Das Archiv des Unrechts
Dienstag, 12. März 2013, 16:01 Uhr
Zur Filmvorführung und Podiumsdiskussion lädt die Konrad-Adenauer-Stiftung in das Grenzmuseum Schifflersgrund am 21. März 2013 ein. Es geht um "Das Archiv des Unrechts - Die zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter"...
Fast 30 Jahre – von 1961 bis 1989 – war Salzgitter Synonym für die systematische Registrierung staatlicher Unrechtshandlungen der DDR – ein Symbol gegen das Vergessen. Die Erfassungsstelle hat dazu beigetragen, dass neben den Toten an Mauer und Stacheldraht und den durch Schüsse, Bodenminen und Selbstschussanlagen Verletzten auch die Opfer der politischen Justiz und der Stasi nicht anonym geblieben sind.
Ihre Aufgabe, Unrechtstaten des SED–Regimes zu dokumentieren, Ermittlungen einzuleiten und Beweise zu sichern, diente dem Zweck, die Täter unter veränderten politischen Bedingungen strafrechtlich zur Verantwortung ziehen zu können. Bis 1990 sind 80.000 Täter und Opfer in der zentralen Namenskartei erfasst worden, darunter allein 5724 Richter und Staatsanwälte. Dazu kamen Bedienstete im Strafvollzug und in den Untersuchungshaftanstalten des MfS, Denunzianten, Grenzsoldaten, Stasimitarbeiter.
Als einzigartige Dokumentation von Unrechtstaten und Menschenrechtsverletzungen des DDR -Regimes hat die Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter Geschichte geschrieben. Keine andere deutsche Behörde stand jemals derart im Fokus jahrelanger politischer Auseinandersetzungen. Ihre Kritiker im Westen, die die Forderung der SED Führung nach Auflösung übernommen hatten, verstummten erst mit dem Ende des DDR -Staates.
Dass Unrecht nicht zu Recht wird, wenn ein Staat es in Rechtsbestimmungen kleidet, hätte mancher nach den Erfahrungen der NS-Diktatur freilich schon vorher erkennen können. Der vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bei der S|O Filmproduktion GmbH, Braunschweig in Auftrag gegebene Dokumentarfilm soll einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, allen Bestrebungen entgegenzutreten, das Bild des DDR -Regimes im Nachhinein zu verharmlosen. Er soll helfen die Erinnerung für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Herzlich laden Sie das Bildungswerk Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung und die Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (TLStU) zur Filmpräsentation mit anschließendem Podiumsgespräch ein.
Beginn: 18 Uhr
Referent: Dr. Hans-Jürgen Grasemann, Oberstaatsanwalt a.D. und früherer stellvertretender Leiter der Zentralen Erfassungsstelle in Salzgitter
Autor: enFast 30 Jahre – von 1961 bis 1989 – war Salzgitter Synonym für die systematische Registrierung staatlicher Unrechtshandlungen der DDR – ein Symbol gegen das Vergessen. Die Erfassungsstelle hat dazu beigetragen, dass neben den Toten an Mauer und Stacheldraht und den durch Schüsse, Bodenminen und Selbstschussanlagen Verletzten auch die Opfer der politischen Justiz und der Stasi nicht anonym geblieben sind.
Ihre Aufgabe, Unrechtstaten des SED–Regimes zu dokumentieren, Ermittlungen einzuleiten und Beweise zu sichern, diente dem Zweck, die Täter unter veränderten politischen Bedingungen strafrechtlich zur Verantwortung ziehen zu können. Bis 1990 sind 80.000 Täter und Opfer in der zentralen Namenskartei erfasst worden, darunter allein 5724 Richter und Staatsanwälte. Dazu kamen Bedienstete im Strafvollzug und in den Untersuchungshaftanstalten des MfS, Denunzianten, Grenzsoldaten, Stasimitarbeiter.
Als einzigartige Dokumentation von Unrechtstaten und Menschenrechtsverletzungen des DDR -Regimes hat die Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter Geschichte geschrieben. Keine andere deutsche Behörde stand jemals derart im Fokus jahrelanger politischer Auseinandersetzungen. Ihre Kritiker im Westen, die die Forderung der SED Führung nach Auflösung übernommen hatten, verstummten erst mit dem Ende des DDR -Staates.
Dass Unrecht nicht zu Recht wird, wenn ein Staat es in Rechtsbestimmungen kleidet, hätte mancher nach den Erfahrungen der NS-Diktatur freilich schon vorher erkennen können. Der vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bei der S|O Filmproduktion GmbH, Braunschweig in Auftrag gegebene Dokumentarfilm soll einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, allen Bestrebungen entgegenzutreten, das Bild des DDR -Regimes im Nachhinein zu verharmlosen. Er soll helfen die Erinnerung für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Herzlich laden Sie das Bildungswerk Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung und die Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (TLStU) zur Filmpräsentation mit anschließendem Podiumsgespräch ein.
Beginn: 18 Uhr
Referent: Dr. Hans-Jürgen Grasemann, Oberstaatsanwalt a.D. und früherer stellvertretender Leiter der Zentralen Erfassungsstelle in Salzgitter
