschleppten und versklavten "Schwarzen" !

Auch die Überfälle der Russen oder Amis auf Afghanistan in vergangenen und diesem Jahrhundert nicht mehr !

Aber ich frage noch einmal:

1. Wieso geht Gauck nicht dagegen an, das wir Rüstungsimporteur Nummer 3 sind ?

2. Wieso schießen Syrer mit deutschen Waffen auf andere Syrer.

3. Wieso halten die da im " Busch " die Mädchen mit deutschen Waffen in Schach?

Und noch einmal: Wieso durfte der Staatsgegner und Pazifist Gauck in der ach so bösen DDR studieren und ins Ausland reisen ? Fragen über Fragen ... beantwortet von einem Mäntelchen das sich in den Wind dreht.

PS: Waffen in den Händen von unintelligenten Männern ( Soldaten und Ihre Offiziere ) sind immer tödlich.
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