Laien haben mehr Verantwortung
Montag, 05. November 2012, 13:11 Uhr
Die Stimme der katholischen Laien in Kirche und Gesellschaft, der Katholikenrat des Bistums Erfurt, feierte am Wochenende 20jähriges Bestehen. Den Laien – also den Nicht-Geweihten - der katholischen Kirche kommt in deren schwieriger Situation eine größere Verantwortung zu als bisher, war beim Festakt zu hören....
Es werden sich ihnen aber auch neue Formen bieten, sich am Leben der Kirche und der Gesellschaft zu beteiligen. Dies war der Tenor beim Festakt in der Aula der Erfurter Edith-Stein-Schule, mit dem der Katholikenrat im Bistum Erfurt am Samstag sein 20-jähriges Bestehen feierte. Der Tag begann um 8.30 mit einem Festgottesdienst in St. Ursula, den Weihbischof Dr.
Reinhard Hauke zelebrierte. Bei dem von Mechthild Baus (mdr figaro) moderierten Festakt selbst kamen zunächst Mitglieder des Katholikenrats zu Wort. Sehr deutlich wurde dabei, wie vor allem die Wendezeit das Entstehen einer eigenen katholischen Stimme in der Politik verlangte, so dass über Zwischenschritte (wie die Katholische Soziale Aktion KSA) 1992 der Rat eingerichtet wurde, der seitdem ein wichtiges Bindeglied darstellt: Zwischen Kirche und Politik, zwischen den Gemeinden und ihren Pfarrgemeinderäten und der Leitung des Bistums, zwischen den Katholiken, die in vielfacher Weise in der Gesellschaft wirken, etwa in Verbänden und Organisationen.
Im Katholikenrat engagieren sich die Mitglieder sowohl in kirchlichen Angelegenheiten, wie auch in ihren jeweiligen beruflichen und familiären Lebenskreisen. Der Rat besteht derzeit aus 27 gewählten Vertretern aus Pfarrgemeinden, acht berufenen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft; und insgesamt 15 gewählten Vertretern der katholischen Verbände. Durch Delegierte ist er mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken verbunden. (Zehn Mitglieder des Katholikenrates sind aus dem Eichsfeld - die Red.)
Dessen Präsident, Alois Glück, fand in seiner Festrede für die Bedeutung engagierter Katholiken in der Gesellschaft die schöne Formel von Kompass und Kompetenz: Den Kompass mache die Orientierung an christlichen Werten aus, als deren Kern er die Menschenwürde herausstrich. In der Gesellschaft sei aber auch die Kompetenz von Laien gefragt, etwa in Feldern der Wirtschaft und der Ökologie.
Alois Glück warnte in der seit 2010 verschärften Krise der katholischen Kirche vor geistigem Mauerbau, vor hinhaltendem Widerstand, um ehrenvoll zu kapitulieren. In der anschließenden Podiumsdiskussion zeichnete sein Amtsvorgänger Prof. Dr. Hans Joachim Meyer ein Bild, das den katholischen Laien neue Rollen im kirchlichen Leben
abverlangt – und ihnen zuspricht. Andernfalls würden die wenigen Priester regelrecht verschlissen. Alle Sprecher betonten, Angst sei in der schwierigen Situation ein schlechter Ratgeber.
Der frühere Bischof von Erfurt, Dr. Joachim Wanke nannte die Freiheit von Angst gar ein prophetisches Zeichen. Für die Verbindung zwischen Kirche und Gesellschaft schrieb Wanke dem Katholikenrat eine seismographische Aufgabe zu, also rechtzeitig die Erschütterungen aufzuweisen, die durch Kirche und Gesellschaft gehen.
Der Festakt endete mit einem herzlichen Dank des Katholikenrats durch den Vorsitzenden, Alois Wolf, an Wanke, der als Bischof von Erfurt mit dem Rat seit dessen Gründung in großem Vertrauen zusammengearbeitet hat.
Autor: enEs werden sich ihnen aber auch neue Formen bieten, sich am Leben der Kirche und der Gesellschaft zu beteiligen. Dies war der Tenor beim Festakt in der Aula der Erfurter Edith-Stein-Schule, mit dem der Katholikenrat im Bistum Erfurt am Samstag sein 20-jähriges Bestehen feierte. Der Tag begann um 8.30 mit einem Festgottesdienst in St. Ursula, den Weihbischof Dr.
Reinhard Hauke zelebrierte. Bei dem von Mechthild Baus (mdr figaro) moderierten Festakt selbst kamen zunächst Mitglieder des Katholikenrats zu Wort. Sehr deutlich wurde dabei, wie vor allem die Wendezeit das Entstehen einer eigenen katholischen Stimme in der Politik verlangte, so dass über Zwischenschritte (wie die Katholische Soziale Aktion KSA) 1992 der Rat eingerichtet wurde, der seitdem ein wichtiges Bindeglied darstellt: Zwischen Kirche und Politik, zwischen den Gemeinden und ihren Pfarrgemeinderäten und der Leitung des Bistums, zwischen den Katholiken, die in vielfacher Weise in der Gesellschaft wirken, etwa in Verbänden und Organisationen.
Im Katholikenrat engagieren sich die Mitglieder sowohl in kirchlichen Angelegenheiten, wie auch in ihren jeweiligen beruflichen und familiären Lebenskreisen. Der Rat besteht derzeit aus 27 gewählten Vertretern aus Pfarrgemeinden, acht berufenen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft; und insgesamt 15 gewählten Vertretern der katholischen Verbände. Durch Delegierte ist er mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken verbunden. (Zehn Mitglieder des Katholikenrates sind aus dem Eichsfeld - die Red.)
Dessen Präsident, Alois Glück, fand in seiner Festrede für die Bedeutung engagierter Katholiken in der Gesellschaft die schöne Formel von Kompass und Kompetenz: Den Kompass mache die Orientierung an christlichen Werten aus, als deren Kern er die Menschenwürde herausstrich. In der Gesellschaft sei aber auch die Kompetenz von Laien gefragt, etwa in Feldern der Wirtschaft und der Ökologie.
Alois Glück warnte in der seit 2010 verschärften Krise der katholischen Kirche vor geistigem Mauerbau, vor hinhaltendem Widerstand, um ehrenvoll zu kapitulieren. In der anschließenden Podiumsdiskussion zeichnete sein Amtsvorgänger Prof. Dr. Hans Joachim Meyer ein Bild, das den katholischen Laien neue Rollen im kirchlichen Leben
abverlangt – und ihnen zuspricht. Andernfalls würden die wenigen Priester regelrecht verschlissen. Alle Sprecher betonten, Angst sei in der schwierigen Situation ein schlechter Ratgeber.
Der frühere Bischof von Erfurt, Dr. Joachim Wanke nannte die Freiheit von Angst gar ein prophetisches Zeichen. Für die Verbindung zwischen Kirche und Gesellschaft schrieb Wanke dem Katholikenrat eine seismographische Aufgabe zu, also rechtzeitig die Erschütterungen aufzuweisen, die durch Kirche und Gesellschaft gehen.
Der Festakt endete mit einem herzlichen Dank des Katholikenrats durch den Vorsitzenden, Alois Wolf, an Wanke, der als Bischof von Erfurt mit dem Rat seit dessen Gründung in großem Vertrauen zusammengearbeitet hat.
