Naturparadies für Eisvogel in Beuren
Montag, 03. Dezember 2012, 21:20 Uhr
Die Ufer der Leine rund um das Kloster Beuren gehören zu einem der wertvollsten Biotopen in Thüringen: In der unberührten Auenlandschaft mit alten Eichen und Schwarzerlen, Tümpeln, Seggen und Rieden leben ungestört so seltene Tiere wie der Eisvogel und die Wasseramsel....
Dieser Artenreichtum war der ausschlaggebende Grund für Naturefund, diesen seltenen Auenwald mit einer Fläche von knapp 16.000 Quadratmetern zu kaufen und damit dauerhaft unter Schutz zu stellen.
Ansichten der Leineaue bei Beuren. Fotos: Arne Willenberg
Der hohe Totholzanteil dieses Auenwaldes bietet Bruthöhlen für den seltenen Mittelspecht. In der grobrissigen Borke der alten Eschen und Stieleichen findet er genug Nahrung, während diese Spechtart in den von Rotbuchen dominierten Wirtschaftswäldern des Landkreises fast vollständig fehlt. Die offenen Bereiche in der Leineaue bieten Lebensraum für Wasseramsel und den farbenfrohen Eisvogel und in den Tümpeln der Aue laichen Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche. Zudem sind die Rohrkolben- und Großseggenriede wertvoller Lebensraum für Feldschwirl, Sumpfrohrsänger und Rohrammer.
Auwälder entlang von Flüssen und Bächen werden regelmäßig überflutet. Spezielle Laubbaumarten, wie Erlen, Eschen und Weiden, haben sich an die große Feuchtigkeit und an nasse Wurzeln angepasst. Zwei Drittel aller Pflanzengesellschaften Deutschlands kommen in Auwäldern vor. Doch in den vergangenen Jahrhunderten wurden gut 80 Prozent der Auwälder abgeholzt und trockengelegt. Trotz dieser tiefgreifenden Veränderungen sind die noch bestehenden Auenwaldreste wichtige Überlebensräume für bedrohte Arten, wie Eisvogel, Wasseramsel & Co.
Auenwälder wie diese sind extrem selten geworden, erklärt Katja Wiese von Naturefund. Tatsächlich machen sie nur noch einen Anteil von weniger als 2 Prozent aller Wälder in Deutschland aus. Doch viele Tiere und Pflanzenarten sind auf diese Überflutungsgebiete an den Rändern unbegradigter Flüsse angewiesen. Deshalb ist es für uns eine große Freude, mit dem Auenwald am Kloster Beuren auch nun unser erstes Naturefund-Schutzprojekt in Thüringen zu starten.
Die Blauflügel-Prachtlibelle, fotografiert in der Leineaue. Diese Libellenart ist deutschlandweit gefährdet, da ihr Lebensraum, nämlich solche Bachauen, immer seltener werden.
Für Schutz- und Pflegemaßnahmen, hofft Katja Wiese auf viele große und kleine Spender, denen dieses Biotop mit historischer Vergangenheit am Herzen liegt. Schon für fünf Euro können fünf Quadratmeter dauerhaft geschützt werden. Mit dem Geld soll unter anderem die Leine regelmäßig von Plastikmüll gereinigt werden, der nach Hochwassern angeschwemmt wird. Auch sollen Infotafeln aufgestellt und Führungen angeboten werden.
Dieser Auenwald hat eine bewegte Vergangenheit: Weil er durch das Gelände des Klosters Beuren fließt, wurde der Uferrandstreifen kaum bewirtschaftet und konnte so seinen enormen Artenreichtum behalten. In den 1980ern gab es dann Pläne, die Leine hier zu begradigen, die Aue landwirtschaftlich zu nutzen und damit dieses Biotop zu zerstören. Einer Protestbewegung der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz Eichsfeld ist es zu verdanken, dass es nie dazu gekommen ist. Durch den künftigen Schutzstatus des Auenwaldes sind solche Pläne nur endgültig vom Tisch.
Naturefund ist stolz, durch die Projekt-Partnerschaft mit dem Nabu-Obereichsfeld immer noch die Pioniere von damals mit an Bord zu haben, denn einige, welche die Zerstörung vor etwa 30 Jahren verhindert haben, stehen Naturefund auch heute bei dem Projekt beratend zur Seite. Arne Willenberg, ist einer der Pioniere von damals: Ich freue mich sehr darüber, dass hier ein großer Schritt getan wird, die Bachaue zwischen Beuren und Wingerode endlich dauerhaft zu schützen.
Der NABU Obereichsfeld und die Waldgenossenschaft IG Wald, bei der nach mittelalterlicher Tradition viele Familien gemeinsam einen Wald besitzen, werden das Biotop langfristig betreuen und schützen.
Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann dieses Jahr ein Stück Bachaue beim Kloster Beuren verschenken. Für einen kleinen Aufpreis gibt es eine wunderschönen Urkunde mit eisblauem Eisvogel dazu.
Autor: enDieser Artenreichtum war der ausschlaggebende Grund für Naturefund, diesen seltenen Auenwald mit einer Fläche von knapp 16.000 Quadratmetern zu kaufen und damit dauerhaft unter Schutz zu stellen.
Ansichten der Leineaue bei Beuren. Fotos: Arne Willenberg
Der hohe Totholzanteil dieses Auenwaldes bietet Bruthöhlen für den seltenen Mittelspecht. In der grobrissigen Borke der alten Eschen und Stieleichen findet er genug Nahrung, während diese Spechtart in den von Rotbuchen dominierten Wirtschaftswäldern des Landkreises fast vollständig fehlt. Die offenen Bereiche in der Leineaue bieten Lebensraum für Wasseramsel und den farbenfrohen Eisvogel und in den Tümpeln der Aue laichen Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche. Zudem sind die Rohrkolben- und Großseggenriede wertvoller Lebensraum für Feldschwirl, Sumpfrohrsänger und Rohrammer.
Auwälder entlang von Flüssen und Bächen werden regelmäßig überflutet. Spezielle Laubbaumarten, wie Erlen, Eschen und Weiden, haben sich an die große Feuchtigkeit und an nasse Wurzeln angepasst. Zwei Drittel aller Pflanzengesellschaften Deutschlands kommen in Auwäldern vor. Doch in den vergangenen Jahrhunderten wurden gut 80 Prozent der Auwälder abgeholzt und trockengelegt. Trotz dieser tiefgreifenden Veränderungen sind die noch bestehenden Auenwaldreste wichtige Überlebensräume für bedrohte Arten, wie Eisvogel, Wasseramsel & Co.
Auenwälder wie diese sind extrem selten geworden, erklärt Katja Wiese von Naturefund. Tatsächlich machen sie nur noch einen Anteil von weniger als 2 Prozent aller Wälder in Deutschland aus. Doch viele Tiere und Pflanzenarten sind auf diese Überflutungsgebiete an den Rändern unbegradigter Flüsse angewiesen. Deshalb ist es für uns eine große Freude, mit dem Auenwald am Kloster Beuren auch nun unser erstes Naturefund-Schutzprojekt in Thüringen zu starten.
Die Blauflügel-Prachtlibelle, fotografiert in der Leineaue. Diese Libellenart ist deutschlandweit gefährdet, da ihr Lebensraum, nämlich solche Bachauen, immer seltener werden.
Für Schutz- und Pflegemaßnahmen, hofft Katja Wiese auf viele große und kleine Spender, denen dieses Biotop mit historischer Vergangenheit am Herzen liegt. Schon für fünf Euro können fünf Quadratmeter dauerhaft geschützt werden. Mit dem Geld soll unter anderem die Leine regelmäßig von Plastikmüll gereinigt werden, der nach Hochwassern angeschwemmt wird. Auch sollen Infotafeln aufgestellt und Führungen angeboten werden.
Dieser Auenwald hat eine bewegte Vergangenheit: Weil er durch das Gelände des Klosters Beuren fließt, wurde der Uferrandstreifen kaum bewirtschaftet und konnte so seinen enormen Artenreichtum behalten. In den 1980ern gab es dann Pläne, die Leine hier zu begradigen, die Aue landwirtschaftlich zu nutzen und damit dieses Biotop zu zerstören. Einer Protestbewegung der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz Eichsfeld ist es zu verdanken, dass es nie dazu gekommen ist. Durch den künftigen Schutzstatus des Auenwaldes sind solche Pläne nur endgültig vom Tisch.
Naturefund ist stolz, durch die Projekt-Partnerschaft mit dem Nabu-Obereichsfeld immer noch die Pioniere von damals mit an Bord zu haben, denn einige, welche die Zerstörung vor etwa 30 Jahren verhindert haben, stehen Naturefund auch heute bei dem Projekt beratend zur Seite. Arne Willenberg, ist einer der Pioniere von damals: Ich freue mich sehr darüber, dass hier ein großer Schritt getan wird, die Bachaue zwischen Beuren und Wingerode endlich dauerhaft zu schützen.
Der NABU Obereichsfeld und die Waldgenossenschaft IG Wald, bei der nach mittelalterlicher Tradition viele Familien gemeinsam einen Wald besitzen, werden das Biotop langfristig betreuen und schützen.
Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann dieses Jahr ein Stück Bachaue beim Kloster Beuren verschenken. Für einen kleinen Aufpreis gibt es eine wunderschönen Urkunde mit eisblauem Eisvogel dazu.



