Thema interessierte
Montag, 26. November 2012, 16:42 Uhr
Die meisten Unternehmen kennen es: Fachkräfte stehen nicht Schlange bei der Arbeitsvermittlung.Sie sind begehrt und finden überall auf der Welt einen Job. Wie kommt man aber in der jetzigen Zeit an richtiges Fachpersonal heran? Diese und ähnliche Fragen warf heute der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft – BVMW- im Tagungsraum des Hotels am Vitalpark auf…
Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, es mussten sogar noch Stühle herangeholt werden. Offensichtlich stößt das Thema auf großes Interesse. Es ging um neue Sichtweisen, um Querdenken, um Lösungsansätze. Im Podium hatten dazu Vertreter der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF), der WiYou Medien GmbH, dem Wirtschaftsspiegel Thüringen, der Tupag und der junge Unternehmer Jan Riemann Platz genommen.
Unter den Gästen war auch eine Delegation aus Polen, die sich für ein paar Tage im Eichsfeld und Unstrut Hainich Kreis bei Unternehmen umschauen möchte. Polen war auch in der Veranstaltung ein Schwerpunkt. Der Chef des BVMW, Andreas Schreiber, hatte in seiner Begrüßung von grenzenloser Mitarbeitergewinnung gesprochen. Jan Riemann aus Mühlhausen hatte selbst in Polen studiert und gearbeitet und sprach aus seiner Sicht zu diesem Thema. Seine Erfahrungen besagen, dass es in Polen sehr gute Fachkräfte gäbe, die auch gern in Deutschland arbeiten würden.
Patrick List, Projektleiter der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung, kurz ThAFF genannt, stellte die Einrichtung, die bei der LEG (Landesentwicklungsgesellschaft) angesiedelt ist, vor. 2011 gegründet, befasst sie sich damit, für Thüringen qualifiziertes Personal zu suchen. Die ThAFF wird von Fördergeldern finanziert und ist bekannt für ihre Marketingstrategie, Thüringer Fachkräfte wieder zurückzuholen. Patrick List verwies vor allem auf die Stellenbörse der Agentur im Internet.
Viele würden die ThAFF gar nicht kennen, bemerkte Andreas Schreiber und leitete zum Herausgeber des Thüringer Wirtschaftsspiegels, Jürgen Meier, über. Er stellte zugleich die Frage, wie präsentiere ich mein Unternehmen, was er sicher auch auf den Wirtschaftsspeigel bezog. Das Eichsfeld tut zu wenig, um sich in Thüringen darzustellen, sagte Jürgen Meier. Er beschwichtigte seinen Vorwurf jedoch gleich und meinte, dass das auch ein Manko in anderen Landkreisen sei. Für die jüngere Generation gibt es die Zeitschrift WiYou. Seit vier Jahren ist René Weigel in Sachen WiYou thüringenweit in Schulen, Jugendclubs u.a. unterwegs. Er will mit dieser Zeitschrift den jungen Leuten einen Überblick verschaffen, es gäbe 350 verschiedene Ausbildungsberufe und dazu noch viele Studiengänge. WiYou soll eine berufliche Orientierung für Schüler sein.
Schließlich stellte die Personalleiterin der Tupag, Antje Breitbarth, vor, wie ihr Unternehmen Mitarbeiter sucht und findet. Sie sagte, dass sich das Unternehmen überall präsentiere und alle Möglichkeiten der Werbung nutze und trotzdem immer mal kurzfristig Fachkräfte fehlen würden. Gute Erfahrungen haben sie mit dem Netzwerk im Ausland – mit Polen, Rumänien, Litauen und der Ukraine- gemacht. Einige Arbitskräfte bleiben für die Saison, andere übers Jahr.
Andreas Schreiber sprach über ein Projekt, wo Jugendliche in der region keinen Job erhalten hatten und durch eine Bildungseinrichtung für ein Praktikum ins Ausland geschickt werden konnten. Bis auf drei konnten alle anderen zu Hause danach vermittelt werden.
Auch die polnische Delegation nutzte die Gelegenheit sich vorzustellen. Sind sind interessiert an bestimmten Themen, Photovoltaik, u.a. - Nach Studium bekommen junge Leute in Polen eine Checkliste, sollen fünf Jahre Erfahrung haben, verschiedene Sprachen sprechen - ist kaum möglich. Sie haben haben konkrete Ausbildung und Potential, sagte die junge Unternehmerin und Dolmetscherin.
Vertreten war auch die Firma Eichenborn GmbH Gotha. Sie versucht mit dem Projekt eurowexel Fachkräftemangel zu begegnen. Aus benachbartem Ausland werden Fachkräfte geholt, so auch aus Spanien, Polen, Tschechien. Das Unternehmen versucht kulturelle Barrieren abzubauen. Jede Nation hat eigene Gegebenheiten, wir sehen uns als Übersetzer, bereiten vieles für das Ausland auf, bitten um Unternehmensfilme, um den Arbeitsplatz vorzustellen, sagte Sabine Erlewein.
Viele Themeninhalte wurden angesprochen, viele meldeten sich zur Diskussion. Das Thema Fachkräfte- oder Mitarbeitergewinnung bis hin zur Suche nach Auszubildenden kann allerdings nicht in ein paar Stunden abgehandelt werden. Aber vielleicht hat es für Anregungen gesorgt. So gab es ein Beispiel im Eichsfeld, das in aller Munde war und für über 3000 Bewerbungen gesorgt hatte. Andreas Schreiber hatte die Marketingaktion Dürfen wir uns bei Ihnen bewerben des Fleischwerkes Kaufland angesprochen und konnte auch herzlich Geschäftsführer Thorsten Groß begrüßen. Er gab den Teilnehmern der Runde mit auf den Weg, das sich jedes Unternehmen stets fragen muss: Was macht mich als Arbeitgeber attraktiv?
Immer wieder steht in Thüringen die Frage: Wie holen wir die Thüringer Fachkräfte wieder zurück. Doch ich frage mich, was tut das Land, damit sie gar nicht erst weggehen? Noch immer ist der vergleichsweise zu anderen Bundesländern niedrige Lohn in Thüringen ein Thema.
Ilka Kühn
Autor: enDer Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, es mussten sogar noch Stühle herangeholt werden. Offensichtlich stößt das Thema auf großes Interesse. Es ging um neue Sichtweisen, um Querdenken, um Lösungsansätze. Im Podium hatten dazu Vertreter der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF), der WiYou Medien GmbH, dem Wirtschaftsspiegel Thüringen, der Tupag und der junge Unternehmer Jan Riemann Platz genommen.
Unter den Gästen war auch eine Delegation aus Polen, die sich für ein paar Tage im Eichsfeld und Unstrut Hainich Kreis bei Unternehmen umschauen möchte. Polen war auch in der Veranstaltung ein Schwerpunkt. Der Chef des BVMW, Andreas Schreiber, hatte in seiner Begrüßung von grenzenloser Mitarbeitergewinnung gesprochen. Jan Riemann aus Mühlhausen hatte selbst in Polen studiert und gearbeitet und sprach aus seiner Sicht zu diesem Thema. Seine Erfahrungen besagen, dass es in Polen sehr gute Fachkräfte gäbe, die auch gern in Deutschland arbeiten würden.
Patrick List, Projektleiter der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung, kurz ThAFF genannt, stellte die Einrichtung, die bei der LEG (Landesentwicklungsgesellschaft) angesiedelt ist, vor. 2011 gegründet, befasst sie sich damit, für Thüringen qualifiziertes Personal zu suchen. Die ThAFF wird von Fördergeldern finanziert und ist bekannt für ihre Marketingstrategie, Thüringer Fachkräfte wieder zurückzuholen. Patrick List verwies vor allem auf die Stellenbörse der Agentur im Internet.
Viele würden die ThAFF gar nicht kennen, bemerkte Andreas Schreiber und leitete zum Herausgeber des Thüringer Wirtschaftsspiegels, Jürgen Meier, über. Er stellte zugleich die Frage, wie präsentiere ich mein Unternehmen, was er sicher auch auf den Wirtschaftsspeigel bezog. Das Eichsfeld tut zu wenig, um sich in Thüringen darzustellen, sagte Jürgen Meier. Er beschwichtigte seinen Vorwurf jedoch gleich und meinte, dass das auch ein Manko in anderen Landkreisen sei. Für die jüngere Generation gibt es die Zeitschrift WiYou. Seit vier Jahren ist René Weigel in Sachen WiYou thüringenweit in Schulen, Jugendclubs u.a. unterwegs. Er will mit dieser Zeitschrift den jungen Leuten einen Überblick verschaffen, es gäbe 350 verschiedene Ausbildungsberufe und dazu noch viele Studiengänge. WiYou soll eine berufliche Orientierung für Schüler sein.
Schließlich stellte die Personalleiterin der Tupag, Antje Breitbarth, vor, wie ihr Unternehmen Mitarbeiter sucht und findet. Sie sagte, dass sich das Unternehmen überall präsentiere und alle Möglichkeiten der Werbung nutze und trotzdem immer mal kurzfristig Fachkräfte fehlen würden. Gute Erfahrungen haben sie mit dem Netzwerk im Ausland – mit Polen, Rumänien, Litauen und der Ukraine- gemacht. Einige Arbitskräfte bleiben für die Saison, andere übers Jahr.
Andreas Schreiber sprach über ein Projekt, wo Jugendliche in der region keinen Job erhalten hatten und durch eine Bildungseinrichtung für ein Praktikum ins Ausland geschickt werden konnten. Bis auf drei konnten alle anderen zu Hause danach vermittelt werden.
Auch die polnische Delegation nutzte die Gelegenheit sich vorzustellen. Sind sind interessiert an bestimmten Themen, Photovoltaik, u.a. - Nach Studium bekommen junge Leute in Polen eine Checkliste, sollen fünf Jahre Erfahrung haben, verschiedene Sprachen sprechen - ist kaum möglich. Sie haben haben konkrete Ausbildung und Potential, sagte die junge Unternehmerin und Dolmetscherin.
Vertreten war auch die Firma Eichenborn GmbH Gotha. Sie versucht mit dem Projekt eurowexel Fachkräftemangel zu begegnen. Aus benachbartem Ausland werden Fachkräfte geholt, so auch aus Spanien, Polen, Tschechien. Das Unternehmen versucht kulturelle Barrieren abzubauen. Jede Nation hat eigene Gegebenheiten, wir sehen uns als Übersetzer, bereiten vieles für das Ausland auf, bitten um Unternehmensfilme, um den Arbeitsplatz vorzustellen, sagte Sabine Erlewein.
Viele Themeninhalte wurden angesprochen, viele meldeten sich zur Diskussion. Das Thema Fachkräfte- oder Mitarbeitergewinnung bis hin zur Suche nach Auszubildenden kann allerdings nicht in ein paar Stunden abgehandelt werden. Aber vielleicht hat es für Anregungen gesorgt. So gab es ein Beispiel im Eichsfeld, das in aller Munde war und für über 3000 Bewerbungen gesorgt hatte. Andreas Schreiber hatte die Marketingaktion Dürfen wir uns bei Ihnen bewerben des Fleischwerkes Kaufland angesprochen und konnte auch herzlich Geschäftsführer Thorsten Groß begrüßen. Er gab den Teilnehmern der Runde mit auf den Weg, das sich jedes Unternehmen stets fragen muss: Was macht mich als Arbeitgeber attraktiv?
Immer wieder steht in Thüringen die Frage: Wie holen wir die Thüringer Fachkräfte wieder zurück. Doch ich frage mich, was tut das Land, damit sie gar nicht erst weggehen? Noch immer ist der vergleichsweise zu anderen Bundesländern niedrige Lohn in Thüringen ein Thema.
Ilka Kühn

