Arbeitsmarkt-Reaktionen (3)
Donnerstag, 03. Januar 2013, 12:40 Uhr
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sind für den DGB Hessen-Thüringen kein Anlass zum Aufatmen. Zwar seien die Arbeitslosenzahlen im letzten Monat des vergangenen Jahres um 4.300 Erwerbslose nur leicht gestiegen, damit sei im Weihnachtsgeschäft aber auch zu rechnen gewesen, sagte der DGB-Bezirksvorsitzende Stefan Körzell...
Es war angemessen, dass die Bundesregierung offensichtlich die Zeichen des Arbeitsmarktes verstanden hat und nach unseren vielfachen Forderungen die Bezugsdauer des Kurzarbeitgelds heraufsetzte. Damit sind wir schon grundsätzlich gut gerüstet für eine mögliche Verschärfung der Lage am Arbeitsmarkt.
Enttäuscht zeigte sich Körzell jedoch vom Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. 7.000 Erwerbslose unter 25 Jahren spiegeln das Gerede der Arbeitgeber vom Fachkräftemangel nicht wider. Diese Entwicklung sei ein Schlag ins Gesicht der jungen Menschen, so Körzell.
Die ernste Lage auf dem Arbeitsmarkt, so Körzell, dürfe im Jahr 2013 jedoch nicht dafür genutzt werden, die Qualität der Arbeit weiter zu verschlechtern. Der Niedriglohnsektor gibt uns allen Anlass zur Sorge. Obwohl Thüringen erfolgreich versucht, vom Image des Niedriglohnlandes wegzukommen, ist der Niedriglohn hierzulande immer noch sehr weit verbreitet. Berechungen des DGB haben ergeben, dass mehr als jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte in Thüringen für weniger als 1.379 Euro brutto im Monat arbeitet und somit zu den Niedrigverdienern zählt.
In manchen Städten und Landkreisen Thüringens sei sogar fast ein Drittel unter dem Niedriglohn wie zum Beispiel in Sonneberg mit 28,6 Prozent, im Kyffhäuserkreis mit 27,5 Prozent, im Altenburger Land mit 27,1 Prozent oder in der Stadt Gera mit 26,8 Prozent. Frauen sind die Hauptbetroffenen, mehr als ein Viertel der weiblichen Vollzeitbeschäftigten muss demnach mit weniger als 1.379 Euro brutto auskommen.
Der DGB Hessen-Thüringen fordert die Politik auf, weiter daran zu arbeiten, diese Niedriglohn-Situation zu verändern. Stefan Körzell: 2013 muss die Arbeitswelt neu geordnet werden. Arm trotz Arbeit, das muss in Thüringen viel weniger werden. Menschen, die nicht ordentlich bezahlt werden, kehren dem Land den Rücken und das wollen wir nicht. Zu den erforderlichen Gegenmaßnahmen gehören ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro die Stunde genauso wie Equal Pay in der Leiharbeit und Regelungen gegen den Missbrauch von Werkverträgen. Minijobs sollten grundlegend reformiert und ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden. Sachgrundlose Befristungen benachteiligen vor allem junge Menschen und gehören abgeschafft.
Für die Erhebung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwendete Definition über Niedriglöhne zugrunde gelegt. Danach zählt zu den Geringverdienern, wer in seinem Land auf weniger als zwei Drittel des mittleren (durchschnittlichen) Lohns kommt. Für die ostdeutschen Bundesländer ist dabei mit 1.379 Euro ein anderer Wert errechnet worden als für die westdeutschen mit 1.802 Euro.
Ausgewertet wurden die Meldungen für die Sozialversicherungen, die die Arbeitgeber vornehmen. Für die alten Bundesländer wurden rd. 16,6 Mio. Meldungen von Vollzeitbeschäftigten mit sozialversichertem Job einbezogen und für die neuen Bundesländer gut 3,9 Millionen Meldungen.
Autor: redEs war angemessen, dass die Bundesregierung offensichtlich die Zeichen des Arbeitsmarktes verstanden hat und nach unseren vielfachen Forderungen die Bezugsdauer des Kurzarbeitgelds heraufsetzte. Damit sind wir schon grundsätzlich gut gerüstet für eine mögliche Verschärfung der Lage am Arbeitsmarkt.
Enttäuscht zeigte sich Körzell jedoch vom Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. 7.000 Erwerbslose unter 25 Jahren spiegeln das Gerede der Arbeitgeber vom Fachkräftemangel nicht wider. Diese Entwicklung sei ein Schlag ins Gesicht der jungen Menschen, so Körzell.
Die ernste Lage auf dem Arbeitsmarkt, so Körzell, dürfe im Jahr 2013 jedoch nicht dafür genutzt werden, die Qualität der Arbeit weiter zu verschlechtern. Der Niedriglohnsektor gibt uns allen Anlass zur Sorge. Obwohl Thüringen erfolgreich versucht, vom Image des Niedriglohnlandes wegzukommen, ist der Niedriglohn hierzulande immer noch sehr weit verbreitet. Berechungen des DGB haben ergeben, dass mehr als jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte in Thüringen für weniger als 1.379 Euro brutto im Monat arbeitet und somit zu den Niedrigverdienern zählt.
In manchen Städten und Landkreisen Thüringens sei sogar fast ein Drittel unter dem Niedriglohn wie zum Beispiel in Sonneberg mit 28,6 Prozent, im Kyffhäuserkreis mit 27,5 Prozent, im Altenburger Land mit 27,1 Prozent oder in der Stadt Gera mit 26,8 Prozent. Frauen sind die Hauptbetroffenen, mehr als ein Viertel der weiblichen Vollzeitbeschäftigten muss demnach mit weniger als 1.379 Euro brutto auskommen.
Der DGB Hessen-Thüringen fordert die Politik auf, weiter daran zu arbeiten, diese Niedriglohn-Situation zu verändern. Stefan Körzell: 2013 muss die Arbeitswelt neu geordnet werden. Arm trotz Arbeit, das muss in Thüringen viel weniger werden. Menschen, die nicht ordentlich bezahlt werden, kehren dem Land den Rücken und das wollen wir nicht. Zu den erforderlichen Gegenmaßnahmen gehören ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro die Stunde genauso wie Equal Pay in der Leiharbeit und Regelungen gegen den Missbrauch von Werkverträgen. Minijobs sollten grundlegend reformiert und ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden. Sachgrundlose Befristungen benachteiligen vor allem junge Menschen und gehören abgeschafft.
Für die Erhebung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwendete Definition über Niedriglöhne zugrunde gelegt. Danach zählt zu den Geringverdienern, wer in seinem Land auf weniger als zwei Drittel des mittleren (durchschnittlichen) Lohns kommt. Für die ostdeutschen Bundesländer ist dabei mit 1.379 Euro ein anderer Wert errechnet worden als für die westdeutschen mit 1.802 Euro.
Ausgewertet wurden die Meldungen für die Sozialversicherungen, die die Arbeitgeber vornehmen. Für die alten Bundesländer wurden rd. 16,6 Mio. Meldungen von Vollzeitbeschäftigten mit sozialversichertem Job einbezogen und für die neuen Bundesländer gut 3,9 Millionen Meldungen.
