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Aktive Lebensretter

Mittwoch, 23. Januar 2013, 14:47 Uhr
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wurde vor genau 100 Jahren gegründet. Ende 1913 zählte die sie 432 Mitglieder. Heute engagieren sich 560.000 Menschen aktiv und kompetent in der Lebensrettung der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung. So auch im Eichsfeld...

Weitere 600.000 unterstützen die Idee der Lebensrettung mit Spenden, Zuwendungen und Stiftungen. Sie ist damit zu der größten Wasserrettungsorganisation der Welt geworden und zudem Deutschlands größter Anbieter von Schwimmkursen.

Schwimmen bei der DLRG (Foto: Arvid Rose) Schwimmen bei der DLRG (Foto: Arvid Rose)


In 100 Jahren ist es der DLRG gelungen, die Zahl der jährlichen Todesfälle in Deutschland um über 90 prozent zu senken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verloren in Deutschland ca 5000 Menschen pro Jahr ihr Leben im Wasser und nur 2 - 3 Prozent der 65 Millionen Einwohner konnten schwimmen. Im Jahr 2011 hingegen sind in Deutschland 410 Menschen ertrunken, sieben davon in Thüringen und 58 in Niedersachsen.

Laut einer bundesweiten Befragung der Grundschulen kann etwa die Hälfte aller Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Es besitzen zwar durchschnittlich 77 Prozent der Schüler das „Seepferdchenabzeichen“, aber nur 55 Prozent das DJSA Bronze, welches von der DLRG als Mindestanforderung für einen sicheren Schwimmer angesehen wird.

Bei dieser Umfrage gibt es aber große regionale Unterschiede 71,5 Prozent der Kinder in Niedersachsen haben am Ende ihrer Grundschulzeit Bronze. Thüringen hingegen liegt unter dem Durchschnitt von 55 Prozent.

Die DLRG-Eichsfeld startet Ende Januar ein Projekt, bei dem die Grundschulen der Region kontaktiert werden um zu erfahren, wie viele Kinder in den 4. Klassen das deutsche Jugendschwimmabzeichen Bronze oder höher besitzen. Die Schulklasse, bei der im Durchschnitt die meisten Abzeichen vorhanden sind, gewinnt den Wanderpreis „Delfin“ der DLRG-Eichsfeld. Für die Klassenkasse gibt es einen Geldpreis und für ein Jahr steht der Pokal in der Schule

Neu ist unser GrundschülerCup, bei dem die DLRG alle Schulen mit Schwimmausbildung in die Schwimmhalle Duderstadt zu einem kindgerechten Wettkampf einladen wird, um die „beste Grundschule“ im Eichsfeld direkt im Wasser zu ermitteln.

Zudem kooperiert die DLRG-Eichsfeld mit der KGS in Gieboldehausen, der "Johann Carl Fuhlrott" Schule in Leinefelde und der staatlichen Grundschule "Am Ohmgebirge" in Worbis. Dort übernehmen Ausbilder der DLRG-Eichsfeld den Nachmittagsunterricht und bilden die Jugendlichen im Schwimmen weiter. Grundsätzlich bietet die DLRG aber auch viele Kurse im Rahmen der Schwimmausbildung an. Täglich gehen Anmeldungen für die Anfängerschwimmkurse, Crawl-Kurse (aber auch die Erste-Hilfe-Kurse) ein.

Für die Rettungsschwimmausbildung jeglicher Art sind Bäder und Wasserzeiten unabdingbar. Im Eichsfeld ist dieses vorerst weiterhin gewährleistet. Trotz hoher Kosten läuft das Hallenbad Duderstadt noch weiter. Vielerorts ist dieses aber nicht möglich. In Deutschland wurden während des letztens Jahrzehnts 1.100 Bäder geschlossen und die Tendenz hält an. Dies belegt eine Umfrage der DLRG bei ihren Vereinen in ganz Deutschland vor Ort.
Ohne diese Möglichkeit wird sich die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung zwangsläufig verschlechtern und die Anzahl der Ertrinkungstode wieder steigen.

Der Riesenhit: DLRG-Kindergartentag. Allein in 2012 waren Ausbilder vormittags in 18 Kindertagesstätten des ganzen Eichsfeldes unterwegs, in einigen bedingt durch die Gruppengröße gleich mehrfach. So wurden mehr als 200 Kinder unmittelbar spielerisch mit den Baderegeln bekannt gemacht – zugleich den Erzieherinnen eine Ausbildung zur Rettungsschwimmerin angeboten.

Bedauerlich: Die DLRG Eichsfeld konzipierte den bundesweit ersten „nassen Kindergartentag“ auf Teistungenburg: die Hotelleitung bot die verkehrsschwachen Vormittagsstunden kostenfrei an und unterstützte das ehrenamtliche Mühe um die Sicherheit der Kinder. Das Projekt stoppt nun jäh: die neue Leitung stellt das Haus gern zur Verfügung – aber gegen marktübliches Entgelt. Angesichts der Kosten verzichteten die Eltern der Kids auf einen „nassen“ Abschluss der Trockenübungen in den KiTa’s.
Autor: en

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