Mo, 11:48 Uhr
03.09.2018
Leinefelde-Worbis
Unternehmen Tobol gut aufgestellt
Seit 2002 hat das Unternehmen Tobol seinen Sitz "Im Rödichen" in Leinefelde. In der vergangenen Woche empfing die Geschäftsleitung Besuch von der Agentur für Arbeit. Agentur-Chef Karsten Froböse kam nicht nur, um die neuesten Arbeitsmarktzahlen der Presse zu verkünden, sondern schaute sich auch im Unternehmen um...
Es ist inzwischen schon Tradition, dass die Arbeitsagentur in der Region Nordthüringen am Ende des Monats jeweils ein Unternehmen aufsucht. Heute war es wieder ein Betrieb im Eichsfeld - die Tobol in Leinefelde.
Geschäftsführer Christian Heinemann und Cornelia Weißenborn von der Geschäftsleitung hießen die Gäste und auch die Presse herzlich willkommen. Bevor es Informationen zum Unternehmen gab, berichtete Karsten Froböse vom aktuellen Arbeitsmarkt die drei nordhtüringer Kreise Nordhausen, Kyffhäuserkreis und das Eichsfeld betreffend. "Ich komme mit guten Nachrichten", sagte er zu Beginn. Das Thema Massenarbeitskosigkeit habe man hinter sich gelassen, die Zukunft fordere andere Themen.
Karsten Froböse verwies darauf, dass wir derzeit die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1990 haben und das jetzt vergleichbar wäre mit der von beispielsweise Göttingen und Koblenz. Vor Jahren wäre da nicht daran zu denken gewesen. Im Eichsfeld liegt die Quote Ende August bei 3,7 Prozent, in Nordhausen bei 6,8 und im Kyffhäuserkreis bei 7,9 Prozent.
Derzeit hat das Eichsfeld 2143 Arbeitslose, im Jahr 1998 waren es 9081. Auch die Arbeitslosenqoute bei Jugendlichen unter 25 Jahren hat sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Derzeit sind 172 Jugendliche unter 25 Jahren im Eichsfeld ohne Job.
Karsten Froböse verwies aber auch darauf, dass jeder vierte beschäftigte älter als 55 Jahre ist und in zehn Jahren in Rente gehen wird. Da ist jedes Unternehmen gut beraten, rechtzeitig für Nachfolger und vor allem auch für Fachkräfte zu sorgen, wie beispielsweise Tobol in Leinefelde. Geschäftsführer Christian Heinemann stellte das Unternehmen vor.
Firmenrundgang
Tobol Automatisierungstechnik wurde 1997 von Tobias Funke und Olaf Beykirch gegründet, hatte zunächst seinen Sitz in Deuna, seit 2002 im neuen Gebäude in Leinefelde. 46 Mitarbeiter zählt derzeit das Unternehmen, darunter sind 13 Azubis. 2007 wurde die erste Produktionshalle für Schaltschränke gebaut, erklärt Chris Heinemann. Zwei Jahre später hat die Firma im Bereich Rechenzentren Fuß gefasst. Da der Kunde gern einen Ansprechpartner vor Ort hat, wurde in Frankfurt am Main eine Niederlassung eröffnet, jetzt im August eine weitere in Berlin. Am Potsdamer Platz hat das Leinefelder Unternehmen jetzt ein größeres Projekt.
Das Unternehmen ist nicht nur deutschlandweit unterwegs, sondern auch in Europa wie beispielsweise in Frankreich und den Niederlanden, aber auch in Österreich und der Schweiz. Die Auftraggeber sind zu 90 Prozent Stammkunden. Für sie ist das Leinefelder Unternehmen ein Partner, auf den sie sich verlassen können, ob in punkto Qualität oder in der zeitlichen Realisierung. Davon konnten sich die Gäste in der Produktion überzeugen. Kein Lärm, absolute Sauberkeit, helle Räume sind nur ein paar Kriterien, die wir nennen möchten.
Azubis Justin Kreibig und Fabian Wehr mit Ausbilder Daniel Solf (v.li.)
Auch auf die Azubis ist Verlass, meint beim Rundgang Ausbilder Daniel Solf. Er zeigt den Gästen einen Schaltschrank, den Azubis in sehr guter Qualiät zusammengebaut haben. Mit Prüfwagen und Computer kann der Schaltschrank gleich auf Herz und Nieren nach möglichen Fehlern überprüft werden.
Doch nichts passiert im Selbstlauf, man muss sich schon nach Azubis und Fachkräften umschauen. So berichtet Cornelia Weißenborn von der erfolgreichen Suche. Bereits in der 8. Klasse werden Schüler angesprochen, ab der 9. Klasse zu Praktika oder auch zu Ferienjobs. Das Unternehmen nutzt jede Gelegenheit, sich jungen Leuten zu präsentieren, wie bei Berufsmessen (BOT im Eichsfeld). Wenn jemand im Unternehmen ausgebildet wird, dann ist das Ziel, ihn auch zu übernehmen.
Auch Quereinsteiger haben sich bereits bei Tobol erfolgreich qualifizieren können. Es kommt darauf an, ob sie auch den Willen haben, dann kann man vieles schaffen, so Cornelia Weißenborn. So habe man auch gute Erfahrungen mit zwei jungen Männern aus Syrien gemacht, die derzeit ausgebildet werden.
Und für Mitarbeiter wird einiges getan: Bezahlung Kindergarten, Prämien, Gewinnbeteiligung. Im Pausenraum wird einmal pro Woche frisches Bio-Obst angeboten. Und wer möchte, kann Fußball-Kicken am Tisch.
Das Unternehmen am Standort soll bald erweitert und eine Etage aufgesetzt werden. Ein Lift kommt dazu und es wird behindertengerecht umgebaut. Der Parkplatz wird versetzt, die freie Fläche für die Produktion mit genutzt. Die Zeiten, wo mit einem eigenen Fahrzeug ein Schaltschrank zum Auftraggeber gefahren wurde, sind längst vorbei. Ein Transportunternehmen holt die Schaltschränke ab und fährt sie zum Auftraggeber.
Chris Heinemann berichtet noch von neuen Projekten und stellt die jüngste Entwicklung vor, was vor allem Kunden mit älteren Gebäuden, wo man Rechenzentren nur schwierig einbauen könnte, interessieren dürfte.
Eines fehlt dem Unternehmen jedoch noch. Das Team in der Produktion besteht nur aus Männern. Dabei ist die Arbeit auch für Frauen geeignet. Es ist alles sehr sauber und es muss auch niemand schwer heben. Warum bislang noch kein weiblicher Azubi angeheuert hat, diese Frage schwebt noch im Raum. An den Bedingungen liegt es garantiert nicht...
Ilka Kühn
Autor: ikEs ist inzwischen schon Tradition, dass die Arbeitsagentur in der Region Nordthüringen am Ende des Monats jeweils ein Unternehmen aufsucht. Heute war es wieder ein Betrieb im Eichsfeld - die Tobol in Leinefelde.
Geschäftsführer Christian Heinemann und Cornelia Weißenborn von der Geschäftsleitung hießen die Gäste und auch die Presse herzlich willkommen. Bevor es Informationen zum Unternehmen gab, berichtete Karsten Froböse vom aktuellen Arbeitsmarkt die drei nordhtüringer Kreise Nordhausen, Kyffhäuserkreis und das Eichsfeld betreffend. "Ich komme mit guten Nachrichten", sagte er zu Beginn. Das Thema Massenarbeitskosigkeit habe man hinter sich gelassen, die Zukunft fordere andere Themen.
Karsten Froböse verwies darauf, dass wir derzeit die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1990 haben und das jetzt vergleichbar wäre mit der von beispielsweise Göttingen und Koblenz. Vor Jahren wäre da nicht daran zu denken gewesen. Im Eichsfeld liegt die Quote Ende August bei 3,7 Prozent, in Nordhausen bei 6,8 und im Kyffhäuserkreis bei 7,9 Prozent.
Derzeit hat das Eichsfeld 2143 Arbeitslose, im Jahr 1998 waren es 9081. Auch die Arbeitslosenqoute bei Jugendlichen unter 25 Jahren hat sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Derzeit sind 172 Jugendliche unter 25 Jahren im Eichsfeld ohne Job.
Karsten Froböse verwies aber auch darauf, dass jeder vierte beschäftigte älter als 55 Jahre ist und in zehn Jahren in Rente gehen wird. Da ist jedes Unternehmen gut beraten, rechtzeitig für Nachfolger und vor allem auch für Fachkräfte zu sorgen, wie beispielsweise Tobol in Leinefelde. Geschäftsführer Christian Heinemann stellte das Unternehmen vor.
Firmenrundgang
Tobol Automatisierungstechnik wurde 1997 von Tobias Funke und Olaf Beykirch gegründet, hatte zunächst seinen Sitz in Deuna, seit 2002 im neuen Gebäude in Leinefelde. 46 Mitarbeiter zählt derzeit das Unternehmen, darunter sind 13 Azubis. 2007 wurde die erste Produktionshalle für Schaltschränke gebaut, erklärt Chris Heinemann. Zwei Jahre später hat die Firma im Bereich Rechenzentren Fuß gefasst. Da der Kunde gern einen Ansprechpartner vor Ort hat, wurde in Frankfurt am Main eine Niederlassung eröffnet, jetzt im August eine weitere in Berlin. Am Potsdamer Platz hat das Leinefelder Unternehmen jetzt ein größeres Projekt.
Das Unternehmen ist nicht nur deutschlandweit unterwegs, sondern auch in Europa wie beispielsweise in Frankreich und den Niederlanden, aber auch in Österreich und der Schweiz. Die Auftraggeber sind zu 90 Prozent Stammkunden. Für sie ist das Leinefelder Unternehmen ein Partner, auf den sie sich verlassen können, ob in punkto Qualität oder in der zeitlichen Realisierung. Davon konnten sich die Gäste in der Produktion überzeugen. Kein Lärm, absolute Sauberkeit, helle Räume sind nur ein paar Kriterien, die wir nennen möchten.
Azubis Justin Kreibig und Fabian Wehr mit Ausbilder Daniel Solf (v.li.)
Auch auf die Azubis ist Verlass, meint beim Rundgang Ausbilder Daniel Solf. Er zeigt den Gästen einen Schaltschrank, den Azubis in sehr guter Qualiät zusammengebaut haben. Mit Prüfwagen und Computer kann der Schaltschrank gleich auf Herz und Nieren nach möglichen Fehlern überprüft werden.
Doch nichts passiert im Selbstlauf, man muss sich schon nach Azubis und Fachkräften umschauen. So berichtet Cornelia Weißenborn von der erfolgreichen Suche. Bereits in der 8. Klasse werden Schüler angesprochen, ab der 9. Klasse zu Praktika oder auch zu Ferienjobs. Das Unternehmen nutzt jede Gelegenheit, sich jungen Leuten zu präsentieren, wie bei Berufsmessen (BOT im Eichsfeld). Wenn jemand im Unternehmen ausgebildet wird, dann ist das Ziel, ihn auch zu übernehmen.
Auch Quereinsteiger haben sich bereits bei Tobol erfolgreich qualifizieren können. Es kommt darauf an, ob sie auch den Willen haben, dann kann man vieles schaffen, so Cornelia Weißenborn. So habe man auch gute Erfahrungen mit zwei jungen Männern aus Syrien gemacht, die derzeit ausgebildet werden.
Und für Mitarbeiter wird einiges getan: Bezahlung Kindergarten, Prämien, Gewinnbeteiligung. Im Pausenraum wird einmal pro Woche frisches Bio-Obst angeboten. Und wer möchte, kann Fußball-Kicken am Tisch.
Das Unternehmen am Standort soll bald erweitert und eine Etage aufgesetzt werden. Ein Lift kommt dazu und es wird behindertengerecht umgebaut. Der Parkplatz wird versetzt, die freie Fläche für die Produktion mit genutzt. Die Zeiten, wo mit einem eigenen Fahrzeug ein Schaltschrank zum Auftraggeber gefahren wurde, sind längst vorbei. Ein Transportunternehmen holt die Schaltschränke ab und fährt sie zum Auftraggeber.
Chris Heinemann berichtet noch von neuen Projekten und stellt die jüngste Entwicklung vor, was vor allem Kunden mit älteren Gebäuden, wo man Rechenzentren nur schwierig einbauen könnte, interessieren dürfte.
Eines fehlt dem Unternehmen jedoch noch. Das Team in der Produktion besteht nur aus Männern. Dabei ist die Arbeit auch für Frauen geeignet. Es ist alles sehr sauber und es muss auch niemand schwer heben. Warum bislang noch kein weiblicher Azubi angeheuert hat, diese Frage schwebt noch im Raum. An den Bedingungen liegt es garantiert nicht...
Ilka Kühn

