Deutschlands Seen stehen unter Druck. Wasserqualität, Artenvielfalt und Wasserhaushalt vieler Gewässer verschlechtern sich. Zum UN-Welttag der Seen forderte der Naturschutzbund NABU weniger Nährstoffeinträge, mehr natürlichen Wasserrückhalt und Grundwasserneubildung, die Wiederherstellung von Mooren und Wassereinzugsgebieten der Seen sowie die Wiederherstellung geschädigter Gewässer...
In Deutschland gibt es rund 25.000 Seen, von denen sich 91 Prozent in einem schlechten ökologischen Zustand befinden. Obwohl sie wichtige Lebensräume sind, fallen kleinere Seen unter 50 Hektar in Deutschland durch das Raster der amtlichen Überwachung.
Frühlingsmorgen am Nordhäuser Kiesschacht (Foto: Helmut Liesegang/nnz-Archiv)
Wir wissen zu wenig über den Zustand unter Wasser. Die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie sind nur mit einem regelmäßigen Monitoring aller Seen erreichbar, betont NABU-Wasserreferentin Lucilia Westphal. Zugleich mahnt sie die konsequente Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung (WVO) und der Nationalen Wasserstrategie an.
Anzeige symplr (mr_1)
Eine Schlüsselrolle für gesunde Seen spielen Wasserpflanzen. Sie produzieren Sauerstoff, binden Nährstoffe, stabilisieren Sedimente, bieten Unterschlupf und Nahrung für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig reagieren sie sensibel auf Veränderungen der Wasserqualität und sind dadurch wichtige Bioindikatoren. Hier setzt das Projekt Naturschutztauchen von NABU und Verein Deutscher Sporttaucher an. Bundesweit erfassen geschulte ehrenamtliche Naturschutztaucher*innen Wasserpflanzenbestände und liefern wertvolle Daten für den Seenschutz.
Das Projekt zeigt, wie Citizen Science Monitoringlücken schließen und die amtliche Gewässerüberwachung ergänzen kann. So konnte die zur Wasserpflanze des Jahres 2026 gekürte Grundnessel inzwischen in mehr als 20 Seen nachgewiesen werden. Bisher galt die Art in Deutschland als extrem selten und regional bereits verschollen.