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Mo, 15:10 Uhr
19.10.2020
Service-Tipp

Was tun gegen Krampfadern?

Der Begriff Krampfadern ist irreführend, denn mit Krämpfen haben die veränderten Blutgefäßen nichts zu tun. Der Begriff lässt sich auf das althochdeutsche Wort „krimpfan“ für „krümmen“ zurückführen...

Laufen (Symbolbild) (Foto: composita auf Pixabay ) Laufen (Symbolbild) (Foto: composita auf Pixabay )
Der medizinische Begriff für Krampfadern lautet Varizen, Varikose oder Varikosis. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung und Aussackung oberflächlicher Venen, deren Blutfluss gestört ist. Bei Betroffenen werden die Venen unter der haut sichtbar, bilden Verästelungen, Knäul und Abstülpungen. In den meisten Fällen sind die Beinvenen betroffen, prinzipiell können Krampfadern aber an verschiedenen Körperstellen auftreten. An sich verursachen Krampfadern keine Beschwerden, sollten aber dennoch behandelt werden um langfristige Beschwerden und Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Welche Ursachen haben Krampfadern?
Krampfadern entstehen dann, wenn der Rückfluss des Blutes aus den Venen in den Herz-Lungen-Kreislauf gestört ist. Wenn der Blutstau längere Zeit anhält, können die Funktionen der Venenklappen massiv beeinträchtigt werden. Im Verlauf werden die Venenwände überdehnt und treten schließlich sichtbar hervor. Allgemein unterscheidet man zwischen primären und sekundären Krampfadern:

• Primäre Krampfadern
In etwa 70 Prozent der Fälle handelt es sich um primäre Krampfadern. Die genauen Ursachen für diese Erkrankung sind nicht gänzlich bekannt, oftmals ist die Ursache eine angeborene Schwäche des Bindegewebes. Zwar führt eine solche Bindegewebsschwäche nicht in jedem Fall zur Ausbildung von Krampfadern, die Wahrscheinlichkeit wird dadurch jedoch stark erhöht. Oftmals treten Krampfadern auch im Verlauf einer Schwangerschaft auf, was durch die hormonellen Veränderungen hervorgerufen wird.

• Sekundäre Krampfadern
Sekundäre Krampfadern treten oft durch eine Vorerkrankung auf. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Blutgerinnsel in den tieferen Beinvenen (Beinvenenthrombose), welche den Blutrückfluss behindern.

Es lassen sich allerdings auch bestimmte Risikofaktoren bestimmen, die das Aufkommen von Krampfadern begünstigen. Hauptsächlich ist hier Bewegungsmangel zu nennen, der Blutfluss in den Venen wird maßgeblich von Muskelaktivität bewirkt. Rauchen und starkes Übergewicht zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren.

Wie kann man Krampfadern behandeln?
Zu den typischen Beschwerden von Betroffenen zählen geschwollene, müde und schwere Beine, insbesondere nach längerem Stehen oder Sitzen. Um die Beschwerden zu lindern, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden.

• Kühlen
Die Venen gehören zum „Kühlsystem“ des Körpers. Da sie sich bei Kälte zusammenziehen, um nur wenig Blut durch die Haut strömen zu lassen, lassen sich die Beschwerden lindern, indem die betroffenen Stellen gekühlt werden.

• Gehen statt Stehen
Die Venen sind weiterhin daran beteiligt, Blut aus der unteren Körperhälfte wieder nach oben zu befördern. Dies wird ermöglicht, wenn die tiefen Venen zusammengepresst werden, etwa durch Bewegung der Beine und Abrollen der Füße. Hohe Absätze sollten jedoch vermieden werden.

• Liegen statt Sitzen
Genau wie beim Stehen verhält es sich beim Sitzen, die Venen können das Blut schlecht nach oben transportieren. Verstärkt wird dies, wenn die Beine gar angewinkelt oder überkreuzt werden. Besser ist es die Beine hochzulegen, sodass das Blut mit der Schwerkraft zum oberen Körper zurückfließen kann.

Es gibt auch Möglichkeiten Krampfadern medizinisch behandeln und entfernen zu lassen. Informationen dazu findet man hier.

Fazit
Auch wenn Krampfadern keine akuten Schmerzen verursachen, sollte man sich an die empfohlenen Tipps halten, um langfristige Folgeerkrankungen zu vermeiden. Bei starken Beschwerden lohnt es sich einen Arzt aufzusuchen, um eine entsprechende Behandlung zu besprechen.
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Kommentare

19.10.2020, 15.15 Uhr
Leser X | Ungleichheit
Mich wundert diese krasse Ungleichheit der Zahlen im Eichsfeld zu den umliegenden Kreisen. Da spricht doch einiges für systemische Fehler und/oder laxen Umgang mit einfachen Regeln.

Oder sollte tatsächlich der besonders hohe Drang, sonntags in die Kirche zu gehen, eine der Ursachen sein? Ich frag ja nur...

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