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Berge versetzt für Arbeitsplätze

Freitag, 09. November 2012, 13:15 Uhr
Die Mitglieder des Wirtschaftsforums Eichsfeld kamen am Abend nicht mehr aus dem Staunen heraus. Das neueste Werk, das derzeit im Gewerbegebiet „Areal 38“ in Heilbad Heiligenstadt entsteht, hat über die Region hinaus nichts Vergleichbares. Das Wirtschaftsforum konnte sich vor der Inbetriebnahme jetzt schon einmal einen Einblick verschaffen…

Peggy Hunold, Vorsitzende des Wirtschaftsforums Eichsfeld, freute sich sehr über das große Interesse. Fast 80 Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Sie alle waren neugierig, was Kaufland in Heiligenstadt mit seinem neuen Fleischwerk zu bieten hat. Und das ist eine ganze Menge.

Wirtschaftsforum  (Foto: Ilka Kühn) Wirtschaftsforum (Foto: Ilka Kühn)


Thorsten Groß, Geschäftsführer des Werkes, das im März 2013 in Betrieb genommen werden soll, stellte sich selbst, das Konzept von Kaufland und natürlich das neue Fleischwerk in einem sehr kurzweiligen und interessanten Vortrag vor. Er erinnerte an die Zeit, als die Idee geboren war, überhaupt ein neues Fleischwerk zu errichten. Seit 2008 wusste er bereits, dass er das neue Werk leiten wird. Wo es stehen würde, war damals noch gar nicht klar.

Der Unternehmer Josef Schwarz gründete 1968 Kaufland. Er erkannte mit den SB-Warenhäusern die Zeichen der Zeit. 1990 hatte Kaufland 50 Filialen in Deutschland. Nach der Wende kam der erste Markt in Meißen in Thüringen. Jetzt hat Kaufland1060 Märkte in sieben Ländern, darunter auch Tschechien und Rumänien. Jedes Jahr 45 neue Märkte eröffnet seit 1990 und in Deutschland 80 000 Mitarbeiter beschäftigt. Zahlen, die aufhorchen lassen.

Geschäftsführer Thorsten Groß kam dann zum eigentlichen Thema, dem Fleischwerk von Kaufland. Er stellte die Erfolgsformel vor und jedem Gast war schnell klar, hier wird nichts dem Zufall überlassen. Kaufland stellt sein Fleisch selbst her. Schweine- und Rinderhälften werden angeliefert, im Fleischwerk zerkleinert und zu verschiedenen Fleischprodukten verarbeitet. „Jeder Tag ist für uns eine neue Herausforderung, den Kunden zu begeistern, sein Fleisch bei Kaufland zu kaufen“, sagte Thorsten Groß.

Er beantwortete natürlich auch die Frage: warum ausgerechnet Heilbad Heiligenstadt als neuer Standort. Ende 2012/Anfang 2013 würde die Kapazitätsgrenze erreicht. Als neuer Standort war zunächst der Großraum Dortmund im Gespräch. Die Gespräche waren schon fortgeschritten, der Vertrag kurz vor der Unterzeichnung. Doch dann kam die Überlegung, doch noch einmal in die Mitte Deutschlands zu schauen. Wie sie dann nach Heilbad Heiligenstadt kamen und wie das erste Gespräch hier verlief, war sehr amüsant zu hören. Sogar eine Straße wurde verlegt. Abschließend sagte Thorsten Groß: „Für Arbeitsplätze versetzt man hier Berge!“ Letztendlich sind es die Menschen, die zur Entscheidung beitragen. Wenn man spürt, hier sind wir willkommen.

Wirtschaftsforum (Foto: Ilka Kühn) Wirtschaftsforum (Foto: Ilka Kühn)


In den vergangenen Wochen hatte Kaufland eine eigens für Heiligenstadt aufgelegte Werbekampagne um die zukünftigen Mitarbeiter gestartet. 3160 Bewerbungen gingen daraufhin ein. 664 Arbeitsplätze werden angeboten. Jeder erhält einen eigenen Einarbeitungsplan. 590 wurden bereits geschrieben, 485 Verträge ausgereicht. Bewerbungsgespräche dauern noch bis Dezember an. Der Altersdurchschnitt des Heiligenstädter Teams liegt bei 38 Jahren. 45 Prozent sind Männer, 55 Prozent Frauen. Diese interessanten Zahlen erläuterte Frau Witt von Kaufland in einem ebenso interessanten Vortrag. Heiko Trabert von Kaufland, gebürtiger Thüringer, gab einen technischen Überblick über das neue Werk.

Den theoretischen Erläuterungen folgten in mehreren Gruppen die Besichtigung des neuen Werkes mit einer Betriebsfläche von 30 000 Quadratmetern, dessen (noch) Baustelle aber bereits die Dimensionen verrät, wie hier gearbeitet wird.

Es gäbe noch viel zu berichten vom gestrigen Abend. Vielleicht noch etwas zu den Außenanlagen:
Landschaftsgärtner werden über 500 Bäume setzen und 4 500 Sträuchern anpflanzen. Außerdem werden etwa 80 000 Quadratmeter Rasen gesät.

Mit dem regen Interesse zur Besichtigung des künftigen Werkes, das im Moment noch Baustelle ist, war natürlich auch eine Erwartungshaltung verbunden. Und ihr konnte in vollem Umfang Rechnung getragen werden, wie im Nachhinein von vielen Forum-Mitgliedern zu hören war.
Ilka Kühn


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