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Viele Themen zur Maifeier

Mittwoch, 01. Mai 2013, 18:57 Uhr
Traditionsgemäß führten in Leinefelde am 1. Mai 2013 die Eichsfelder LINKEN ihre Maiveranstaltung durch. Bei Kaffee und Kuchen oder Bratwurst nutzten viele Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit für Gespräche und Diskussionen zu Problemen in der Arbeitswelt...

Maifeier Leinefelde (Foto: Ilka Kühn) Maifeier Leinefelde (Foto: Ilka Kühn)


Es ging um alles, was so im Alltag ansteht. Durch den Beschluss des Stadtrates vom vergangenen Jahr, dass Parteien nicht auf öffentlichen Plätzen Veranstaltungen durchführen dürfen, sind die Linken auf den Parkplatz von Edeka gegangen, der für die Maifeier zur Verfügung gestellt wurde. Hier ist es auch gemütlich und zieht nicht so, wie vor der Obereichsfeldhalle, meinten einige Teilnehmer. Sie bemängelten allerdings auch, wieso die NPD auf einem öffentlichen Platz neben dem Sportplatz feiern dürfen, hier bedarf es einer neuen Regelung durch den Stadtrat.

Die Kreisvorsitzende der Linken, Sigrid Hupach, sagte in ihrer Ansprache: Die Einbeziehung von Europa in das Motto macht deutlich, dass hier die nationalen Grenzen bereits überwunden sind. Die Veränderungen auf dem internationalen Arbeitsmarkt sind gravierend und nicht im Sinne der Menschen, nicht im Sinne sozialer Gerechtigkeit.

Hinter dem angeblichen Jobwunder verbirgt sich eine rasante Zunahme schlecht bezahlter und prekärer Jobs. Bei uns in Thüringen arbeiten 35 Prozent der Menschen zu Dumpinglöhnen und müssen mit Hartz IV aufstocken. Ein flächendeckender Mindestlohn von 10 Euro ist das Mindeste, ist die Forderung unserer Partei.

Die aktuelle Mindestlohnvereinbarung der Gewerkschaften im Friseurgewerbe von 6,50 Euro sind nicht als Erfolg zu betrachten, sondern sind beschämend, denn 6,50 Euro sind nicht einmal annähernd existenzsichernd. 85 Prozent der Friseurinnen und Friseure arbeiten im Niedriglohnbereich, daran wird sich auch nach der aktuellen Einigung nichts ändern.

Ein weiteres Berufsfeld, in dem übrigens auch vorwiegend Frauen arbeiten, ist der Pflege- und Gesundheitsbereich. Schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung machen das Berufsfeld für junge Menschen wenig attraktiv. Gerade hier ist aktuell schon ein Fachkräftemangel spürbar. Wenn in dieser Branche weiterhin so schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen und dazu eine nicht existenzsichernde Bezahlung erfolgt, wird sich auch in Zukunft an der Attraktivität dieses Berufsfeldes nichts ändern.

Aus demografischer Hinsicht sind die Gesundheits- und Pflegeberufe eine Wachstumsbranche. Aber, um eine gute und menschenwürdige Pflege auch in Zukunft zu gewährleisten, brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, die einen guten existenzsichernden Lohn erhalten. Gut bezahlte sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sind nicht nur die Existenzgrundlage für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern entlasten auch die Sozialkassen und ermöglichen so eine existenzsichernde Rente und ein Leben in Würde, erklärte Sigrid Hupach abschließend.
Autor: en

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