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Geschenke auf Pump vermeiden

Freitag, 14. Dezember 2012, 09:54 Uhr
Die Weihnachtszeit steckt voller Verlockungen und das nicht nur mit Plätzchen und Festtagsbraten. Eine umsatzstarke Zeit für den Einzelhandel ist bereits in vollem Gange, das Weihnachtsgeschäft. Für viele Menschen sind die Weihnachtseinkäufe mit Stress und enormen Belastungen für die ohnehin schon knappe Haushaltskasse verbunden....

Der Druck ist groß, die Liebsten sollen schließlich alle etwas Besonderes geschenkt bekommen. Viele überschätzen ihre finanziellen Möglichkeiten und kaufen schließlich mehr, als sie sich tatsächlich leisten können. Hier ist die Gefahr in die Ver- oder gar Überschuldung zu geraten besonders groß.

3,4 Millionen Deutsche (5 Prozent) werden, laut der aktuellen GfK-Studie, auch in diesem Jahr für den Kauf von Weihnachtsgeschenken Schulden aufnehmen. Siebzig Prozent dieser Weihnachtsschuldner überziehen ihr Konto mit einem Dispositionskredit. Eine sehr teure Variante des Weihnachtsshoppings auf Pump, die mit durchschnittlich 11 Prozent Zinsen zurückgezahlt werden muss. An dritter Stelle der Weihnachtskredite, nach dem Geldleihen von Verwandten und Bekannten, folgt die Geschenkfinanzierung auf Ratenzahlung beim Händler.

Solange die Raten gezahlt werden, gibt es keine Probleme. Doch wenn unvorhersehbare Lebensereignisse wie Jobverlust, Teilzeitarbeit, Trennung oder Krankheit auftreten, können meist auch die aufgelaufenen Raten und Zahlungsverpflichtungen nicht mehr beglichen werden. Der erste Schritt in die Überschuldung ist damit getan.

Gerade die Altersgruppe der 20 bis 29 Jährigen läuft Gefahr sich finanziell zu übernehmen und ist überdurchschnittlich häufig überschuldet (11,9 Prozent). Fast jeder zehnte (9,65 Prozent) Bundesbürger über 18 Jahren ist überschuldet (vgl. Schuldneratlas 2012 Creditreform).

Wenn Sie Schulden haben oder in eine schwierige finanzielle Situation geraten sind, wenden Sie sich an eine seriöse Schuldnerberatung. Die Kontaktdaten zu Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter: http://www.bag-sb.de Gerne können Sie sich auch an uns wenden und wir vermitteln Sie an die Schuldnerberatungsstellen weiter:
www.fbs.liga-thueringen.de

Um schwierige finanzielle Situationen zu vermeiden haben wir Ihnen einige Hinweise zusammengestellt, die Ihnen helfen können die Finanzen auch über Weihnachten gut im Griff zu behalten:

Legen Sie vorab einen Höchstbetrag für die Geschenke fest und halten Sie sich daran! Passen Sie die Ausgaben an Ihre finanziellen Möglichkeiten an. Richten Sie sich nach Ihren verfügbaren finanziellen Ressourcen und richten Sie Ihre Weihnachtseinkäufe danach aus.

Vermeiden Sie teure Spontankäufe und Zusatzausgaben: Planen Sie schon vorher, was Sie wem schenken. Gehen Sie entspannt einkaufen und vermeiden Sie die stark frequentierten Einkaufstage. Wer sich die nötige Zeit nimmt, trifft meist bewusstere und bessere Kaufentscheidungen.

Vermeiden Sie Ratenzahlungen: Neben Zusatzkosten kommen auf längere Zeit monatliche Belastungen durch die Teilzahlung auf Sie zu. Somit erhöhen sich Ihre monatlichen Fixkosten! Zahlen Sie bar und vermeiden Sie vor allem Einkäufe mit Kreditkarte, um den Überblick zu behalten und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Sie ausgeben.

Etwas schenken, das wenig oder gar nichts kostet? Das geht! Schenken ist nicht gleichbedeutend mit kaufen. Werden Sie dabei kreativ! Etwas Selbstgemachtes bereitet dem Beschenkten oft viel mehr Freude als etwas Gekauftes. Z.B. Gutscheine für „Dienstleistungen“ wie „beim Renovieren helfen“, „Autowaschen“, „Griechischer Abend zu Hause“ oder „Babysitten“ sind in diesem Jahr wieder sehr beliebt. Reden Sie mit Ihren Liebsten und legen Sie gemeinsam angemessene Beträge fest, die Sie füreinander ausgeben wollen.

Überziehen Sie nicht Ihr Konto für Geschenke. Die Kontoüberziehung ist ein teurer Kredit und es dauert oft viele mühsame Monate um wieder ins Plus zu kommen. Sammeln Sie Rechnungen und Kassenzettel in einem Briefumschlag oder einer kleinen Box und heben Sie diese gut auf, um Waren nach Weihnachten zurückgeben oder umtauschen zu können, wenn es nötig ist.
Katrin Voigt
(Familienüberschuldungsprävention)
Autor: en

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