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Fr, 07:00 Uhr
27.06.2014

Lichtblick: Einschätzungen

Jeder von uns kennt Menschen, die er schätzt.
Die haben wir gerne in unserer Nähe. Wir laden sie gerne ein, wir freuen uns, wenn sie kommen. Sie sind sehr gute Freunde, manchmal auch Ratgeber Sie sind einfach ein Schatz in unserem Leben. Sie zu kennen und mit ihnen zu reden macht uns reich...

Dann gibt es Menschen, die schätzen wir in dem Sinne, dass wir gut von ihnen reden. Wir haben Achtung vor ihren Begabungen und ihrem Wissen.

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Die Frage ist: Wie weit darf man sich ihnen nähern – wie viel Nähe würde z.B. ein Chef vertragen? Und weil wir nicht wissen, wie wir solche Leute einschätzen können, gehen wir ein bisschen vorsichtiger mit ihnen um. Wir vertrauen ihnen nicht alles an, was wir einem guten Freund anvertrauen würden. Wenn die zu Besuch kommen, ist es auch nicht schlecht. Aber weil wir nicht so richtig wissen, wie wir sie einschätzen sollen, wischen wir uns symbolisch den Schweiß von der Stirn, wenn sie gehen.

Und dann gibt es Leute, denen begegnen wir abschätzig.
Egal, wie gut die drauf sind, egal, was sie können.
Wir können nur abschätzig von ihnen reden und verächtlich auf sie herabblicken. Wenn sie kommen, sind wir vielleicht höflich aber nicht froh. Wenn sie „leider endlich gehen“, ist das eine Freude…

Ich glaube: Ein großer Teil davon, wie wir andere Menschen einschätzen, hat etwas damit zu tun, wie wir von uns selber denken. Wie wir uns einschätzen.
Wenn wir zum Beispiel von uns glauben, dass wir alles im Griff haben im Leben, weil wir ja so tüchtig und clever sind, dann begegnen wir denen, die es nicht so wie wir gepackt haben, abschätzig.

Bis wir jemanden treffen, der noch cleverer ist als wir. Dann kann es sein, dass es kippt – und wir denken sehr geringschätzig von uns selber.

Bis jemand zu uns kommt und uns wertschätzt. Indem er uns zum erzählt, wie wir ihm mal aus der Klemme geholfen haben. Und wie dankbar er heute noch ist – dann ist das für unsere Seele wie ein Feuerwerk mitten in der Nacht.

Lukas erzählt uns in seinem Evangelium eine der bewegendsten Begegnungen zwischen Jesus und zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Sie können Sie in Lukas 7,36 – 50 nachlesen: Es geht um einen Menschen, der es gepackt hat im Leben. Vor allem hat er es gepackt sich zu beherrschen und die Gebote zu halten. Dieser Mann hat Jesus bei sich zum Essen eingeladen. Plötzlich taucht eine stadtbekannte Dame auf, die einen sehr zweifelhaften Ruf hat. Ihr Lebenswandel hat dazu geführt, dass z.B. der Gastgeber abschätzig auf sie herabblickt und denkt: „Wenn Jesus wüsste, was das für eine ist…“ Jesus kennt beide ganz genau: Den (selbst)gerechten Menschen und diese zweifelhafte Person. In seiner Art, wie ER auf beide eingeht, lernen wir eine besondere Stärke von Jesus kennen: Wie ER auf der einen Seite Menschen richtig einschätzt. Wie ER hinter die Fassade schaut. Aber dabei diesen Menschen deutlich macht: „Ich schätze Dich zwar richtig ein – aber ich schätze Dich immer noch.

Trotz allem, was ich von Dir weiß, wer und wie Du wirklich bist – trotzdem bist Du mein wertvollster Schatz. Trotzdem werde ich Dir nicht abschätzig begegnen und Dir hier die Maske vom Gesicht reißen und Dich blamieren!“

Und das ist ein besonderer Lichtblick in unserer Zeit, wo Menschen beurteilt werden nach dem Augenschein. Jesus macht uns Mut und Hoffnung für unseren Weg durch das Leben. ER kennt uns ganz genau – bis in unsere tiefsten Gedanken – und trotzdem schätzt ER uns immer noch als seinen Schatz.

Was passiert, wenn wir uns und unsere Mitmenschen mit den Augen von Jesus sehen lernen? Wenn Sie eine Bibel haben, lesen Sie diese Geschichte mal nach. (auch unter www.bibelserver.com) Und dann fragen Sie sich: Was passiert, wenn ich mit Jesus über einen Menschen – vielleicht auch über mich, so ein Gespräch führen würde wie in der Geschichte bei Lukas:

Jesus sagt zu uns: „Siehst Du diesen Frau / diesen Mann / diesen Alkoholiker/ diesen Schläger / diesen Spötter / diesen Verächter… siehst den Typen im Spiegel, den Du gerade rasierst?“

Wir fragen zurück: „Was siehst Du in ihm – in ihr?“
Jesus antwortet: „Jemanden, den ich sehr schätze!“
Wir fragen zurück: „Was hat er oder sie denn so Besonderes, dass Du diesen Menschen schätzt?“
Und Jesus würde antworten: „Dieser Mensch ist mein Schatz. Weil er der geliebte Schatz meines Vaters ist!“
„Ja, aber weißt du nicht, dass…“
„Doch, ich weiß! Trotzdem ist er (bist Du) von mir wertgeschätzt!“ Dieses Gespräch kann ein großartiger Lichtblick werden!
Pfarrer Reinhard Süpke
Autor: red

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