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Heiße Diskussion in Beuren

Mittwoch, 28. August 2013, 08:27 Uhr
Es wurde heiß und lange diskutiert bei der Ortsratsitzung am Abend in Beuren. Hier gab es offensichtlich großen Gesprächsbedarf zwischen Ortsrat und den Einwohnern, die sehr zahlreich zur Sitzung gekommen waren. Offensichtlich hatte der Ortsrat damit nicht gerechnet, denn es mussten Tische aus dem Raum heraus und Stühle hinein geschafft werden...

Beurens Bürgermeister Hubert Thume sagte deshalb auch gleich bei der Begrüßung, man wisse nie, wieviel und ob überhaupt jemand kommt. Bislang sei das kaum der Fall gewesen. Die Situation hat sich in Beuren auch geändert. Der Leinefelde-Worbiser Ortsteil ist sich nicht mehr einig. Und schuld daran sind offenbar Informationen, die es nicht gab. Und das war in der Ratssitzung am Abend deutlich spürbar.

Übersicht Beuren (Foto: Ilka Kühn) Übersicht Beuren (Foto: Ilka Kühn)

Eine Übersicht aus dem Jahr 2009 zur Informationsveranstaltung in Beuren, was alles wann zur Dorferneuerung im Plan war

Es standen nicht viele Tagesordnungspunkte auf dem Programm und es hatte wohl auch nur ein Punkt die Bürger Beurens interessiert: die Informationen zur Dorferneuerung. Es ging um die Maßnahmen, die noch kommen sollen. Roland Senft vom Bauamt begann mit seinem Vortrag. Der Ortsteil ist von 2010 bis 2014 im Programm der Dorferneuerung. Bis zum 31. Oktober können sowohl die Kommune als auch Privatleute noch Objekte beantragen, die dann bis 2016 laufen. In diesem Jahr sollte der Friedhofsvorplatz gemacht werden.

Doch die Fördermittel dafür kamen nicht in der Höhe wie gewünscht, deshalb hat die Stadt das Geld für eine Maßnahme mit nach Wintzingerode gegeben, damit wenigstens eins gemacht werden konnte. Der Friedhofsvorplatz soll dann nächstes Jahr kommen. Die Markstraße erst ein Jahr später und zwar nur der Teil von der Kirche her bis zur Bäckergasse. So war der Plan, doch der Zweckverband WAZ soll sich entschieden haben, die Straße erst 2015/16 zu machen, war zu hören.

Roland Senft nannte weitere Maßnahmen, die das Gaststättengebäude mit Saal betreffen, wo Fenster erneuert und das Dach gemacht werden müssen. Zwischendurch gab es bereits einige Anfragen der Ortsratsmitglieder wie zu den neuen Stromkästen, die sehr nahe an die Straße kommen und auch zum Thema Bushaltestelle. Diese wie auch Fahrradständer gehören zur Sanierungsmaßnahme Friedhofsvorplatz erklärte Roland Senft. Hier muss die Frage gestattet sein: die Turnhalle und das Gebäude daneben wurden vollkommen neu gebaut. Die Bushaltestelle ist vor der Turnhalle, warum konnte sie nicht in diese Maßnahme eingebettet werden?

In der Bürgerfragestunde kam außerdem die Frage auf, warum man nicht hier am Gebäude, wo auch der Ortsbürgermeister sitzt und daneben eine Bäckerei ist, einen Infokasten anbringt? Das sei auch Teil der Maßnahme am Friedhofsplatz. Diesen Vorschlag will der Ortsrat nun aufgreifen.

Als Außenstehender wurde man am Abend den Gedanken nicht los, dass der Ortsrat zwar alles weiß, aber seine Infos nicht an die Einwohner weitergibt und deren Meinung auch nicht erfragt bzw. annimmt. Die für das Kriegerdenkmal eingereicht Unterschriftenliste war nie Gegenstand irgendeiner öffentlichen Sitzung. Und die geplante Friedhofsvorplatzgestaltung auch nicht. Das Kriegerdenkmal soll vor oder auf den Friedhof. Warum es von der alten Stelle am Turm weg soll sehen viele Bürger aus unterschiedlichen Gründen nicht ein und der Ortsrat ist der Meinung, dass es bei einer Neugestaltung des Platzes um den Turm herum die Sicht auf den Platz versperre. Dazu kommt, dass die Eigentumsfrage von Platz und Turm noch nicht geklärt ist und das einstige Pfarrhaus verkauft werden soll. Da stellen sich dann noch mehr Fragen.

Es wurde jedenfalls heiß und lange diskutiert. Wir können hier nicht alles wiedergeben. Aber eins steht fest – man hat miteinander gesprochen und das war in Beuren längst fällig. 2009 gab es eine Infoveranstaltung zur Dorferneuerung. Warum scheut man sich, jährlich eine solche Veranstaltung zu machen? Jetzt soll es bald eine geben, wo noch einmal (evtl. auch vom Architektenbüro) die Maßnahme Friedhof und Turmplatz vorgestellt werden soll. Es gibt noch viele offene Fragen. Kann man nur hoffen, dass sie in Beuren demnächst auch angesprochen und beantwortet werden.
Ilka Kühn


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