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Unauffällige Bedeutung

Montag, 17. September 2012, 12:21 Uhr
Im Landschaftsbild fällt sie kaum auf und doch ist sie für die Gemeinden Arenshausen, Kirchgandern und später auch Hohengandern von großer Bedeutung: die neue Kläranlage Unteres Leinetal. Jetzt wurde sie offiziell in Betrieb genommen...


Durchschnitten (Foto: EW) Durchschnitten (Foto: EW)
Zur offiziellen Einweihung schnitten Verbandsvorsitzender Ottmar Föllmer, die siebenjährige Luisa sowie die drei Bürgermeister Wolfgang Sieling, Bernt Ziegenbein und Alfred Spies (v. l.) gemeinsam ein blaues Band am Eingangstor zur Kläranlage durch.

Mit dieser Anlage ist es dem
Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld (WAZ) und seiner Betriebsführerin, der EW Wasser GmbH, erneut gelungen, Naturnähe mit modernster Technik in Einklang zu bringen. Rund 1,1 Millionen Euro investierte der Zweckverband in die für 1.980 Einwohnergleichwerte ausgelegte Anlage inklusive Zu- und Ableitungen, die der Freistaat Thüringen mit knapp 600.000 Euro förderte.

Am Samstag wurde die Kläranlage durch den Vorsitzenden des WAZ Obereichsfeld, Ottmar Föllmer, im Beisein des Landrats Dr. Werner Henning, beteiligter Behörden, Planungs- und Baufirmen sowie unter großer Beteiligung der Bevölkerung, offiziell eingeweiht.

Mit dem Bau der vollbiologischen Abwasserbehandlungsanlage wurde im November 2011 begonnen. Durch das große Engagement der Gemeinden, der Mitarbeiter der Eichsfeldwerke-Tochter und der weiteren Projektpartner war es möglich, die Kläranlage in nicht einmal neun Monaten Bauzeit zu realisieren. Nach Abschluss der Kanalbauarbeiten im Birkenweg in Arenshausen können nun die ersten Abwässer mittels Pumpwerk eingeleitet und umweltgerecht aufbereitet werden.

2013 soll der Anschluss der Gemeinde Kirchgandern über ein weiteres Pumpwerk erfolgen. Dafür wurde bereits ein Förderantrag gestellt. Mittelfristig ist auch die Anbindung von Hohengandern über eine Freigefälleleitung geplant.

Die Abwässer werden in der Kläranlage zunächst in zwei Vorklärbecken mechanisch gereinigt. Hier setzen sich Schlamm und Grobstoffe ab. Darauf folgt die zweistufige intensive vollbiologische Reinigung. Zuerst findet in zwei Scheibentauchkörperanlagen die biologische Reinigung statt. Hierfür werden die Stoffwechselprozesse von Bakterien genutzt. Den für diesen Stoffabbau notwendigen Sauerstoff erhalten die Mikroorganismen durch die ständige Drehbewegung der Scheibentauchkörper.

Dank dieser Tauchkörper ist die Kläranlage bautechnisch besonders effizient. So nimmt sie den kleinstmöglichen Platz von 114 Quadratmetern ein und kann den Bakterien dennoch eine 9.180 Quadratmeter große Arbeitsfläche bieten. Anschließend durchfließt das Abwasser zur Nachbehandlung zwei Schönungsteiche mit einer Fläche von 600 bzw. 1.000 Quadratmetern. Das saubere Wasser kann dann im freien Gefälle bedenkenlos in die Leine eingeleitet werden.

Mit einem Energiebedarf von jährlich rund 20 kWh pro Einwohnergleichwert arbeitet die Kläranlage sehr energiesparend. Ein Beweis: vergleichbar große Anlagen herkömmlicher Technologien, wie dem Belebtschlammverfahren, liegen bei bis zu
100 kWh pro Jahr. Dadurch können dauerhaft auch die Betriebskosten gering gehalten werden.

Die effiziente und ökologische Anlage leistet einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz nach den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. So wird gleichzeitig ein Markenzeichen bewahrt, das die Einwohner und die Besucher am Eichsfeld gleichermaßen schätzen: die Natur.
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