Mi, 17:05 Uhr
13.05.2015
Weniger Besucher durch Straßenneubau befürchtet
Astrid Rothe-Beinlich MdL und Bündnisgrüne in den Landkreisen Göttingen und Eichsfeld befürchten durch Neubau der Bundesstraße 247 negative Auswirkungen auf historische Stätte....
Der Neubau der Bundesstraße 247 bei Teistungen könnte die Anzahl der Besucher im Grenzlandmuseum um fast die Hälfte reduzieren - befürchten die Bündnisgrünen im Ober- und Untereichsfeld. Damit bedroht der Straßen-Neubau nicht nur die wirtschaftliche Existenz von Gewerbebetrieben sondern auch eine wichtige Stätte der öffentlichen, mahnenden Erinnerung an die tödliche Grenze und die DDR-Vergangenheit.
Die von den Straßenbauämtern in Thüringen und Niedersachsen geplante Umlegung der Bundesstraße zwischen Duderstadt und Teistungen würde den Durchgangsverkehr beim Neubau der B 247 vom Museum wegleiten. "Derzeit befindet sich das Museum am alten Grenzübergang und noch direkt an der Bundesstraße. Durch den Neubau der Straße würde der historische Standort des Museums in den Originalräumen des ehemaligen Verwaltungsgebäudes am Grenzübergang allerdings vom Verkehr abgeschnitten", fürchtet auch die für Aufarbeitung zuständige Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Astrid Rothe-Beinlich.
Zwar hat die Gemeinde Teistungen angekündigt, sie wolle die Straße zur Landesgrenze Richtung Gerblingerode als Gemeindestraße übernehmen. "Eine Besucherzählung des Museums im Jahr 2013", sagt der Bündnisgrüne und Mitglied des Museums-Trägerverseins Lothar Wandt, "ergab jedoch, dass 40 Prozent der Besucher spontan bei der Durchfahrt am Grenzlandmuseum hielten".
Dabei spielt sicherlich auch die auffällig Gestaltung des alten Grenzdurchlasses durch die neue Fußgängerbrücke und die sofort sichtbaren Ausstellungstücke wie etwa der originale Helikopter eine Rolle. Ohne die Durchfahrtsgäste würden dem Museum somit viele BesucherInnen fehlen - worunter der Bärenpark seit der Eröffnung der Ortsumgehung Worbis bereits leidet", gibt Dr. Manuel Gebauer vom grünen Kreisverband Eichsfeld zu bedenken.
"Die Bedeutung des Museums als wichtige Mahn- und Erinnerungsstätte am historischen Standort würde durch die abnehmende Zahl an Besucher beeinträchtigt", sind Rothe-Beinlich und Gebauer überzeugt. Langfristig könnte das sogar zu weiteren Einschnitten bei der Finanzierung des Museums führen. Das Museum muss ohnehin jedes Jahr um seine Finanzausstattung streiten. "Wenn nicht eine Mindestzahl an Besucher erreicht wird, liegt es nahe, dass die Finanzdecke noch dünner wird", so Gebauer.
Vor diesem Hintergrund hatte der Trägerverein Grenzlandmuseum e.V. bei seiner letzten Mitgliederversammlung beschlossen, eine extra Abfahrt zum Grenzlandmuseum zu fordern, anstatt sich gegen den Neubau der Bundesstraße insgesamt auszusprechen, an dem wegen der Verkehrszahlen ohnehin kein dringender Bedarf besteht. Doch auch der zusätzliche Eingriff in die Landschaft durch eine extra Zufahrt würde den Durchgangsverkehr immer noch nicht durch den alten Grenzübergang leiten. Spontane Gäste würden allenfalls durch ein Schild auf die Gedenk- und Erinnerungsstätte aufmerksam.
Winfried Ludolph, Vize-Chef im Landesstraßenbauamt Nordthüringen, bestätigte auf Anfrage gegenüber den Grünen, dass in der ausgelegten Planung keine extra Anbindung des Museums vorgesehen sei und teilte mit, "wer Interesse hat in's Grenzlandmuseum zu fahren, kommt auch so jederzeit ungehindert dorthin."
Winfried Ludolph warf den Bündnisgrünen vor, unbestätigte Annahmen über die Besucherzahlen zu machen. Die Prognose wird jedoch durch die Besucherbefragung des Museum gestützt - und die Erfahrungen in Worbis. Die Entscheidung des Fördervereins wundert auch wenig, sagt Manuel Gebauer: "Die beiden Vereins-Vorsitzenden Wolfgang Nolte, Bürgermeister von Duderstadt, und Horst Dornieden, Bürgermeister von Teistungen, gehören zu den lautesten Befürwortern des geplanten Straßen-Neubaus".
Lediglich ein Vereinsmitglied, der bündnisgrüne Lothar Wandt, stimmte gegen die Forderung des Grenzlandmuseum e. V. für die extra Zufahrt. Lothar Wandt: "Die einzige konsequente Forderung ist, den Neubau der B 247 ganz zu unterlassen".
Michael Hoffmeier
Autor: enDer Neubau der Bundesstraße 247 bei Teistungen könnte die Anzahl der Besucher im Grenzlandmuseum um fast die Hälfte reduzieren - befürchten die Bündnisgrünen im Ober- und Untereichsfeld. Damit bedroht der Straßen-Neubau nicht nur die wirtschaftliche Existenz von Gewerbebetrieben sondern auch eine wichtige Stätte der öffentlichen, mahnenden Erinnerung an die tödliche Grenze und die DDR-Vergangenheit.
Die von den Straßenbauämtern in Thüringen und Niedersachsen geplante Umlegung der Bundesstraße zwischen Duderstadt und Teistungen würde den Durchgangsverkehr beim Neubau der B 247 vom Museum wegleiten. "Derzeit befindet sich das Museum am alten Grenzübergang und noch direkt an der Bundesstraße. Durch den Neubau der Straße würde der historische Standort des Museums in den Originalräumen des ehemaligen Verwaltungsgebäudes am Grenzübergang allerdings vom Verkehr abgeschnitten", fürchtet auch die für Aufarbeitung zuständige Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Astrid Rothe-Beinlich.
Zwar hat die Gemeinde Teistungen angekündigt, sie wolle die Straße zur Landesgrenze Richtung Gerblingerode als Gemeindestraße übernehmen. "Eine Besucherzählung des Museums im Jahr 2013", sagt der Bündnisgrüne und Mitglied des Museums-Trägerverseins Lothar Wandt, "ergab jedoch, dass 40 Prozent der Besucher spontan bei der Durchfahrt am Grenzlandmuseum hielten".
Dabei spielt sicherlich auch die auffällig Gestaltung des alten Grenzdurchlasses durch die neue Fußgängerbrücke und die sofort sichtbaren Ausstellungstücke wie etwa der originale Helikopter eine Rolle. Ohne die Durchfahrtsgäste würden dem Museum somit viele BesucherInnen fehlen - worunter der Bärenpark seit der Eröffnung der Ortsumgehung Worbis bereits leidet", gibt Dr. Manuel Gebauer vom grünen Kreisverband Eichsfeld zu bedenken.
"Die Bedeutung des Museums als wichtige Mahn- und Erinnerungsstätte am historischen Standort würde durch die abnehmende Zahl an Besucher beeinträchtigt", sind Rothe-Beinlich und Gebauer überzeugt. Langfristig könnte das sogar zu weiteren Einschnitten bei der Finanzierung des Museums führen. Das Museum muss ohnehin jedes Jahr um seine Finanzausstattung streiten. "Wenn nicht eine Mindestzahl an Besucher erreicht wird, liegt es nahe, dass die Finanzdecke noch dünner wird", so Gebauer.
Vor diesem Hintergrund hatte der Trägerverein Grenzlandmuseum e.V. bei seiner letzten Mitgliederversammlung beschlossen, eine extra Abfahrt zum Grenzlandmuseum zu fordern, anstatt sich gegen den Neubau der Bundesstraße insgesamt auszusprechen, an dem wegen der Verkehrszahlen ohnehin kein dringender Bedarf besteht. Doch auch der zusätzliche Eingriff in die Landschaft durch eine extra Zufahrt würde den Durchgangsverkehr immer noch nicht durch den alten Grenzübergang leiten. Spontane Gäste würden allenfalls durch ein Schild auf die Gedenk- und Erinnerungsstätte aufmerksam.
Winfried Ludolph, Vize-Chef im Landesstraßenbauamt Nordthüringen, bestätigte auf Anfrage gegenüber den Grünen, dass in der ausgelegten Planung keine extra Anbindung des Museums vorgesehen sei und teilte mit, "wer Interesse hat in's Grenzlandmuseum zu fahren, kommt auch so jederzeit ungehindert dorthin."
Winfried Ludolph warf den Bündnisgrünen vor, unbestätigte Annahmen über die Besucherzahlen zu machen. Die Prognose wird jedoch durch die Besucherbefragung des Museum gestützt - und die Erfahrungen in Worbis. Die Entscheidung des Fördervereins wundert auch wenig, sagt Manuel Gebauer: "Die beiden Vereins-Vorsitzenden Wolfgang Nolte, Bürgermeister von Duderstadt, und Horst Dornieden, Bürgermeister von Teistungen, gehören zu den lautesten Befürwortern des geplanten Straßen-Neubaus".
Lediglich ein Vereinsmitglied, der bündnisgrüne Lothar Wandt, stimmte gegen die Forderung des Grenzlandmuseum e. V. für die extra Zufahrt. Lothar Wandt: "Die einzige konsequente Forderung ist, den Neubau der B 247 ganz zu unterlassen".
Michael Hoffmeier