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Fr, 13:06 Uhr
28.08.2026
Sachsen-Anhalt vor der Wahl

AfD mit großem Vorsprung

Am 6. September sind in Sachsen-Anhalt rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über die Zusammensetzung des Magdeburger Landtags neu zu entscheiden. Wir haben die aktuellen Zahlen von infratest dimap...

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Grafik (Foto: infratest dimap)

Die CDU, die im Bundesland seit 2002 den Ministerpräsidenten stellt, käme bei einer Wahl zum aktuellen Zeitpunkt auf 22 Prozent (2021: 37,1 Prozent). Sie fiele damit auf ihren historischen Tiefstand von 1998.

Im Vergleich zum letzten Sachsen-AnhaltTREND von Ende Juli geben die Christdemokraten unter Sven Schulze nochmals nach (-2). Die AfD hätte derzeit Aussicht auf 42 Prozent (+1 zu Juli), womit sie ihre Wählerunterstützung von 2021 (20,8 Prozent) verdoppeln und bundesweit ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahlen erzielen würde. Die Linke käme aktuell auf 11 Prozent (2021: 11,0 Prozent; -2 zu Juli), die SPD auf 8 Prozent (2021: 8,4 Prozent; +1 zu Juli), während die Grünen mit 6 Prozent (2021: 5,9 Prozent; +1 zu Juli) rechnen könnten.

Alle drei Parteien bewegen sich damit etwa auf dem Niveau von 2021. Das 2024 gegründete BSW würde derzeit mit 4 Prozent (+/-0 zu Juli) an der Mandatsschwelle scheitern, die FDP mit 3 Prozent (2021: 6,4 Prozent). Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 4 Prozent.

Die aktuelle Sonntagsfrage ist die letzte Messung von Wahlabsichten durch infratest dimap vor der Landtagswahl. Bewegungen in den verbleibenden elf Tagen sind damit nicht ausgeschlossen, Rückschlüsse von den über die Sonntagsfrage ermittelten Wahlneigungen auf das Wahlverhalten und den Ausgang der Wahl am 06. September somit nur begrenzt möglich. Gut jeder zehnte Wahlberechtigte (11 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für sieben von zehn Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung fest. Etwa jeder Fünfte (19 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

CDU- oder AfD-Regierung: Sachsen-Anhalt gespalten
Das Regieren wäre bei einem Wahlausgang gemäß der aktuellen Sonntagsfrage schwierig. Die AfD würde eine absolute Mehrheit im Landtag zwar verfehlen. Ministerpräsident Schulze wäre allerdings für Regierungsgeschäfte ohne AfD-Einbindung auf die Unterstützung aller übrigen Landtagsparteien angewiesen.

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Grafik (Foto: infratest dimap)

Diesen unübersichtlichen Kräfteverhältnissen entsprechen im Bundesland weitgehend gleich große Unterstützergruppen für einen Regierungswechsel zugunsten der AfD oder für eine Fortführung CDU-geführter Landesregierungen: 42 Prozent (-2 zu Juli) favorisieren für die Zeit nach der Wahl eine AfD-geführte, 41 Prozent (-2 zu Juli) eine CDU-geführte Landesregierung.

Für eine fortgesetzt CDU-geführte Landesregierung sprechen sich neben den CDU-Anhängern (96 Prozent) die Anhänger von SPD (89 Prozent), Grünen (94 Prozent) und Linken (72 Prozent) aus. Deutlich unterschiedliche Haltungen zeigen sich im Altersverlauf. Eine mehrheitliche Unterstützung für eine Fortführung CDU-geführter Landesregierungen in Sachsen-Anhalt besteht allein bei den Über-65-Jährigen.

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Grafik (Foto: infratest dimap)

In der Frage der personellen Besetzung des Ministerpräsidentenamtes ist das Meinungsbild im Bundesland ähnlich gespalten. In der direkten Entscheidung zwischen Sven Schulze von der CDU und Ulrich Siegmund von der AfD setzen 41 Prozent auf den Amtsinhaber (+5 zu Mai), 39 Prozent (+7 zu Mai) auf den AfD-Herausforderer. Einen Ministerpräsidenten Schulze wünschen sich neben den CDU-Anhängern (89 Prozent) die Wähler von SPD (78 Prozent), Grünen (92 Prozent) und Linken (74 Prozent). Deutliche Unterschiede bestehen auch hier in den Positionen der Altersgruppen. Eine mehrheitliche Präferenz für den CDU-Ministerpräsidenten besteht erneut allein bei den Über-65-Jährigen.
Beide Bewerber um das Ministerpräsidentenamt tun sich im Urteil der Wahlberechtigten schwer. Mit CDU-Ministerpräsident Sven Schulze sind 30 Prozent zufrieden, 46 Prozent unzufrieden. Herausforderer Ulrich Siegmund findet mit 37 Prozent mehr Zuspruch als der Amtsinhaber. 35 Prozent äußern sich zugleich aber ablehnend zur Person des AfD-Politikers.

CDU-Regierung mit Linken-Unterstützung: CDU-Anhänger gespalten
Traditionelle Modelle des Regierens scheiden bei einem Wahlausgang gemäß der aktuellen Sonntagsfrage in Sachsen-Anhalt aus. Eine CDU-geführte Landesregierung wäre künftig auf die Unterstützung von Parteien angewiesen, für die die CDU bislang eine Zusammenarbeit ausgeschlossen hat. Hierzu zählt neben der AfD auch die Linke. Der Zuspruch für eine Einbindung der Linken in die Regierungsgeschäfte ist allerdings gering.

Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Wahlberechtigten im Bundesland bewertet eine von der Linken unterstützte CDU-geführte Landesregierung positiv, sechs von zehn sehen dies kritisch (59 Prozent). Während sich SPD- (71 Prozent), Grünen- (90 Prozent) und auch Linken-Anhänger (83 Prozent) mehrheitlich positiv äußern, sind die Unions-Anhänger in ihrem Urteil gespalten (47:47 Prozent).
Autor: red

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Kommentare
Echter Sundhäuser
28.08.2026, 18:15 Uhr
Nur noch 5 Jahre...
Erstmal kommt die Einheitsbreipartei, da es vermutlich für Ullrich Siegmund nicht für die absolute Mehrheit reichen wird, aber in 5 Jahren ist die CDU dann endlich Geschichte und wird mit der 5% Hürde zu kämpfen haben während die AfD locker über die 50% springt.
Gut Ding will eben Weile haben...
marco-sdh
28.08.2026, 19:27 Uhr
Vielleicht kommts aber auch ganz anders.....
...und die Verfassungsrichter haben in fünf Jahren endlich erkannt, dass mit den blau-braunen kein friedliches Miteinander zu realisieren ist- siehe heute im Thüringer Landtag. Ein einiziges Geplänkel und Gepöbel. Konstruktive Parlamentsarbeit Fehlanzeige, wie in den letzten zehn Jahren auch. Irgendeiner hats heute in der Debatte gesagt: Wenn sich eine andere Partei trauen würde, einen mehrfach vorbestraften Wessi (und das ist Höcke) für eine Ministerpräsidentenwahl vorzuschlagen, die selbsternannte Alternative würde den Staatsnotstand ausrufen wollen. Nix hinzuzufügen, auch wenns nicht von meiner Couleur kam.
Let There Be Rock
28.08.2026, 20:14 Uhr
Der Anfang vom Ende
Da wird wohl Sachsen-Anhalt das erste Bundesland sein das im Chaos versinkt.
Wie sang einst Rio: "Keine Macht für niemand!"............ Vor allem nicht für Faschisten!!!
Paul.W
28.08.2026, 22:21 Uhr
Fünf Jahre sind . . .
in der heutigen Zeit eine verdammt lange Zeit, Sundhäuser.
Da kann viel passieren. Vor 5 Jahren kannten wir Corona noch nicht. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten gab es noch nicht. Trump war Vergangenheit, die Chinesen haben noch Mengen an deutschen Autos gekauft u. v. m.
Und da glauben Sie, die Wahlergebnisse vorhersagen zu können. Mein Rat: Versuchen Sie es doch erst mal an etwas Einfachem, etwa den Lottozahlen . . .
P.Burkhardt
28.08.2026, 23:38 Uhr
5 Jahre...
...ein Fliegenschiss... (ja, Gauland hatte da noch eine längere Zeit so bezeichnet) ... aber ja, Gaulands AFD hat einen großen Vorsprung in Sachsen-Anhalt. Ich frage mich immer, was die Sachsen-Anhaltiner da so reitet...das Wahlprogramm der AFD ist bekannt und wurde hinreichend diskutiert. Das Ergebnis war, dass die zukunftsweisenden AFD-Ideen für Sachsen-Anhalt absolut nicht vorhanden aber ohne jeden Vorteil für das Bundesland sind. Vielmehr schießt die AFD das Bundesland noch viel mehr ins Abseits, als es heute schon ist...wenn sie das umsetzen, was sie geplant haben (ntv, welt, BILD, ARD... ach, alle eigentlich).

Ich begreife die Menschen in Sachsen-Anhalt nicht... wenn sie etwas Besseres wollen, als sie haben, dann ist es auf jeden Fall der ganz falsche Weg, Mitbestimmung abzuschaffen (das ist ja genau das, was die AFD verfolgt, wenn man zwei Schritte weiter denkt)... aber egal, ihr schlauen Sachsen-Anhaltiner macht das schon 😉
Kobold2
29.08.2026, 07:27 Uhr
Mit ihrem Landesmotto
#moderndenken, hat das recht wenig zu tun.
Lautaro
29.08.2026, 08:35 Uhr
Ähm ...P.Burkhardt....Mitbestimmung abzuschaffen ?
Die Entscheidung der FDJ-Sekretärin 2015 war doch wohl mehr autokratischer Natur..
Zitat....Ich begreife die Menschen in Sachsen-Anhalt nicht.....
Damit haben sie alles erklärt !
@Let There Be Rock.....Rio sang auch...reih Dich ein in die Arbeitereinheitsfront......im letzten Vierteljahrhundert hat kein einziger Politiker die Arbeiter als etwas anderes gesehen.....als eine Verfügungsmasse.
Die AfD ist nur eine weitere Eiterbeule an einem entzündeten Körper. Aber sie zeigt auf den entzündeten Körper !!!
Fönix
29.08.2026, 09:56 Uhr
Wählerschelte
ist immer das letzte (und absolut untaugliche!) Mittel, mit dem die (Ohn-) Mächtigen das Wahlverhalten unzufriedener Bürger zu bewerten und zu erklären versuchen.
Die AfD wird nicht immer stärker, weil sie so gut ist, sondern weil die sogenannten etablierten Parteien auf der ganzen Linie versagt haben und das über viele Jahre bzw. mehrere Legislaturperioden und beileibe nicht nur in Sachsen-Anhalt ...

Die Wahlen in Sachsen-Anhalt werden eine Denkzettelwahl und ein Knackpunkt, so oder so. Sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen, werden die anderen Bundesländer und vor allem natürlich die Bundesregierung alles versuchen, Sachsen-Anhalt zu isolieren. Sollte sich eine "Allerestparteien-Regierung" bilden und die AfD weiterhin in der Opposition verbleiben, werden viele Menschen ihren Unmut und ihr Unverständnis zum Ausdruck bringen. Und das sind dann beileibe nicht nur AfD-Anhänger sondern z.B. auch Unionswähler, die es vehement ablehnen, mit den Linken in einer Koalition
zusammenzuarbeiten. Und was die Mehrheit davon halten würde, wenn auch die GRÜNEN wieder in Regierungsverantwortung kommen, brauchen wir glaube ich auch nicht zu diskutieren ...
Ohne einen grundsätzlichen Politikwechsel in ganz Deutschland und darüber hinaus auch in der EU wird hier keine Ruhe mehr einkehren ...
Bodo Schwarzberg
29.08.2026, 11:13 Uhr
Probleme lösen, die zur AfD führten
Ich halte es für müßig, darüber zu diskutieren, ob die AfD, oder wann sie in einem Bundesland die Regierung stellt, - und sich zu diesem Thema endlos zu zerfleischen.

Wichtiger wäre doch meiner Meinung nach eine Analyse darüber, warum die AfD so stark geworden ist. Das hat ja Gründe. Und über diese Gründe ist sehr viel geschrieben worden. In einer Demokratie erhält eine Partei dann weniger Zuspruch, wenn die anderen Parteien überzeugender sind oder auch nur von den Wählern für überzeugender gehalten werden.

Das ist das ganz normale Ursache-Wirkungsprinzip, das in der Natur und in der Gesellschaft gleichermaßen gilt. - Was also macht oder hat die AfD, dass sie so viel Zuspruch findet, und was haben andere Parteien im Gegensatz dazu nicht?

Vielleicht wäre das mal ein Denk- und möglicher Lösungsansatz.
emmerssen
29.08.2026, 16:24 Uhr
Also ich sehe
Hier nur wie die bekannten Kommentatoren, P.Burkhardt, Kobold 2, Marco- SDH.... gegen die Erfolge der AfD versuchen Stimmung zu machen. Aber so ist das mit der Wahrheit. Die tut eben auch mal weh. Und wenn einem die eigenen Felle wegschwimmen versucht man sich mit Händen und Füßen irgendwo fest zu Klammern. Bestes Beispiel, Mario Voigt. Nachweislich betrogen, egal da steht er doch als sauberer Landesvater drüber und freut sich über den Erfolg der gestrigen Abstimmung. So geht glaubhafte Politik heute.
P.Burkhardt
29.08.2026, 19:06 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg – Chat ist vorbei
Kobold2
29.08.2026, 21:06 Uhr
Weil die Wahrheit
manchmal weh tut, läuft man halt lieber dene hinterher, die mit populistisch Übertreibungen und stumpfen Parolen einfachen Gemütern erzählen, was sie hören möchten. Kritiker werden dann als Hetzer und Stimmungsmacher abgekanzelt und auf die Frage, was sich denn für denjenigen nach der Wahl verbessern würde, kommt keine Antwort.
Dabei spricht das aufgestellte Regierungsprogramm für Sachsen Anhalt für sich. Aber die AfD ist trauriger Weise in der komfortabler Situation, dass ihre Anhänger jedes Fehl Verhalten und jedes Defizit ignorieren, auch verurteilte Straftäter, fehlende Lösungen und Falschaussagen. Selbst ein ein vorbestrafter Landesparteichef als Ministerpräsident wird sich sehnlichst gewünscht.
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