eichsfelder-nachrichten

Und dann kam alles anders...

Montag, 01. Juli 2013, 15:47 Uhr
Es ist schon eine Meisterleistung gewesen, eine Planung über zwei Wochen und dann ein Anruf und alles kommt anders als man denkt. Ein Bericht von Tanjy Roetger...


Donnerstag und Freitag haben wir alles schön im Möbel Tetris verpackt und gegen 18:00 Uhr endlich den ersehnten Feierabend bekommen. Fix und foxi wollten wir uns am Samstag um 8:00 Uhr auf die Reise begeben. Um 20:00 Uhr dann der erschreckende Anruf von unserem Lkw Fahrer, wir müssen bereits um 5:00 Uhr los! Also alle Planung dahin, ein Anruf bei allen Beteiligten und um Planung des gesamten Konvoi! Hier an der Stelle mal ein dickes Lob für die Flexibilität aller Helfer!

Unser Tross hat sodann auch Pünktlich den Hof verlassen, die Fahrt ohne weitere Probleme. An der Autobahnabfahrt hat uns dann auch Jens Jensen (Jens Cordes) mit seiner Frau Jaqueline in Empfang genommen. Mit Polizei-Begleitung sind wir bis zur Lagerhalle geführt worden. Das Abladen dank der vielen helfenden Hände nur von kurzer Dauer.

Das MDR-Fernsehen war vor Ort! Eine Übergabe der Spendengelder hat vor laufender Kamera Führung stattgefunden.

Die Eindrücke vor Ort, noch immer bekomme ich eine Gänsehaut! Das Wasser geht nur langsam zurück, die Mücken freuen sich über jeden neuen Besucher, Frischfutter ist angekommen! Der Geruch in den Straßen einfach unbeschreiblich! Ein Klärwerk im Großformat! Alle Anwohner sind bemüht die Reinigung voran zu treiben. Aber viele Häuser sind noch immer nur mit Gummi Stiefeln oder nassen Hosen zu erreichen. Die Gehwege werden gesäumt mit den ausgeräumten Möbeln, vieles muss entsorgt werden.

Viele Gesichter strahlen und freuen sich uns wieder zu sehen. Persönliche Begrüßung, ein herzliches Drücken, Freudentränen...

Erste Gespräch und dann überrennen die Gefühle einen. In einem Gespräch werden einige gerettete Foto´s hervor geholt. Das wenige was getrocknet werden konnte. Viele Erinnerungsfoto sind verloren, etwas das nicht ersetzt werden kann!

Viele der älteren Menschen erklären, uns fehlt das Geld und wir sind selber nicht mehr in der Lage hier wieder aufzubauen. Verzweiflung und Wut macht sich breit, die erhoffte staatliche Hilfe dauert den betroffenen zu lange, die Wege der Antragsstellung zu umständlich.

Die Anwohner des Akazienteich erzählen, für uns ist keine Hilfe zu erwarten. Viele von uns wohnen hier schon seid mehr als 20 Jahren im Erholungsgebiet, aber eine Meldeadresse gibt es nicht und deswegen auch keine sofort Hilfe!

Viele haben alles verloren, das Wasser stand bis zur Dachrinne. Das Wasser geht zurück, aber nicht alle Hoffnung ist verloren. Oftmals sprechen uns die Menschen mit Engelchen an. Engel der Hoffnung!

Die Betroffenen sind dankbar für die gespendeten Sachen, aber die nächsten Probleme stehen vor der Tür! Die Häuser sind vom Wasser stark beschädigt, Fußböden müssen erneuert werden, Tapeten werden benötigt, Putz und Farben, Nägel und Schrauben werden gebraucht, sonst können die gespendeten Möbel nicht aufgestellt und benutzt werden.

Und erneut werden wir Eichsfelder die helfende Hand reichen. Wir rufen erneut auf! Baumaterialien und Helfer werden gesucht!
Tanja Roetger
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 eichsfelder-nachrichten.de