Letzte Ölung? Nein Danke!
Freitag, 04. Januar 2013, 09:13 Uhr
Was ist Krankensalbung? Manche Patienten denken an das Ende, wenn der Pfarrer zu ihnen kommt. Rektor Tobias Reinhold erklärt in den Eichsfelder Nachrichten, was es damit auf sich hat und lädt zu einem Gottesdienst für Patienten ein...
Krankensalbung (Foto: Magdalena Laufer)
"Muss ich jetzt sterben, wenn der Pfarrer zu mir kommt?" - Diese Frage hört Rektor Tobias Reinhold immer wieder von Patienten. Auch wenn man Jugendliche über die sieben Sakramente befragt, hört man oft den Begriff "Totensalbung".
"Leider machen wir die Erfahrung, dass viele Menschen und auch Kranke beim Begriff Krankensalbung sofort an das Ende und den bevorstehenden Tod denken", berichtet der Leitende Klinikseelsorger des Eichsfeld Klinikums.
Heutzutage erklären die Seelsorger mit vielen guten Gründen, warum die Krankensalbung keineswegs ein Signal des kommenden Todes ist. Und die Erfahrung zeigt, dass kranke Menschen nach dem Empfang der Krankensalbung oft ruhig und zufrieden werden angesichts des so deutlich gezeigten Beistandes Jesu Christi, das dem Kranken durch die Kirche zugesprochen wird.
Die Bibel spricht hier eine deutliche Sprache: Im fünften Kapitel des Jakobus-Briefes im Neuen Testament steht: Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben werden.
Auch das Gebet der Krankensalbung spricht nicht vom bevorstehenden Tod, sondern von Sündenvergebung, Aufrichtung und göttlicher Hilfe: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. Amen."
Daran wird übrigens deutlich, dass Krankheit als ein Defizit empfunden wird, das den ganzen Menschen betrifft, nicht nur seinen Leib. Deshalb ist das Sakrament so überaus sinnvoll, wenn es dem, der krank ist, gespendet wird, nicht erst dem, der unmittelbar vor dem Tod steht.
Kaum ein Lebensvollzug der Kirche hat seinen inneren Sinn in wenigen Jahrzehnten so verändert wie das Krankensakrament: von der "Letzten Ölung" der Sterbenden hin zum heilenden und tröstenden Zuspruch an kranke Menschen - im Zeichen geweihten Öls bei der Krankensalbung. Und so ist es bei der Krankensalbung auch sinnvoll, die Kranken in einen Gottesdienst einzuladen und ihnen in der Eucharistiefeier die sakramentale Salbung mit dem heiligen Öl zu spenden.
Ein besonderer Gottesdienst wird am Montag, 21. Januar, um 14.00 Uhr in der Krankenhauskapelle im Haus St. Vincenz in Heiligenstadt gefeiert. Die Schüler der Krankenpflegeschule des Eichsfeldklinikums werden die Messfeier inhaltlich ausgestalten und auch die Patienten in die Krankenhauskapelle bringen. Rektor Reinhold lädt dazu alle Patienten und Interessierten herzlich ein. Für alle Bedürftigen besteht die Möglichkeit, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen.
Autor: en
Krankensalbung (Foto: Magdalena Laufer)
"Muss ich jetzt sterben, wenn der Pfarrer zu mir kommt?" - Diese Frage hört Rektor Tobias Reinhold immer wieder von Patienten. Auch wenn man Jugendliche über die sieben Sakramente befragt, hört man oft den Begriff "Totensalbung"."Leider machen wir die Erfahrung, dass viele Menschen und auch Kranke beim Begriff Krankensalbung sofort an das Ende und den bevorstehenden Tod denken", berichtet der Leitende Klinikseelsorger des Eichsfeld Klinikums.
Heutzutage erklären die Seelsorger mit vielen guten Gründen, warum die Krankensalbung keineswegs ein Signal des kommenden Todes ist. Und die Erfahrung zeigt, dass kranke Menschen nach dem Empfang der Krankensalbung oft ruhig und zufrieden werden angesichts des so deutlich gezeigten Beistandes Jesu Christi, das dem Kranken durch die Kirche zugesprochen wird.
Die Bibel spricht hier eine deutliche Sprache: Im fünften Kapitel des Jakobus-Briefes im Neuen Testament steht: Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben werden.
Auch das Gebet der Krankensalbung spricht nicht vom bevorstehenden Tod, sondern von Sündenvergebung, Aufrichtung und göttlicher Hilfe: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. Amen."
Daran wird übrigens deutlich, dass Krankheit als ein Defizit empfunden wird, das den ganzen Menschen betrifft, nicht nur seinen Leib. Deshalb ist das Sakrament so überaus sinnvoll, wenn es dem, der krank ist, gespendet wird, nicht erst dem, der unmittelbar vor dem Tod steht.
Kaum ein Lebensvollzug der Kirche hat seinen inneren Sinn in wenigen Jahrzehnten so verändert wie das Krankensakrament: von der "Letzten Ölung" der Sterbenden hin zum heilenden und tröstenden Zuspruch an kranke Menschen - im Zeichen geweihten Öls bei der Krankensalbung. Und so ist es bei der Krankensalbung auch sinnvoll, die Kranken in einen Gottesdienst einzuladen und ihnen in der Eucharistiefeier die sakramentale Salbung mit dem heiligen Öl zu spenden.
Ein besonderer Gottesdienst wird am Montag, 21. Januar, um 14.00 Uhr in der Krankenhauskapelle im Haus St. Vincenz in Heiligenstadt gefeiert. Die Schüler der Krankenpflegeschule des Eichsfeldklinikums werden die Messfeier inhaltlich ausgestalten und auch die Patienten in die Krankenhauskapelle bringen. Rektor Reinhold lädt dazu alle Patienten und Interessierten herzlich ein. Für alle Bedürftigen besteht die Möglichkeit, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen.
