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Eichsfelder zog es zur Marienwallfahrt

Montag, 08. Juli 2013, 08:55 Uhr
Eine wunderbare Marienwallfahrt feierten gestern die Eichsfelder in Breitenholz. Bei herrlichem Sonnenschein war im Schatten der Bäume der Altar aufgebaut. Rundum versammelten sich hunderte von Menschen....

Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn) Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn)

Aus anderen Orten, wie beispielsweise Leinefelde und Breitenbach zogen die Gläubigen in einer Prozession zum Wallfahrtsort. Breitenholz war mit vielen Fahnen und Blumen zum Anlass würdevoll geschmückt. Dechant Bernhard Wehner hieß alle bei der Gnadenmutter in Breitenholz zum Fest und zur Wallfahrt Maria Heimsuchung herzlich willkommen.

Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn) Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn)

Die Sonne scheint und es sei eine kleine Entschädigung für die Wallfahrt vor zwei Jahren, so gleiche es sich immer wieder aus, wenigstens, was die äußeren Dinge betrifft sagte der Dechant. Er hieß auch den heutigen Festprediger, Pater Klaus Krenz, aufs herzlichste willkommen. Bis 1979 war er Pfarrer in Breitenholz und ging dann nach Berlin, wo er heute noch bei der Schönstattbewegung ist. Als Gast war aus Euskirchen Pfarrer Wehling angereist, der ebenfalls seine Wurzeln in Breitenholz hat.

Seit über 300 Jahren kommen Pilger hierher nach Breitenholz. In seiner Predigt sprach Pater Krenz von einer Mehrgenerationenpilgerfamilie. Man spüre an solch einem Tag an diesem Wallfahrtsort besonders intensiv, dass Gott unter uns ist, erklärte er.

Und weiter: „Gott bejaht mich, gewährt mir meine Würde. Vielfach erfahren wir genau das Gegenteil. Wir werden aussortiert, an den Rand gedrängt, mies behandelt. Wenn ich zu Gott komme, brauche ich keinen Leistungsnachweis, zu einem Gespräch ist es nicht nötig, Bewerbungsunterlagen einzureichen. Gott schaut mich einfach an und ich kann mich von ihm geliebt wissen. Untereinander schauen wir uns leider oft scheel an, abschätzend, würdigen den anderen mit keinem Blick.

Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn) Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn)

Auf der anderen Seite kann man sich an manchen Angeboten kaum satt sehen. Wenn ich mich von Gott anschauen lassen, begeben ich mich unter einen weiten Horizont. Das Lebensgefühl ist heute vielfach noch das alte Weltbild, die Erde eine Scheibe und darüber eine Glocke. Gott kommt in meinem Leben einfach nicht vor, ich lebe abgedeckt vor mich hin. Wir sind also eingeladen, uns nicht auf unseren Alltag zu fixieren, sich nicht einseitig festzulegen, nicht um Krankheit zu kreisen, der Horizont wird dann zu eng….“.

Pater Krenz zitierte ein Gedicht und sagte anschließend: „In diesen Versen klingt auch an, wie wir den anderen aufnehmen. Gelegentlich geraten wir einander in Ärger, wir vermögen uns kaum zu versöhnen. Der Umgang mit dem Nächsten ist sozusagen ein Praxistest für den Christen.“
Pater Krenz ermutigte die Wallfahrer, über und mit Gott zu reden. Pilgertage seien Tage der Investition in meinem christlichen Leben und ein Beten für andere, für all jene, mit denen ich verbunden bin, sagte er.

Die heutige Glaubenssituation würde u.a. so beschrieben: Sie haben vergessen, dass wir Gott vergessen haben. Möge die Erinnerung wieder lebendig werden, fügte er hinzu. In der Kirche ist derzeit vieles im Umbruch. Man träfe sich wieder in Haus- oder Gebetskreisen bei Christen zu Hause.

Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn) Wallfahrt Breitenholz (Foto: Ilka Kühn)

Dem Wallfahrtshochamt schloss sich die Prozession durch Breitenholz an. Die Kollekte des Hochamtes den Flutopfern zu Gute kommen.



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