Unsereins kann sich der gegenwärtigen Sommerhitze durch Klimaanlage, Ventilator oder Schwimmbadbesuch erwehren. Aber wie überstehen die Wildtiere im Wald die schweißtreibenden Tage... Rehe baden in einem Tümpel. (Foto: Andreas Knoll)
Leiden die Tiere in Wald und Flur unter den hochsommerlichen Temperaturen? Jein, sagen die Forstexperten der Landesforstanstalt. Während Pferde, wie der Mensch auch, bei Bewegung in der Hitze kräftig schwitzen, haben Wildschwein, Reh, Eichhörnchen, Fuchs & Co. coole Strategien entwickelt, um mit sommerlichen Temperaturspitzen fertig zu werden.
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Wildtiere schwitzen nicht oder kaum
Die meisten Waldtiere schwitzen bei Bewegung nicht oder kaum – viele wilde Gesellen besitzen nur wenige oder gar keine Schweißdrüsen. Wie Haushund oder Hauskatze hecheln sie und verdampfen dabei Speichel, um ihren Körper zu kühlen.
Feldhasen nutzen als Klimaanlage ihre langen, wenig behaarten Löffel: Bei großer Hitze werden diese intensiv durchblutet und geben so überschüssige Körperwärme ab.
Nahezu alle Wildtiere reduzieren an heißen Sommertagen ihren Bewegungsdrang und nehmen speziell in den Mittagsstunden eine Siesta, erläutert Corinna Geißler, Vorstand von ThüringenForst. Erst in den kühleren Abendstunden wird das Wild wieder aktiver.
Wildschweine und Rotwild suchen gerne ein kühlendes Bad in sumpfigen Tümpeln oder Waldbächen. Eichhörnchen klettern auf die höchsten Bäume und genießen den Wind in der luftigsten Etage des Waldes. Dachse, Füchse und Kaninchen verstecken sich in ihren unterirdischen, kühlen Bauten. Auch Vögel finden in schattigen Bäumen Zeit für eine erfrischende Flugpause.
Waldbesucher sollten Rücksicht nehmen
Waldbesucher sollten die pfiffigen Anti-Stress-Strategien der Wildtiere berücksichtigen: Waldweiher und Waldseen dienen nicht nur den Jüngsten in der Wanderfamilie als erfrischend-kühlendes Nass, sondern auch Tieren als willkommene Tränke. Lautes Geschrei ist hier – wie auch im gesamten Wald – fehl am Platz.
Auch sollte die Walderholung auf das Begehen der Forstwege begrenzt sein. Wer Waldbestände zwischen den Forstwegen quert, sorgt für Unruhe und Stress bei den Wildtieren. Hunde sind im Wald – aus gleichem Grund – an der Leine zu führen. Sonst geht die Anti-Stress-Strategie einiger Wildtiere nicht auf.