Mo, 09:49 Uhr
27.12.2010
Zuversicht für 2011
Die Thüringer Wirtschaft befindet sich klar auf Erfolgskurs. Mit Rückenwind starten die Unternehmer in das neue Jahr und vieles spricht auch in den kommenden Monaten für eine Fortsetzung des Aufschwungs. Weitere Einzelheiten mit dem bekannten Klick...
Das Tempo wird zwar ein wenig gedrosselt, die Fahrt aber keineswegs gestoppt. Neben einem stabilen Exportgeschäft, trägt auch die Binnennachfrage mehr und mehr zur positiven Konjunkturentwicklung bei. Für das Jahr 2011 rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,5 Prozent.
Den Großteil des Weges aus der Krise hat die Thüringer Wirtschaft im zu Ende gehenden Jahr bereits bewältigt, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die spürbar verbesserte Nachfrage schlage sich zunehmend in einer höheren Auslastung der Kapazitäten nieder. Der Produktivitätsrückgang des Vorjahres sei nahezu kompensiert.
Insbesondere die Industriedaten der letzten Monate stimmten zuversichtlich. Nach vorläufigen Berechnungen der Kammer liege der Umsatz im Jahr 2010 mit 25 Milliarden Euro um 13 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Inlandsnachfrage hat sich stabilisiert und auch vom Auslandsgeschäft werden weitere Impulse erwartet, so der IHK-Chef.
Der Aufschwung verliere zwar leicht an Dynamik und die Zuwachsraten würden wieder etwas niedriger ausfallen, aber die Investitions- und Beschäftigungspläne der Mehrzahl der Betriebe bewegten sich im grünen Bereich. So seien die Ausgaben für neue Gebäude, Maschinen und Anlagen 2010 spürbar gestiegen; auch ein Hinweis darauf, wie solide mittlerweile die wirtschaftliche Erholung wäre.
Der Aufschwung steht inzwischen auf einem breiteren Fundament. Nicht nur die Industrie sorgt für eine positive Stimmung, berichtet Grusser. Allen voran der Handel mache sich große Hoffnungen auf eine gute Bilanz für 2010. Und das zu Recht: die Einkommensperspektiven seien nicht schlecht, die Arbeitsplatzsicherheit habe zugenommen. Das führe zwar nicht gleich zu einem Konsumboom, aber die schlappe Entwicklung in der Vergangenheit werde langfristig zumindest einer schwarzen Null weichen. Schon das Weihnachtsgeschäft in Thüringen laufe besser als in den letzten Jahren.
Zu den Gewinnern zähle auch der Dienstleistungssektor, der sich im Sog des Verarbeitenden Gewerbes über mehr Aufträge freuen könnte. Ein Wermutstropfen bleibe laut Grusser jedoch: aus dem Reigen der Optimisten falle das Baugewerbe heraus. Dessen Erwartungen würden inzwischen wieder sinken. Ursachen für das eingetrübte Stimmungsbild seien der frühe und heftige Wintereinbruch, aber auch das Auslaufen der Konjunkturpakete.
Zum Glück ist die Krise nun Geschichte und wir befinden uns wieder in ruhigerem Fahrwasser. Was nicht zuletzt auch dem Arbeitsmarkt zugute kommt. Erstmals nach der Wende ist die Zahl der Erwerbslosen in Thüringen im Oktober unter die psychologisch wichtige Marke von 100.000 gerutscht, zeigt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer erfreut. Schon aufgrund der demografischen Entwicklung dürfte sich die Entspannung auch 2011 fortsetzen. Zudem bewegten sich die Beschäftigungspläne der Unternehmen auf einem hohen Niveau. Nach Einschätzung der IHK Erfurt könne dann auch dauerhaft mit einer Arbeitslosenquote von deutlich unter zehn Prozent gerechnet werden.
Die Wirtschaft brummt. Der Aufschwung geht 2011 in seine nächste Runde. Viel spricht dafür, dass die Wirtschaftsleistung bereits im kommenden Jahr wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen kann. Die Unternehmer sehen ihre Zukunft jedoch nicht nur rosarot, sondern durchaus sehr realistisch und daher noch mit einigen Risiken behaftet, warnt Grusser vor allzu viel Euphorie.
In den allgemeinen Konjunkturoptimismus mische sich noch ein Schuss Unsicherheit. Steigende Energie- und Rohstoffpreise und damit verbundene Inflationsgefahren sowie die anhaltend hohe Verschuldung in einigen Euroländern könnten den blauen Konjunkturhimmel wieder eintrüben. Den aktuell guten Wirtschafts- und Beschäftigungsaussichten zum Trotz harren auch die großen Reformbaustellen der dringenden Bearbeitung, gibt Grusser zu bedenken. Wichtige Projekte, wie die Schärfung des Stabilitätspaktes zur Sicherung des Euro, die Konsolidierung der Staatsfinanzen, Reformen zur Festigung der Finanzmärkte und Sicherung der Unternehmensfinanzierung sowie eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes stünden immer noch auf der Tagesordnung. Auch in der Steuerpolitik reichten bloße Vereinfachungen alleine nicht aus. Unter dem Strich müssten gerade für kleine und mittelständische Firmen spürbare Entlastungen stehen.
Autor: nnzDas Tempo wird zwar ein wenig gedrosselt, die Fahrt aber keineswegs gestoppt. Neben einem stabilen Exportgeschäft, trägt auch die Binnennachfrage mehr und mehr zur positiven Konjunkturentwicklung bei. Für das Jahr 2011 rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,5 Prozent.
Den Großteil des Weges aus der Krise hat die Thüringer Wirtschaft im zu Ende gehenden Jahr bereits bewältigt, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die spürbar verbesserte Nachfrage schlage sich zunehmend in einer höheren Auslastung der Kapazitäten nieder. Der Produktivitätsrückgang des Vorjahres sei nahezu kompensiert.
Insbesondere die Industriedaten der letzten Monate stimmten zuversichtlich. Nach vorläufigen Berechnungen der Kammer liege der Umsatz im Jahr 2010 mit 25 Milliarden Euro um 13 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Inlandsnachfrage hat sich stabilisiert und auch vom Auslandsgeschäft werden weitere Impulse erwartet, so der IHK-Chef.
Der Aufschwung verliere zwar leicht an Dynamik und die Zuwachsraten würden wieder etwas niedriger ausfallen, aber die Investitions- und Beschäftigungspläne der Mehrzahl der Betriebe bewegten sich im grünen Bereich. So seien die Ausgaben für neue Gebäude, Maschinen und Anlagen 2010 spürbar gestiegen; auch ein Hinweis darauf, wie solide mittlerweile die wirtschaftliche Erholung wäre.
Der Aufschwung steht inzwischen auf einem breiteren Fundament. Nicht nur die Industrie sorgt für eine positive Stimmung, berichtet Grusser. Allen voran der Handel mache sich große Hoffnungen auf eine gute Bilanz für 2010. Und das zu Recht: die Einkommensperspektiven seien nicht schlecht, die Arbeitsplatzsicherheit habe zugenommen. Das führe zwar nicht gleich zu einem Konsumboom, aber die schlappe Entwicklung in der Vergangenheit werde langfristig zumindest einer schwarzen Null weichen. Schon das Weihnachtsgeschäft in Thüringen laufe besser als in den letzten Jahren.
Zu den Gewinnern zähle auch der Dienstleistungssektor, der sich im Sog des Verarbeitenden Gewerbes über mehr Aufträge freuen könnte. Ein Wermutstropfen bleibe laut Grusser jedoch: aus dem Reigen der Optimisten falle das Baugewerbe heraus. Dessen Erwartungen würden inzwischen wieder sinken. Ursachen für das eingetrübte Stimmungsbild seien der frühe und heftige Wintereinbruch, aber auch das Auslaufen der Konjunkturpakete.
Zum Glück ist die Krise nun Geschichte und wir befinden uns wieder in ruhigerem Fahrwasser. Was nicht zuletzt auch dem Arbeitsmarkt zugute kommt. Erstmals nach der Wende ist die Zahl der Erwerbslosen in Thüringen im Oktober unter die psychologisch wichtige Marke von 100.000 gerutscht, zeigt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer erfreut. Schon aufgrund der demografischen Entwicklung dürfte sich die Entspannung auch 2011 fortsetzen. Zudem bewegten sich die Beschäftigungspläne der Unternehmen auf einem hohen Niveau. Nach Einschätzung der IHK Erfurt könne dann auch dauerhaft mit einer Arbeitslosenquote von deutlich unter zehn Prozent gerechnet werden.
Die Wirtschaft brummt. Der Aufschwung geht 2011 in seine nächste Runde. Viel spricht dafür, dass die Wirtschaftsleistung bereits im kommenden Jahr wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen kann. Die Unternehmer sehen ihre Zukunft jedoch nicht nur rosarot, sondern durchaus sehr realistisch und daher noch mit einigen Risiken behaftet, warnt Grusser vor allzu viel Euphorie.
In den allgemeinen Konjunkturoptimismus mische sich noch ein Schuss Unsicherheit. Steigende Energie- und Rohstoffpreise und damit verbundene Inflationsgefahren sowie die anhaltend hohe Verschuldung in einigen Euroländern könnten den blauen Konjunkturhimmel wieder eintrüben. Den aktuell guten Wirtschafts- und Beschäftigungsaussichten zum Trotz harren auch die großen Reformbaustellen der dringenden Bearbeitung, gibt Grusser zu bedenken. Wichtige Projekte, wie die Schärfung des Stabilitätspaktes zur Sicherung des Euro, die Konsolidierung der Staatsfinanzen, Reformen zur Festigung der Finanzmärkte und Sicherung der Unternehmensfinanzierung sowie eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes stünden immer noch auf der Tagesordnung. Auch in der Steuerpolitik reichten bloße Vereinfachungen alleine nicht aus. Unter dem Strich müssten gerade für kleine und mittelständische Firmen spürbare Entlastungen stehen.