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Die Herdmanns bei Montessori

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 13:15 Uhr
Das war für alle schon ein besonderer Vormittag in der Montessori-Schule in Beuren. Nicht nur, dass das Theaterstück "Hilfe, die Herdmanns kommen" von den Mitschülern aufgeführt wurde, die Schule hatte auch jede Menge Besuch...

Montessori Schule (Foto: Ilka Kühn) Montessori Schule (Foto: Ilka Kühn)


Die Montessori-Schule in Beuren ist mit dem katholischen Kindergarten im Ort eng verbunden. Deshalb werden die Jungen und Mädchen auch zu besonderen Anlässen eingeladen. Und solch ein besonderer Anlass war heute Vormittag.

Der Speiseraum der Schule hatte sich in ein kleines Theater verwandelt und bot Platz für die mehr als 50 Schüler. Die erste Reihe war für den Kindergarten reserviert, dessen Mädchen und Jungen mit Schwester Barbara schon ganz gespannt waren, was sie hier erwartet.

Die Bühne zeigte alles, was man zu einem Krippenspiel braucht und war nach der Idee des Schülers Lennart Conradi entstanden. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Schulleiterin gings dann auch schon los. Ein bisschen Lampenfieber hatten die 13 Schüler der Theatergruppe schon, aber das verflog schnell, denn es gab viel Beifall.

Montessori Schule (Foto: Ilka Kühn) Montessori Schule (Foto: Ilka Kühn)


Es war auch eine tolle Geschichte, die die Kinder einstudiert hatten: Hilfe, die Herdmanns kommen! Für alle, denen sie nichts sagt: Es ist ein Stück über eine nicht ganz einfache Familie, die nie etwas mit der Kirche zu tun hatte und plötzlich zum Mitspieler beim Krippenspiel wird.

Und hier eine kleine Kostprobe aus dem Stück:
Erzählerin: Wir sangen zwei Verse von "Zu Bethlehem im Stalle", und dann sollten wir das Lied noch ein bißchen weitersummen, während Maria und Josef durch die Seitentür hereinkamen. Nur, sie kamen nicht. Also summten wir und summten, was sehr langweilig und schwierig ist, und nach kurzer Zeit klang es nicht mehr wie ein Lied, sondern eher wie ein alter Kühlschrank.

Montessori Schule (Foto: Ilka Kühn) Montessori Schule (Foto: Ilka Kühn)


Ralf und Eugenia traten auf. Eine Minute lang standen sie einfach da, als ob sie nicht sicher seien, daß sie am richtigen Ort waren. Das lag vielleicht an den Kerzen und den vielen Menschen in der Kirche. Sie sahen aus wie die Leute, die man manchmal in der Tagesschau sieht: Flüchtlinge, die irgendwo an einem fremden, kalten Ort wartend herumstehen, umgeben von Pappkartons und Säcken. -

Erzählerin: Plötzlich wurde mir klar, dass es der echten Heiligen Familie genauso ergangen sein muss, einquartiert in einem Stall, von Leuten, denen es egal war, was mit ihnen geschah...

Die Kinder spielten die Geschichte sehr gut und dass einer der Darsteller krank war und von einem Mitschüler ersetzt wurde, war gar nicht zu merken.

Auch der Kindergartengruppe hat es sehr gut gefallen. Sie bekamen noch eine kleine Weihnachtsüberraschung überreicht von der Theatergruppe.
Ilka Kühn
Autor: en

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