eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 16:37 Uhr
01.08.2019
BARMER Gesundheitsreport

Beschäftige kämpfen vor allem mit Rückenproblemen

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Eichsfeld waren vergangenes Jahr im Schnitt 21,6 Tage krankgeschrieben. Gegenüber dem Jahr 2017 ist die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage somit durchschnittlich um einen halben Tag angestiegen, heißt es von der BARMER....

Holger Burchardt (Foto: BARMER) Holger Burchardt (Foto: BARMER)
Dennoch liegt das Eichsfeld unter dem Thüringer Durchschnitt von 22,3 Tagen. „Insbesondere Rückenprobleme, seelische Leiden und Atemwegserkrankungen sind die Hauptursachen für die hohe Anzahl an Krankheitstagen“, sagt Holger Burchardt, Regionalgeschäftsführer der BARMER im Eichsfeld, und bezieht sich auf Auswertungen im BARMER Gesundheitsreport 2019.

Demnach ist im Eichsfeld die Zahl der Fehltage wegen Rückenleiden konstant hoch geblieben. Im Schnitt 4,9 Tage waren Arbeitnehmer aus dem Eichsfeld deshalb krankgeschrieben. Bei den Atemwegserkrankungen ist die Anzahl der durchschnittlichen Fehltage von 3,1 auf 3,4 Tage angestiegen. „Erfreulicherweise haben wir aber bei den seelischen Leiden einen Rückgang verzeichnet“, sagt Holger Burchardt. Mit 3,4 Fehltagen liegt das Eichsfeld sowohl unterhalb des Thüringer Durchschnitts (3,7 Tage) als auch unterhalb des bundesweiten Durchschnitts von 3,5 Tagen.

Beim Blick auf die bundesweiten Zahlen und über alle Diagnosen hinweg zeigt sich jedoch, dass die Menschen im Eichsfeld, wie alle Menschen in Thüringen, häufiger krankgeschrieben sind als der Rest der Republik. Deutsche Arbeitnehmer sind voriges Jahr lediglich durchschnittlich 18,3 Tage krank gewesen. Im deutschlandweiten Vergleich aller Landkreise rangiert das Eichsfeld mit seinen durchschnittlich 21,6 Tagen gar auf Platz 68 von über 400. Den ersten Platz inne und damit die meisten Krankheitstage hat der Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Dort waren die Menschen vergangenes Jahr im Schnitt 25 Tage krankgeschrieben. Die wenigsten Krankheitstage, nämlich 12,6, wurden im bayerischen Lindau am Bodensee verzeichnet.

Wer mehr arbeitet, ist häufiger krank?

Holger Burchardt zufolge müssen die Zahlen im Kontext betrachtet werden, damit kein falscher Eindruck erweckt wird. Auch 30 Jahre nach der Wende gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, wie Zahlen der statistischen Landesämter belegen. Demnach arbeiteten die Menschen in Thüringen je Arbeitnehmer jährlich 75 Stunden länger als jene in den alten Bundesländern. Gute zwei Arbeitswochen mehr also. Denn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bewältigen in den neuen Bundesländern rund 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In den alten Bundesländern arbeiten lediglich rund 8 Prozent der Beschäftigten so lange, zeigen Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung von 2017.

Demgegenüber steht, dass das jährliche Bruttogehalt in Thüringen rund 5.600 Euro unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Als weitere Erklärung liegt nahe, dass in der Region kaum große Konzerne ansässig sind. „Dort und in öffentlichen Verwaltungen ist es üblich, dass Krankmeldungen erst ab dem dritten Fehltag eingereicht werden müssen“, gibt Holger Burchardt zu verstehen.

Gesundheitsaspekte im Wettbewerb um Fachkräfte
„All das und zudem der demografische Wandel verschärfen den Mangel und den Wettbewerb um Fachkräfte“, sagt der BARMER Regionalgeschäftsführer. Die Krankenkasse reagiert regionalspezifisch und setzt insbesondere auch auf die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen, um die Gesundheit von deren Beschäftigten zu fördern. Individuell zugeschnittene Angebote für das betriebliche Gesundheitsmanagement haben Holger Burchardt und sein Team parat.

„Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Die Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeiter und das Problem fehlender Fachkräfte darf nicht durch krankheitsbedingten Ausfall noch verstärkt werden. Nie war es für Arbeitgeber in der Region wichtiger, mit Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen Gesundheit ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen“, verdeutlicht der Regionalgeschäftsführer der BARMER.

Insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu denen mehr als 90 Prozent aller Thüringer Arbeitgeber zählen, gibt es nur wenig Erfahrung mit dem Thema Gesundheit in der Arbeitswelt. Die BARMER hat deshalb das Netzwerk „Gesund arbeiten in Thüringen“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) ins Leben gerufen; ein in Deutschland einmaliges Projekt. Über das Netzwerk sollen die positiven gesundheitlichen Effekte der betrieblichen Gesundheitsförderung auch in kleinen und mittelständischen Betrieben etabliert werden. Die Betriebe bleiben im Erfahrungsaustausch, Wissen und Kompetenzen lassen sich bündeln und im Miteinander wird das Thema Gesundheit vorangebracht. Interessierte Unternehmen können sich jederzeit an die BARMER in Leinefelde wenden.

Die Auswertungen beziehen sich auf Vorabdaten aus dem BARMER Gesundheitsreport 2019. Diesem liegen Daten von mehr als 9 Millionen Versicherten zugrunde. Für die Auswertung der Arbeitsunfähigkeiten wurden naturgemäß lediglich die Daten von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie Arbeitslosengel-I-Empfängern herangezogen. Die Daten sind anonymisiert sowie alters- und geschlechtsstandardisiert hochgerechnet und dementsprechend repräsentativ. Im Eichsfeld hat die BARMER rund 10.000 Versicherte.

Autor: ik

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)