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93 Prozent im Osten sind für das Impfen

Montag, 22. Juli 2013, 14:36 Uhr
Im Osten gibt es die meisten Impfpflicht-Befürworter. Das hat eine Umfrage der DAK-Gesundheit ergeben: fast jeder in Thüringen wünscht eine Impfpflicht. Beatrice Knauft-Müller von der DAK-Gesundheit im Eichsfeld mit Einzelheiten...


Die Zahl der Masernausbrüche in Deutschland steigt. Gesundheitsminister Daniel Bahr hält eine Impfpflicht für Kinder als letztes Mittel für möglich. Während vier von fünf Deutschen in der Bundesrepublik (79 Prozent) den Vorschlag unterstützen, sind im Osten gar 93 Prozent, also fast jeder dafür. Nach einer repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit berufen sich die Impfgegner auf das Selbstbestimmungsrecht der Eltern.

In Thüringen sprechen sich 93 Prozent für eine allgemeine Impfpflicht für Kinder aus: Weil ein konsequentes Impfen die Anzahl gefährlicher Erkrankungen, wie Masern, deutlich reduziert. Die Thüringer sind der Meinung, dass Kinderkrankheiten allgemein unterschätzt und mit dem Thema nicht leichtfertig umgegangen werden dürfe. Die Sorge vor den Risiken sei kein Grund, auf die Impfung zu verzichten. Hier ist die Beratung mit dem Arzt sinnvoll.

„Tatsächlich ist das Impfrisiko aber sehr gering“, sagt Beatrice Knauft-Müller der DAK-Gesundheit im Eichsfeld. „Nur bei einem von einer Million gegen Masern geimpften Kindern kommt es in Folge der Impfung zu Komplikationen mit einer dauerhaften gesundheitlichen Schädigung.“ Erfreulicherweise liegen nach Auskunft der Amtsärztin Frau Dr. Judith Rahrig in den letzten Jahren für den Eichsfeldkreis keine gemeldeten Masernerkrankungen vor. Trotzdem appelliert sie an ein notwendiges verantwortungsvolles Impfbewusstsein.

Zu leichtfertiger Umgang mit sogenannten Kinderkrankheiten?
Die Gegner der Impfpflicht führen vor allem das Entscheidungsrecht der Eltern ins Feld. In anderen Bundesländern ist der Anteil der Befürworter geringer als in Thüringen. Außerdem befürchten sie zu viele Risiken und Nebenwirkungen. Allem Anschein nach verharmlose der Begriff `Kinderkrankheiten´.

Dabei handelt es sich um ernsthafte Erkrankungen, die schwerwiegende Folgen haben können. „Nur konsequentes Impfen konnte sie bislang zurückdrängen. Es ist wichtig, dies fortzuführen“, ergänzt Beatrice Knauft-Müller und warnt davor, Masern auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn: „Masern sind hochansteckend. Noch nach vielen Jahren können Spätfolgen wie Gehirnhautentzündungen oder Behinderungen auftreten.“ Gefährdet seien insbesondere dann junge Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz.

Bis 1983 gab es in der Bundesrepublik eine Impfpflicht gegen Pocken. In der ehemaligen DDR war demnach eine Impfung unter anderem gegen Kinderlähmung. Masern und Pocken gesetzlich vorgeschrieben.
Autor: en

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