Im Wald vom Wald lernen
Donnerstag, 11. Oktober 2012, 10:00 Uhr
Bunt sind schon die Wälder.., so wie dieses deutsche Volkslied, gibt es viele Lieder und Gesänge, die den Wald und seine Schönheit besingen. Aber nicht nur jetzt im Herbst, sondern das ganze Jahr über ist der Wald eine Schatzkammer für Erholungssuchende und Naturinteressierte...
Viele Menschen genießen den Wald als wilde Natur und Naherholungsraum zum Spazieren und Sporttreiben. Sie suchen darin Erholung, Ruhe und Ausgleich. Doch ein Wald hat weit mehr zu bieten. Dieses Thema den Menschen nahe zu bringen, widmet der Revierförster des Reviers Wender Hütte, Jörg Walter viel Zeit und Aufmerksamkeit.
Schon als Kind fühlte sich Jörg Walter, der in Breitenworbis aufgewachsen ist, in der Natur am wohlsten. Die Wälder und Felder mit ihren jahreszeitlichen Veränderungen zu beobachten und zu erleben, war für ihn das Schönste, das er sich denken konnte. Da lag es nahe, sich für den Beruf des Försters zu entscheiden und ein Studium zum Forstwirt aufzunehmen.
Seit 1999 ist er verantwortlicher Förster im Revier Wenderhütte, das zum Forstamt Leinefelde gehört und für dessen Hege und Pflege er Verantwortung trägt. Der Beruf des Försters ist erst im 18. Jahrhundert aufgekommen und hat sich einerseits aus der Jagd und andererseits aus der Bewirtschaftung der Wälder entwickelt.
Heute befasst sich das Berufsbild mit der nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung des Waldes, bei dem neben ökonomischen Gesichtspunkten, insbesondere die ökologische und soziale Obliegenheit der Waldbewirtschaftung im Mittelpunkt steht. Die Aufgaben des Försters sind vielfältig. Das Bild des Försters aus alten Heimatfilmen, in denen er mit seiner Büchse durch den Wald streift, ist heute sehr antiquiert. Fast die Hälfte der Arbeit findet am Schreibtisch statt. Der Laptop gehört ebenso zu seiner Ausrüstung, wie die Gummistiefel.
In seinem Revier organisiert und lenkt der Förster alle Waldarbeiten, angefangen von der Pflanzung von Mischbaumarten über den Waldwegebau bis zum Einschlag und der Verwertung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Er trägt Verantwortung dafür, dass dem Wald kein Schaden zugefügt wird, das heißt, dass der Wald seine vielen positiven Auswirkungen auf unser Leben wie z.B. Luftreinhaltung, Sauerstoffproduktion und Trinkwasserbildung auch in Zukunft erfüllen kann.
Er sorgt dafür, dass aus dem Wald nicht mehr Holz entnommen wird, als im Laufe der Jahrzehnte stetig nach wächst. Auch der Wandel der Energieerzeugung erfordert ein hohes Verantwortungsgefühl von einem Förster. Obwohl diese Aufgaben vielfältig sind, hat Herr Walter eine weitere Leidenschaft, für die er spürbar brennt.
Seit Januar dieses Jahres absolviert er, neben seiner Förstertätigkeit, im hessischen Weilburg eine Ausbildung zum Waldpädagogen. Eigentlich werben alle Förster über die Medien und bei öffentlichen Veranstaltungen und Führungen für die Belange des Waldes, so Förster Walter. Waldpädagogik reicht darüber hinaus. Sie hat einen ganzheitlichen Ansatz und spiegelt das Lernen mit Kopf, Herz und Hand wider. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch, nicht das reine Faktenwissen bezüglich der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.
Vielmehr das Erleben, Begreifen und Versinnlichen des Naturraumes Wald. Waldpädagogik möchte die Vielseitigkeit des Waldes erlebbar machen, Zugang zur Natur eröffnen, Grundlagen des Ökosystems Wald vermitteln und dessen Bewirtschaftung verdeutlichen.
Ein abwechslungsreicher Fundus an Natur- und Erlebnisspielen ermöglicht kreatives Handeln und lässt den Wald zum Naturerlebnis werden, denn der Mensch schützt nur, was er schätzt. "Im Wald vom Wald lernen", lautet das Motto der Waldpädagogik. Eine natürliche Umgebung verleiht besonders Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Die Kinder werden ruhiger und entwickeln mehr Gemeinschaftssinn.
In der freien Natur können sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Im waldpädagogischen Stützpunkt Blockhaus Wender Hütte bietet der Förster Herr Walter für jede Altersgruppe speziell zugeschnittene Programme rund um den Wald an und freut sich auf viele Anmeldungen. Das Waldklassenzimmer ist ein geeigneter Ort zum Forschen und Werken. Ein großes Außengelände mit verschiedenen Biotopen und Lernmöglichkeiten lädt zum Entdecken ein.
Auf Erlebnis und Spiel, Freude und Spaß legt Jörg Walter besonderen Wert. Diese Erfahrungen haben zahlreiche Gruppen von Menschen mit Behinderung der Tom – Mutters – Wohnstätte der Lebenshilfe Leinefelde – Worbis in den letzten Jahren schon oft machen dürfen. Sie sind immer wieder begeistert von den Erlebnissen mit dem Förster.
Er versteht es, seine Begeisterung für die Natur auf seine Besucher zu übertragen. Dadurch, dass er jeden individuell in seine Erläuterungen und Demonstrationen einbezieht, schafft er bleibende Eindrücke. Besonders spannend ist es, wenn sie gemeinsam im nassen Waldboden Wildschweinspuren folgen, immer mit der Angst, einer Rotte zu begegnen. Am schönsten ist aber für alle Teilnehmer, Holz für ein Lagerfeuer zu sammeln und Würstchen und Stockbrot im offenen Feuer zu braten. Da sind alle Strapazen der Exkursion vergessen und an der frischen Luft schmeckt es bekanntlich nochmal so gut!
Gisela Reinhardt
Autor: enViele Menschen genießen den Wald als wilde Natur und Naherholungsraum zum Spazieren und Sporttreiben. Sie suchen darin Erholung, Ruhe und Ausgleich. Doch ein Wald hat weit mehr zu bieten. Dieses Thema den Menschen nahe zu bringen, widmet der Revierförster des Reviers Wender Hütte, Jörg Walter viel Zeit und Aufmerksamkeit.
Schon als Kind fühlte sich Jörg Walter, der in Breitenworbis aufgewachsen ist, in der Natur am wohlsten. Die Wälder und Felder mit ihren jahreszeitlichen Veränderungen zu beobachten und zu erleben, war für ihn das Schönste, das er sich denken konnte. Da lag es nahe, sich für den Beruf des Försters zu entscheiden und ein Studium zum Forstwirt aufzunehmen.
Seit 1999 ist er verantwortlicher Förster im Revier Wenderhütte, das zum Forstamt Leinefelde gehört und für dessen Hege und Pflege er Verantwortung trägt. Der Beruf des Försters ist erst im 18. Jahrhundert aufgekommen und hat sich einerseits aus der Jagd und andererseits aus der Bewirtschaftung der Wälder entwickelt.
Heute befasst sich das Berufsbild mit der nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung des Waldes, bei dem neben ökonomischen Gesichtspunkten, insbesondere die ökologische und soziale Obliegenheit der Waldbewirtschaftung im Mittelpunkt steht. Die Aufgaben des Försters sind vielfältig. Das Bild des Försters aus alten Heimatfilmen, in denen er mit seiner Büchse durch den Wald streift, ist heute sehr antiquiert. Fast die Hälfte der Arbeit findet am Schreibtisch statt. Der Laptop gehört ebenso zu seiner Ausrüstung, wie die Gummistiefel.
In seinem Revier organisiert und lenkt der Förster alle Waldarbeiten, angefangen von der Pflanzung von Mischbaumarten über den Waldwegebau bis zum Einschlag und der Verwertung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Er trägt Verantwortung dafür, dass dem Wald kein Schaden zugefügt wird, das heißt, dass der Wald seine vielen positiven Auswirkungen auf unser Leben wie z.B. Luftreinhaltung, Sauerstoffproduktion und Trinkwasserbildung auch in Zukunft erfüllen kann.
Er sorgt dafür, dass aus dem Wald nicht mehr Holz entnommen wird, als im Laufe der Jahrzehnte stetig nach wächst. Auch der Wandel der Energieerzeugung erfordert ein hohes Verantwortungsgefühl von einem Förster. Obwohl diese Aufgaben vielfältig sind, hat Herr Walter eine weitere Leidenschaft, für die er spürbar brennt.
Seit Januar dieses Jahres absolviert er, neben seiner Förstertätigkeit, im hessischen Weilburg eine Ausbildung zum Waldpädagogen. Eigentlich werben alle Förster über die Medien und bei öffentlichen Veranstaltungen und Führungen für die Belange des Waldes, so Förster Walter. Waldpädagogik reicht darüber hinaus. Sie hat einen ganzheitlichen Ansatz und spiegelt das Lernen mit Kopf, Herz und Hand wider. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch, nicht das reine Faktenwissen bezüglich der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.
Vielmehr das Erleben, Begreifen und Versinnlichen des Naturraumes Wald. Waldpädagogik möchte die Vielseitigkeit des Waldes erlebbar machen, Zugang zur Natur eröffnen, Grundlagen des Ökosystems Wald vermitteln und dessen Bewirtschaftung verdeutlichen.
Ein abwechslungsreicher Fundus an Natur- und Erlebnisspielen ermöglicht kreatives Handeln und lässt den Wald zum Naturerlebnis werden, denn der Mensch schützt nur, was er schätzt. "Im Wald vom Wald lernen", lautet das Motto der Waldpädagogik. Eine natürliche Umgebung verleiht besonders Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Die Kinder werden ruhiger und entwickeln mehr Gemeinschaftssinn.
In der freien Natur können sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Im waldpädagogischen Stützpunkt Blockhaus Wender Hütte bietet der Förster Herr Walter für jede Altersgruppe speziell zugeschnittene Programme rund um den Wald an und freut sich auf viele Anmeldungen. Das Waldklassenzimmer ist ein geeigneter Ort zum Forschen und Werken. Ein großes Außengelände mit verschiedenen Biotopen und Lernmöglichkeiten lädt zum Entdecken ein.
Auf Erlebnis und Spiel, Freude und Spaß legt Jörg Walter besonderen Wert. Diese Erfahrungen haben zahlreiche Gruppen von Menschen mit Behinderung der Tom – Mutters – Wohnstätte der Lebenshilfe Leinefelde – Worbis in den letzten Jahren schon oft machen dürfen. Sie sind immer wieder begeistert von den Erlebnissen mit dem Förster.
Er versteht es, seine Begeisterung für die Natur auf seine Besucher zu übertragen. Dadurch, dass er jeden individuell in seine Erläuterungen und Demonstrationen einbezieht, schafft er bleibende Eindrücke. Besonders spannend ist es, wenn sie gemeinsam im nassen Waldboden Wildschweinspuren folgen, immer mit der Angst, einer Rotte zu begegnen. Am schönsten ist aber für alle Teilnehmer, Holz für ein Lagerfeuer zu sammeln und Würstchen und Stockbrot im offenen Feuer zu braten. Da sind alle Strapazen der Exkursion vergessen und an der frischen Luft schmeckt es bekanntlich nochmal so gut!
Gisela Reinhardt



