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Sa, 22:42 Uhr
08.06.2019
Bistum Erfurt

Guido Funke zum Priester geweiht

Guido Funke (32) ist heute von Bischof Ulrich Neymeyr im Erfurter Dom zum Priester geweiht worden. Der gelernte Elektroinstallateur aus Bickenriede tritt seine erste Kaplansstelle im Juli in der Pfarrei St. Johannes Baptist in Jena an....

Als Leitwort für seinen priesterlichen Dienst hat Funke die Vaterunser-Bitte „Dein Wille geschehe“ gewählt. Mit dem Neugeweihten gibt es 72 Priester in der Seelsorge des Bistums Erfurt.


Bischof Neymeyr weiht Guido Funke durch Handauflegung zum Priester

In seiner Predigt benannte der Bischof die Verkündigung des Evangeliums als „die erste und wichtigste Aufgabe des kirchlichen Amtsträgers“. Als Priester sei Funke auch zum Leitungsdienst beauftragt.

Es sei eine „ständige Herausforderung, Leitung wahrzunehmen, ohne Macht zu missbrauchen“, sagte Neymeyr. Je lebendiger eine kirchliche Gemeinschaft sei, desto mehr benötige sie eine „umsichtige Leitung“, die ihre Macht zum Wohl der Gemeinschaft einsetze, unterstrich der Erfurter Bischof. Er betonte die Notwendigkeit ständiger Selbstreflexion und Fortbildung für die Arbeit als Priester.

„Priesterweihe“
Nach römisch-katholischem Kirchenrecht kann nur ein getaufter und gefirmter Mann zum Priester geweiht werden. Er muss unverheiratet sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Das Zölibatsversprechen legt der Kandidat bereits vor der Weihe ab.

Zwischen dem Eintritt in das Theologiestudium und dem Zeitpunkt der Priesterweihe liegen rund sieben Jahre. In dieser Zeit absolviert der Bewerber ein fünfjähriges Studium der Philosophie und Theologie sowie Praktika in Gemeinden und sozialen Einrichtungen. Die Priesteramtskandidaten der ostdeutschen Diözesen studieren in der Regel in Frankfurt und Erfurt und leben in dortigen Priesterseminaren, wo sie auch eine geistliche Prägung erhalten. Darüber hinaus ist es üblich, dass die Studenten zwei Semester außerhalb des Kollegs leben. Dabei wechseln sie die Stadt und die Universität.

Nach dem Studium geht der Priesterweihe die Weihe zum Diakon voraus, ein eigenständiges Dienstamt, das es schon im Urchristentum gab. Im Laufe der westlichen Kirchengeschichte entwickelte es sich zur Vorstufe des Priestertums. Die Aufgaben des Diakon liegen im gottesdienstlichen und caritativen Bereich. Seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) ist die Eigenständigkeit des Diakonates wieder hergestellt. So können sich heute auch (verheiratete) Männer zum Diakon weihen lassen, ohne Priester werden zu wollen.

Die Priesterweihe erfolgt durch die Handauflegung und das Weihegebet des Bischofs. In seinem Gebet ruft der Bischof die Kraft Gottes auf den Weihekandidaten herab. Nach dem Bischof legen auch die anwesenden Priester des Bistums dem Kandidaten die Hände auf als Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Der Handauflegung und dem Gebet geht eine Befragung voraus, bei der der Weihekandidat seine der Bereitschaft zum geistlichen Dienst öffentlich erklärt und dem Bischof und seinen Nachfolgern den Gehorsam verspricht.
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