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Selams Kampf gegen den Krebs

Mittwoch, 21. August 2013, 15:32 Uhr
Seit vier Monaten kämpft die neunzehnjährige Selam Tesfay aus Eritrea auf der Kinderkrebsstation der Göttinger Uniklinik gegen den Krebs. Bisher stehen die Chancen gut, dass sie den Kampf gewinnen wird; aber noch stehen ihr harte Monate bevor...

Selam (Foto: Elternhaus) Selam (Foto: Elternhaus) Als die junge Frau am 11. April in Göttingen ankam, ging es ihr so schlecht, dass sie nach ärztlichem Ermessen nicht viel länger gelebt hätte. Die Leukämie war schon weit vorangeschritten. Nach Ausbruch der Krankheit war sie kurzzeitig in ihrer Heimat behandelt worden, die Therapie wurde jedoch abgebrochen, weil die Familie sie nicht mehr bezahlen konnte. Die letzte Hoffnung der Familie war Selams ältere Schwester, die seit längerer Zeit in Deutschland lebt. Sie wandte sich an die Göttinger Kinderklinik und den Elternverein „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e.V.“.

In einer beispiellosen Spendenaktion gelang es dem Elternverein, in wenigen Wochen die vor-aussichtlichen Kosten für die Behandlung Selams in Höhe von knapp 80.000 Euro zusammenzubringen. Berichte in Zeitungen Südniedersachsens und Nordhessens hatten viele Menschen berührt, konkret zur Rettung von Selam beizutragen. Nie hatte der Elternverein mit einer solch überwältigenden Resonanz gerechnet.

Nach ihrer Ankunft in Göttingen wurde sofort mit der Therapie begonnen. Inzwischen liegen vier schwere Monate hinter ihr. „Die Nebenwirkungen, wie sie bei jeder Chemotherapie auftreten, haben sie sehr mitgenommen“, so der Direktor der Kinderonkologie, Prof. Dr. Kramm, „Besonders die letzten Wochen waren hart für sie, aber sie hat alle Beschwerden tapfer ertragen und ihren Lebenswillen nicht verloren.“ Selam fühlt sich von den Ärzten und den Pflegekräften auf der Station bestens versorgt. Auch die Mitarbeiter des Elternhauses besuchen sie regelmäßig. Sie weiß, was sie ihnen allen zu verdanken hat.

Zu ihrem Durchhaltewillen hat ganz entscheidend auch ihr Vater beigetragen, der ihr für drei Monate zur Seite stand und erst kürzlich wieder nach Eritrea zurückkehren musste. Aber es ist geplant, dass ihre Mutter in nächster Zeit nach Göttingen kommt – für Selam eine große Hoffnung und Stütze.

Als Dank für die Unterstützung hat die ältere Schwester vor kurzem alle, die vom Elternverein und der Kinderklinik sich für Selam eingesetzt haben, zu einem „afrikanischen Essen“ eingeladen. Auch Selam konnte kurzzeitig an dem Essen teilnehmen. Auch wenn ihr jede Anstrengung schwerfällt, wollte sie unbedingt selber allen Unterstützern danken.

Allen ist bewusst, dass ohne die Initiative von Selams Schwester, ohne den Einsatz der Kinderkrebsstation, ohne das Engagement des Elternvereins, ohne die vielen, vielen Spenderinnen und Spender Selam heute nicht mehr leben würde. Genauso hoffen alle inständig, dass Selam den Kampf gegen den Krebs gewinnen wird.

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