Amphibienwanderung im Eichsfeld
Samstag, 20. April 2013, 11:17 Uhr
Der verspätete Frühlingsstart hat eine explosionsartig anmutende Amphibienwanderung ausgelöst. Überall im Landkreis Eichsfeld ziehen jetzt tausende von Molchen, Erdkröten und Grasfrösche zu ihren Laichgewässern, um sich dort zu paaren und Eier abzulegen....
Ein besonders bunter Grasfrosch.
Foto: Arne Willenberg
Auf ihren bis zu drei Kilometer langen Märschen vom Winterquartier bis zu diesen Gewässern lauern für die Amphibien viele Gefahren. Wahre Todesfallen sind dabei die Straßen und Fahrwege, für deren Überquerung ein Molch oder eine Kröte viele Minuten braucht. Viele Tausend Tiere werden jedes Jahr allein im Eichsfeld von Autos überfahren. Das wirkt sich auf Dauer sehr verheerend auf die Populationen aus, die stetig schrumpfen.
Auch bei uns in Thüringen werden die meisten Amphibienarten mittlerweile in den Roten Listen der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tierarten geführt. Die Ursachen dafür liegen vor allem im Verlust der Lebensräume und im besagten alljährlichen Straßentot.
Fehlverpaarung. Ein Erdkrötenmännchen (sitzt oben) hat sich hier mit einem Grasfroschweibchen verpaart! Der Paarungsdrang der Erdkrötenmännchen ist zurzeit so stark, dass sie sich mit allem paaren, was nur im entferntesten einem Erdkrötenweibchen ähnelt. Das kann auch schon mal eine Gummistiefelspitze sein. Foto Arne Willenberg
Um letzteres Risiko für die Amphibien abzumildern, haben Naturfreunde an einigen Straßen im Eichsfeld wieder so genannte Amphibienschutzzäune errichtet, mit denen die Kröten, Frösche und Molche am Überqueren der vielbefahrenen Straßen gehindert werden. Ehrenamtliche Betreuer sammeln nun in den nächsten Wochen zweimal täglich die Tiere an den Zäunen ein, und tragen sie sicher über die Straße.
Jeder Autofahrer kann diese Schutzaktionen unterstützen, indem er im Bereich der Amphibienschutzzäune besonders aufmerksam und rücksichtsvoll vorbei fährt.
Da es leider nicht möglich ist, sämtliche die Straßen kreuzenden Amphibienwanderwege mit Schutzzäunen zu betreuen, sollten Autofahrer in der nächsten Zeit, vor allem in den Morgen- und Abendstunden, besonders aufmerksam fahren. Zumindest Erdkröten und Grasfrösche lassen sich sehr gut im Scheinwerferlicht ausmachen. Wenn es möglich ist, sollte dann einfach das Tempo gedrosselt und die Tiere zwischen die Räder genommen werden. Dann haben diese nämlich eine reale Chance, die Begegnung mit dem Auto zu überleben.
An einigen bekannten Amphibienwanderwegen stehen nun auch besondere Verkehrszeichen. Das sind Gefahrenzeichen mit einem abgebildeten Frosch. Die damit oft kombinierte Geschwindigkeitsreduzierung sollte unbedingt beachtet werden. Alle können mithelfen, dass das faszinierende Naturschauspiel der jährlich stattfindenden Amphibienwanderungen nicht irgendwann der Vergangenheit angehört!
Arne Willenberg
Autor: enEin besonders bunter Grasfrosch.
Foto: Arne Willenberg
Auf ihren bis zu drei Kilometer langen Märschen vom Winterquartier bis zu diesen Gewässern lauern für die Amphibien viele Gefahren. Wahre Todesfallen sind dabei die Straßen und Fahrwege, für deren Überquerung ein Molch oder eine Kröte viele Minuten braucht. Viele Tausend Tiere werden jedes Jahr allein im Eichsfeld von Autos überfahren. Das wirkt sich auf Dauer sehr verheerend auf die Populationen aus, die stetig schrumpfen.
Auch bei uns in Thüringen werden die meisten Amphibienarten mittlerweile in den Roten Listen der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tierarten geführt. Die Ursachen dafür liegen vor allem im Verlust der Lebensräume und im besagten alljährlichen Straßentot.
Fehlverpaarung. Ein Erdkrötenmännchen (sitzt oben) hat sich hier mit einem Grasfroschweibchen verpaart! Der Paarungsdrang der Erdkrötenmännchen ist zurzeit so stark, dass sie sich mit allem paaren, was nur im entferntesten einem Erdkrötenweibchen ähnelt. Das kann auch schon mal eine Gummistiefelspitze sein. Foto Arne Willenberg
Um letzteres Risiko für die Amphibien abzumildern, haben Naturfreunde an einigen Straßen im Eichsfeld wieder so genannte Amphibienschutzzäune errichtet, mit denen die Kröten, Frösche und Molche am Überqueren der vielbefahrenen Straßen gehindert werden. Ehrenamtliche Betreuer sammeln nun in den nächsten Wochen zweimal täglich die Tiere an den Zäunen ein, und tragen sie sicher über die Straße.
Jeder Autofahrer kann diese Schutzaktionen unterstützen, indem er im Bereich der Amphibienschutzzäune besonders aufmerksam und rücksichtsvoll vorbei fährt.
Da es leider nicht möglich ist, sämtliche die Straßen kreuzenden Amphibienwanderwege mit Schutzzäunen zu betreuen, sollten Autofahrer in der nächsten Zeit, vor allem in den Morgen- und Abendstunden, besonders aufmerksam fahren. Zumindest Erdkröten und Grasfrösche lassen sich sehr gut im Scheinwerferlicht ausmachen. Wenn es möglich ist, sollte dann einfach das Tempo gedrosselt und die Tiere zwischen die Räder genommen werden. Dann haben diese nämlich eine reale Chance, die Begegnung mit dem Auto zu überleben.
An einigen bekannten Amphibienwanderwegen stehen nun auch besondere Verkehrszeichen. Das sind Gefahrenzeichen mit einem abgebildeten Frosch. Die damit oft kombinierte Geschwindigkeitsreduzierung sollte unbedingt beachtet werden. Alle können mithelfen, dass das faszinierende Naturschauspiel der jährlich stattfindenden Amphibienwanderungen nicht irgendwann der Vergangenheit angehört!
Arne Willenberg


