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Autismusambulanz öffnet in Leinefelde

Mittwoch, 24. April 2013, 10:12 Uhr
Alles ist bereit für den Tag der offenen Tür am Dienstag, 30. April, im Gebäude des Berufsförderungszentrums (BFZ) im Internationalen Bildungs- und Sozialwerk e.V. in der Leinefelder Industriestraße (Industriegebiet Richtung Birkungen). Hier nimmt ab sofort die erste Autismusambulanz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Eichsfeld ihre Arbeit auf und möchte sich deshalb in der Öffentlichkeit präsentieren...

Autismusambulanz (Foto: Christine Bose) Autismusambulanz (Foto: Christine Bose)

Im Musikraum

Einrichtungsleiterin Dorothea Marx wirft prüfende Blicke in Büro und Beratungsraum, um festzustellen, ob hier alles komplett ist. Mit dem von ihrem Team gefertigten Bildkalender zum Erkennen der Monate und den Anzeigetafeln für einen geregelten Tagesablauf oder das visuelle Verdeutlichen von Gefühlen – fröhlich / traurig sein – ist sie sehr zufrieden, ebenso mit dem Konferenzraum, wo z. B. Informationsveranstaltungen stattfinden werden.

Im Materialraum überzeugen sich Christina Nürnberg und Petra Gaßmann, dass Therapie- und Lernspiele an ihrem Platz im Regal liegen. Die grüne, schelmisch lachende Raupe wartet im Sporttherapieraum auf Kinder, die mutig und voll Entdeckerdrang durch sie kriechen werden wie durch einen Tunnel. Auch der Musiktherapieraum ist jetzt komplett ausgestattet; am großen Trommeltisch können sich mehrere kleine Akteure gleichzeitig betätigen. Thomas Thon legt die druckfrischen Flyer aus.

„Sowohl das Wohn- und Therapiezentrum ‚Haus am Lunapark’ in der Stormstraße 1 als auch das BFZ sind Einrichtungen des Internationalen Bildungs- und Sozialwerkes e.V. als Träger, der bereits seit 20 Jahren erfolgreich am Standort Leinefelde ansässig ist“, erläutert Dorothea Marx, Leiterin der Eichrichtung in der Industriestraße. Sie verweist auf langjährige Erfahrungen des Bildungswerkes bei der Betreuung autistischer Menschen in mehreren Bundesländern.

Im „Haus am Lunapark“ leben Erwachsene mit Mehrfachbehinderungen (Taubblinde Menschen) und Autisten. Die ambulante Förderung von Kindern und Jugendlichen, auf die die Autismus-Diagnose zutrifft, gab es bisher noch nicht in der Region. Das will das genannte Team ändern. Zusätzlich wurde der Kontakt zu den Ansprechpartnern im Unstrut-Hainich-Kreis aufgenommen. Die WHO definiert Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung, als angeborene Störung der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung.

Die Diagnose „Autismus“ oder „autistische Züge“ wird ausschließlich von Ärzten gestellt. Mit dieser Diagnose wenden sich die Eltern an das Sozialamt oder das Jugendamt ihres Landkreises, das die Autismusambulanz mit der Betreuung beauftragt und die Kosten übernimmt. Für jedes Kind, jeden Jugendlichen wird individuell über die optimale Therapieform entschieden. Die Fachbegriffe „Ambulante oder mobile Fördereinheiten“ bedeuten: Das Kind lebt weiterhin in der Familie und wird in der Ambulanz nach Bedarf gefördert oder die Mitarbeiter fahren zur Einzelbetreuung in den Kindergarten bzw. in die Schule. Bevor sich die Besucher am 30. April mit ihren Fragen an das Team wenden können, wollen Bewohner des „Hauses am Lunapark“ um 11 Uhr alle mit einem kleinen Eröffnungsprogramm willkommen heißen.
Christine Bose
Autor: en

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