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So, 11:46 Uhr
08.01.2023
Inkasso-Umfrage:

Zahlungsmoral 2022 kaum verändert

Trotz Rekordinflation und hoher Energiekosten hat sich das Zahlungsverhalten säumiger Kunden laut Erfahrung der Inkassowirtschaft in diesem Jahr kaum verändert. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU)...

48 Prozent der Inkassounternehmen berichten, dass private Schuldnerinnen und Schuldner aktuell ein nur leicht verschlechtertes Zahlungsverhalten aufweisen – 39 Prozent sagen, dass das Zahlungs­verhalten, verglichen mit 2021, in etwa gleichgeblieben ist.

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„Es ist schon ein wenig paradox, denn obwohl wir seit zwei Jahren – mit Beginn der Coronapandemie – in einer Art wirtschaftlichen Dauerkrise leben, werden Rechnungen immer noch überraschend gut beglichen“, erklärt Kirsten Pedd, Präsidentin des BDIU. Auch die Zahl der Inkasso-Aufträge ist fast unverändert geblieben, wie 45 Prozent der Rechts­dienstleister berichten. 34 Prozent melden nur moderate Auftrags­steigerungen. Pedd stellt fest: „Die Kostenkrise des Jahres 2022 ist im Forderungsmanagement noch nicht angekommen – das ist gut, denn so können sich die Unternehmen immer noch gegen Schlimmeres wappnen und ihre Inkasso-Prozesse optimieren. Dadurch können sie auch dazu beitragen, den anhaltenden Inflationsdruck zu dämpfen, denn die ansonsten durch Forderungsausfälle entstehenden Fehlbeträge müssten sie durch weitere Preissteigerungen gegenüber ihren Kunden gegenfinanzieren.“

„Der große Kostenschock kommt erst“
Befragt nach den Gründen, warum private Schuldnerinnen und Schuldner Rechnungen nicht gezahlt haben, ist die Inflation aber bereits ein wichtiger Faktor. Jedes zweite Inkassounternehmen berichtet, dass durch die Kostensteigerungen ausgelöste Liquiditätsengpässe in diesem Jahr ein häufiger Grund für ausgebliebene Zahlungen waren. „Viele Menschen sind jetzt gezwungen, auf ihre Ersparnisse zurückzugreifen, um ihre laufenden Kosten zu bedienen. Das ist natürlich eine alarmierende Entwicklung, denn der große Kostenschock, etwa für Strom und Heizung, kommt für viele Haushalte, die jetzt von günstigeren Verträgen profitieren, erst noch.“

Besonders betroffen von einem schlechteren Zahlungsverhalten ihrer Kunden waren 2022 nach Einschätzung der Befragten die Dienst­leistungs­branche, die Immobilienwirtschaft – beispielsweise Vermieter – sowie Versorger.

Hauptgrund, warum gewerbliche Schuldner Rechnungen unbezahlt gelassen haben, waren Zahlungsausfälle bei deren eigenen Kunden, so die Beobachtung der Inkassodienstleister.

Auch die Inkassounternehmen selbst haben mit Kostensteigerungen zu kämpfen. 82 Prozent berichten in der Umfrage, dass sich ihre Betriebs­kosten in diesem Jahr verteuert haben (darunter 28 Prozent mit der Angabe, sie seien „stark gestiegen“). Hinzu kommen für die Rechts­dienstleister spürbare Umsatzrückgänge infolge des neuen Inkasso-Gebührenrechts, das seit dem 1. Oktober 2021 gilt. Pedd: „Der Einzug von Forderungen durch Inkassounternehmen ist ein zentrales Standbein unserer Volkswirtschaft. Die Mitgliedsunternehmen meines Verbandes sichern nicht zuletzt den vielen kleinen und mittleren Unternehmen Liquidität und helfen ihnen, sicher durch die Krise zu kommen. Diese Rechtsdienstleistung muss allerdings auch wirtschaftlich darstellbar sein – und sie hat selbstverständlich ihren Preis.“ Für 2023 kündigt Pedd eine neue Branchenuntersuchung an, die zeigen wird, welche Folgen die jüngste Regulierung auf die Wirtschaftlichkeit der Rechts­dienst­leistungen hat.

Zahlungsmoral wird 2023 wohl deutlich schlechter
Wie wichtig ein faires Inkasso gerade im kommenden Jahr sein wird, belegt ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Neun von zehn Inkasso­unternehmen erwarten, dass sich die Zahlungsmoral 2023 ver­schlech­tern wird – und das besonders stark bei privaten Schuldnerinnen und Schuldnern. Mit einer besseren Rechnungstreue rechnet in der Umfrage dagegen niemand.
Autor: red

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Kommentare
Paul
08.01.2023, 20:01 Uhr
Also...
wer freiwillig an einen Inkassoverein zahlt ist selber Schuld. Das sind Verbrecher in meinen Augen, die sich auf Kosten der Leute bereichern. Meine Meinung Schluß, Aus, Ende !
Quallensammler
08.01.2023, 22:17 Uhr
Jeder, der etwas kauft, oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt
und dafür nicht bezahlt, ist für mich ein A...! Händler und Dienstleister sind keine Wohlfahrtsunternehmen, die leben von ihrer Arbeit. Sie haben Anspruch auf zeitnahe Bezahlung. Und wenn da ein Kunde nicht bezahlt, ist das für mich ein Schmarotzer! Denn: er wurde nicht gezwungen, sich auf Kosten anderer Leute ein schönes Leben zu machen. Ist vor der Beauftragung die Gelddecke schon dünn gewesen und damit klar, dass der Auftrag nicht bezahlt werden kann - um so schlimmer, das ist asozial! Ich kann es keinem um seinen Lohn betrogenen Anbieter quer nehmen, dass er Inkasso beauftragt. Lieber einen Hauch vom Schaden retten, als einen Totalverlust einfahren. Jeder Schuldner sollte lernen, wieder fair zu handeln! Gerne auch mit kleiner Nachhilfe ;-)
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