Fr, 18:00 Uhr
27.03.2015
Lichtblick: Das wollte ich doch nicht!
Wie oft hören wir diesen Satz? Wie oft sagen wir ihn selbst? Immer, wenn diese Worte gesagt werden, steht jemand vor den sprichwörtlichen Scherben des Augenblicks. Ein Glas geht zu Bruch und man hört: Das wollte ich doch nicht! … Ich wollte doch nur helfen...
Eine Fensterscheibe geht beim Fußballspielen zu Bruch und es ist zu hören: Das wollte ich doch nicht! … Ich wollte doch nur Spielen und Spaß haben. Diese Feststellung ist nicht neu, sondern so alt, wie die Menschheit.
Schon Adam und Eva stehen im Paradies vor solchen Scherben. Sie hatten den Apfel gegessen, aber schuld daran sind sie nicht. Sie wollten doch nur klug werden und gut von böse unterscheiden können. Aber daß sie aus dem Paradies vertrieben werden, das hatten sie nicht gewollt.
Vieles ist es gut gedacht und gut gemeint, aber es kommt ganz anders. Die Konsequenzen zu tragen, ist nicht immer ganz leicht. Mancher zerbricht unter dieser Last. Viel leichter ist es, einem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Immer wieder geschehen ohne Vorwarnung viele dramatische Dinge, deren Konsequenzen ohne jeden Zweifel sehr schlimm sind.
Aber sie sind eben für alle Beteiligten. Schnell sind wir mit unseren Urteilen über den anderen fertig und stellen fest: Der hat doch nicht bis zu Ende gedacht, als er dieses oder jenes getan hat! - Kann man das immer, bis zu Ende denken? Kennen wir immer alle Umstände, die zu einem Geschehen geführt haben? Ist uns immer bewußt, was als Konsequenz auf unser eigenes Tun folgt? Stehen wir immer gerade dafür oder suchen wir nach Begründungen, warum wir eigentlich gar nichts dafür konnten? Haben wir vergessen, wie man sich in solch einer Situation fühlt, wenn man weiß: Ich habe das verbockt! Ich habe das nicht gewollt, aber ich muß jetzt dafür die Verantwortung übernehmen.
Wir beginnen mit dem Sonntag Palmarum die letzte Woche vor Ostern – die letzten fünf Tage im Leben Jesu. Er weiß was kommt. Jetzt jubeln die Leute noch, aber das wird sich bald ändern. Er weiß auch, daß einer seiner Jünger ihn verraten wird. Judas wollte ganz sicher nicht, daß Jesus stirbt. Aber er konnte die letzte Konsequenz seines Handelns nicht abschätzen. Wie schnell sind wir mit unserem Urteil über Judas, den Verräter. Kann es sein, daß er sich nicht genug beachtet fühlte und den anderen Jüngern einen Denkzettel verpassen wollte, wenn Jesus plötzlich gefangen genommen wird? Judas hat einen Fehler gemacht.
Judas hat versucht, ihn wieder rückgängig zu machen, als er die Münzen wieder zurückgeben wollte. Doch es gab kein Zurück mehr! Er musste mit den Konsequenzen seines Handelns leben. --- Unverzeihlich!?! --- Doch auch für ihn ist Jesus den Weg bis zu Ende gegangen, hat die letzten Konsequenz getragen, ist am Kreuz gestorben, hat die Schuld auf sich genommen und wurde auferweckt.
Vielleicht ist die letzte Woche der Passionszeit, in der viel über Fasten und Verzichten gesprochen wird, eine gute Zeit, darüber nachzudenken, dass einer für mich alle Schuld auf sich genommen hat. Er wusste um die Konsequenzen und hat sie für mich getragen. Jesus selbst sagt und zeigt durch sein Handeln: Ich habe das gewollt! Für Dich! Damit du leben kannst und unter deiner Schuld nicht zerbrichst.
Mit diesem Zuspruch könnten wir doch in den verbleibenden Tagen bis Ostern von dem Gedanken fasten: Der Andere ist schuld! Oft genug sind es unsere ganz persönlichen Entscheidungen, deren Folgen nicht nur wir selbst tragen müssen. Damit zu leben ist eine echte Herausforderung! Nehmen wir diese Herausforderung an?! Denn – Gott sei Dank! – hat dieser Eine die letzte Konsequenz meiner Schuld bereits getragen.
Pastorin Steffi Wiegleb
Bitte keine Kommentare
Autor: redEine Fensterscheibe geht beim Fußballspielen zu Bruch und es ist zu hören: Das wollte ich doch nicht! … Ich wollte doch nur Spielen und Spaß haben. Diese Feststellung ist nicht neu, sondern so alt, wie die Menschheit.
Schon Adam und Eva stehen im Paradies vor solchen Scherben. Sie hatten den Apfel gegessen, aber schuld daran sind sie nicht. Sie wollten doch nur klug werden und gut von böse unterscheiden können. Aber daß sie aus dem Paradies vertrieben werden, das hatten sie nicht gewollt.
Vieles ist es gut gedacht und gut gemeint, aber es kommt ganz anders. Die Konsequenzen zu tragen, ist nicht immer ganz leicht. Mancher zerbricht unter dieser Last. Viel leichter ist es, einem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Immer wieder geschehen ohne Vorwarnung viele dramatische Dinge, deren Konsequenzen ohne jeden Zweifel sehr schlimm sind.
Aber sie sind eben für alle Beteiligten. Schnell sind wir mit unseren Urteilen über den anderen fertig und stellen fest: Der hat doch nicht bis zu Ende gedacht, als er dieses oder jenes getan hat! - Kann man das immer, bis zu Ende denken? Kennen wir immer alle Umstände, die zu einem Geschehen geführt haben? Ist uns immer bewußt, was als Konsequenz auf unser eigenes Tun folgt? Stehen wir immer gerade dafür oder suchen wir nach Begründungen, warum wir eigentlich gar nichts dafür konnten? Haben wir vergessen, wie man sich in solch einer Situation fühlt, wenn man weiß: Ich habe das verbockt! Ich habe das nicht gewollt, aber ich muß jetzt dafür die Verantwortung übernehmen.
Wir beginnen mit dem Sonntag Palmarum die letzte Woche vor Ostern – die letzten fünf Tage im Leben Jesu. Er weiß was kommt. Jetzt jubeln die Leute noch, aber das wird sich bald ändern. Er weiß auch, daß einer seiner Jünger ihn verraten wird. Judas wollte ganz sicher nicht, daß Jesus stirbt. Aber er konnte die letzte Konsequenz seines Handelns nicht abschätzen. Wie schnell sind wir mit unserem Urteil über Judas, den Verräter. Kann es sein, daß er sich nicht genug beachtet fühlte und den anderen Jüngern einen Denkzettel verpassen wollte, wenn Jesus plötzlich gefangen genommen wird? Judas hat einen Fehler gemacht.
Judas hat versucht, ihn wieder rückgängig zu machen, als er die Münzen wieder zurückgeben wollte. Doch es gab kein Zurück mehr! Er musste mit den Konsequenzen seines Handelns leben. --- Unverzeihlich!?! --- Doch auch für ihn ist Jesus den Weg bis zu Ende gegangen, hat die letzten Konsequenz getragen, ist am Kreuz gestorben, hat die Schuld auf sich genommen und wurde auferweckt.
Vielleicht ist die letzte Woche der Passionszeit, in der viel über Fasten und Verzichten gesprochen wird, eine gute Zeit, darüber nachzudenken, dass einer für mich alle Schuld auf sich genommen hat. Er wusste um die Konsequenzen und hat sie für mich getragen. Jesus selbst sagt und zeigt durch sein Handeln: Ich habe das gewollt! Für Dich! Damit du leben kannst und unter deiner Schuld nicht zerbrichst.
Mit diesem Zuspruch könnten wir doch in den verbleibenden Tagen bis Ostern von dem Gedanken fasten: Der Andere ist schuld! Oft genug sind es unsere ganz persönlichen Entscheidungen, deren Folgen nicht nur wir selbst tragen müssen. Damit zu leben ist eine echte Herausforderung! Nehmen wir diese Herausforderung an?! Denn – Gott sei Dank! – hat dieser Eine die letzte Konsequenz meiner Schuld bereits getragen.
Pastorin Steffi Wiegleb
Bitte keine Kommentare